Ist LESEN zur Erlangung von Wissen out?

Immer häufiger begegne ich dem Phänomen, dass die eigenständige Beschaffung von Wissen durch LESEN wohl out ist…  Ich fühle mich grad ziemlich alt, denn ich habe tatsächlich die Gewohnheit, erstmal nach Information zu suchen – um dann erst ggf. noch offene Fragen zu stellen. Ja, ich gehöre auch zu den Menschen, die eine Bedienungsanleitung und Montageanleitung VOR der Nutzung und dem Aufbau ansehen – ich gebs ehrlich zu.

Hier mal ein paar Beispiele, über die ich in letzter Zeit immer wieder stolpere:

„Wenn nicht erwünscht, bitte löschen“

So viele Posts in facebook Gruppen beginnen mit diesen Worten „Wenn nicht erwünscht, bitte löschen…“ dabei wäre ein Blick in die Gruppenregeln ausreichend, um selbst festzustellen, ob solche Beiträge in dieser Gruppe erwünscht sind. Natürlich ist es viel leichter, es einfach zu posten und es den Administratoren der Gruppen zu überlassen, Unerwünschtes zu löschen. Wenig Aufwand für den Fragesteller. Ex und hopp.

Gruppen auf facebook werden wohl bevorzugt als Lieferservice für Informationen  (um die Qualität soll es an dieser Stelle mal nicht gehen) genutzt. Frage rein – auf Lieferung der Antworten warten. Dabei wäre eine Fülle von Informationen zu genau dieser Frage innerhalb kurzer Zeit zu finden gewesen. z.B. über die Suchfunktion – oder einfaches Scrollen in der Gruppe. Manchmal bewundere ich die Engelsgeduld vieler Admins und fleißiger Gruppenmitglieder, die die sich ständig wiederholenden identischen Fragen freundlich und ausführlich beantworten. Zumindest eine Weile…

Wieso ich gerade jetzt auf diese Gedanken komme?

 

„Ich hab da mal eine Frage“

Ich habe als „One-Woman-Show“ nicht die Kapazität, die Fragen am Telefon oder per Mail zu beantworten, deren Antwort eindeutig auf meinen Webseiten zu finden ist.  Und damit meine ich ganz konkret Fragesteller, die einen sicheren Umgang mit dem Internet haben. Ich meine die Generation facbook und instagram. Als Dienstleisterin stellt mich diese Tendenz – „Lieferservice von Infos“ – vor die wachsende Herausforderung:

  • einerseits alle Infos auf meinen Webseiten bereitzustellen
  • diese aber andererseits so aufzubereiten, dass kaum noch Fragen offen bleiben

Ich könnte mich jetzt hinstellen und mich ärgern. Das bringt aber niemandem etwas. Denn da ist offensichtlich genau der Knackpunkt. Sind denn diese Infos auf meinen Webseiten wirklich auch angemessen zu finden? Hand aufs Herz.. wohl eher nicht, denn sonst würden wohl weniger nachfragen müssen.

Geht es womöglich gar nicht so sehr um das Lesen selbst, sondern eher um die Präsentation der Infos?

Lesen ist wohl doch nicht out als Informationsquelle… jedoch haben sich die Ansprüche an die Darstellung massiv geändert.  Die Herausforderung bei Darstellung und Umfang ist es, den Spagat zu meistern zwischen

  • rechtlich einwandfrei
  • nach meinen Ansprüchen an Sicherheit und Fairness
  • dabei gleichzeitig motivert les- und umsetzbar.

Nun gut.  Also ran an die Tasten und neu formulieren – übersichtlicher anordnen. Im Sinne der Nutzer und damit auch in meinem Sinne!

Challenge accepted!

Ich bin gespannt – Ihr dürft es auch sein!