„Qualitativ hochwertige Draußenzeit“ statt Spazierengehen

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Ich liebe diese Idee – den Vorschlag, den ich von Gerd Schreiber neulich in einem Webinar gehört habe! Ersetzen wir in unseren Köpfen doch mal das weitläufige Verständnis von „Spaziergang mit Hund“ durch:

Qualitativ hochwertige Draußenzeit

Was für Bilder hast Du im Kopf, wenn Du an „Spazierengehen“ denkst?

„Lange entspannte oder auch sportliche Runden durch Feld und Flur, Wälder und Berge. Natur genießen, Dein Hund selbstverständlich frei immer in Deiner Nähe – ein Blick genügt und er ist da. Gemeinsam die Welt entdecken, den eigenen Gedanken nachängen und die Natur in vollen Zügen genießen. Danach müde und zufrieden daheim den Feierabend oder das Wochenende genießen. Erholt, glücklich und aufgetankt von der Bewegung im Freien.“

Vielleicht war das Spazierengehen ja auch mit einer der Gründe, warum Du einen Hund in Dein Leben geholt hast?  Wie herrlich, wenn Du und Dein Hund das zusammen genießen könnt und jeder seine Freude an diesen Spaziergängen hat.

Wenns dann mit dem eigenen Hund ganz anders ist

Wie ernüchternd, wenn es aber dann so ganz anders abläuft. Wenn der Hund auf Dauerzug nur nach vorne und weg will, die Nase nur am Boden klebt und Du durch die Gegend gezerrt wirst. Wenn der Hund beim Anblick von Artgenossen zum Monster mutiert, beim Anblick von Wild außer Rand und Band ist. Dann werden die Spaziergänge zum Spießrutenlaufen – zum Kraftakt – für den Körper und die Gefühle.  Frust pur auf beiden Seiten der Leine. Und warum macht man es trotzdem immer wieder genauso weiter?

„Man muss doch mit dem Hund Spazierengehen!“ Und zwar auf jeden Fall mindestens X mal am Tag Y Minuten… und dabei möglichst viele Hunde treffen. Und egal was kommt, wir laufen die Runde fertig. Da müssen wir eben durch. Irgendwann wird er sich schon daran gewöhnen. Ich muss nur lernen, selber entspannt zu sein, dann wird schon alles gut werden“ .

Und so drehen viele Menschen täglich ihre Runden beim Spazierengehen, auch wenn das dann leider so gar nicht voller Leichtigkeit und Harmonie ist – nicht für den Mensch, geschweige denn für den Hund.

Und das nur, weil  die Vorstellung von „Spazierengehen“ eben so aussieht.

Und jetzt stell Dir mal  „Qualitativ hochwertige Draußenzeit“ vor

Welche Bilder hast Du da im Kopf?

Mit diesen Bildern bieten sich gleich ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten! Verabschieden wir uns doch mal von der ziemlich menschlichen Vorstellung des Spazierengehens! Dann öffnen sich Zeit und Raum für Schnüffeln, Entdecken, Beobachten, für gemeinsame Spiele, für Kuscheln oder Futtersuchen – oder auch einfach nur Stehen und Schauen, fürs gegenseitige Kennen- und Schätzenlernen.

Wer sagt, dass Du in Runden spazierengehen musst? – Dreh mal um und lauf den gleichen Weg wieder zurück!

Wer sagt, dass Du möglichst viele km in der Zeit schaffen musst? – Gib Deinem Hund Zeit, die Umgebung zu erkunden! Es ist seine Zeit!

Draußenzeit ist eine Zeit draußen, in der der Hund seine Bedürfnisse erfüllen kann. Immer innerhalb des Rahmens, in dem er weder sich noch andere Lebewesen in Gesundheit und Sicherheit gefährdet.

„Ich würde ja gerne, aber…“

Wenn Du nichts änderst, wird sich nichts ändern.

Jetzt ist Deine Kreativität und Deine Bereitschaft, sich auf die Bedürfnisse Deines Hundes einzulassen gefragt. Glaub mir, sich auf die Bedürfnisse des eigenen Hundes einzulassen ist für mich der beste Weg, ein Leben zu erschaffen, in dem sowohl Du und Dein Hund glücklich sein können. Miteinander statt gegeneinander.  Finde Orte, an denen Du mit Deinem Hund „qualitativ hochwertige Draußenzeit“ haben kannst. Zeit und Raum, in denen möglichst keine oder nur sehr wenige für Deinen Hund beeinträchtigende Außenreize vorhanden sind. Das kann z.B. am Wochenende mal ein Gewerbegebiet, bei Regenwetter der Parkplatz eines Freibades sein… und gib Deinem Hund dort die Möglichkeit, die Umgebung ungestört zu erkunden, unterstütze ihn, indem Du ihm gemeinsame Aktvitäten anbietest, die ihr dort zusammen machen könnt – wie z. B. eine Futtersuche, Futter-Kegeln oder das 10-Leckerchen-Spiel, Rennen, Futterbeutel verstecken, suchen und bringen, balancieren, Slalom laufen… schaut, was Euch die Umgebung bietet.

Spezielle Orte für „Qualitativ hochwertige Draußenzeit“

Es gibt auch spezielle Orte, um Deinem Hund genau das zu ermöglichen. z. B. ein eingezäuntes Gelände, in dem außer Euch keiner Zutritt hat. Wo in Deiner Umgebung ist das möglich?

Für diesen Zweck habe ich 2019 die INNsider Hundewiese in Ampfing geschaffen. Ein 2500qm großes Gelände, auf das in der von Dir gemieteten Zeit außer Dir und Deinem Hund niemand Zutritt hat. Gesichert mit einem stabilen hohen Zaun und so gestaltet, dass dem Hund auch Anreize, sich mit dem Umfeld zu beschäftigen, gemeinsam mit Dir in Aktion zu treten geboten werden. Eine Erlebniswiese, auf der Dein Hund sich frei und ohne Leine bewegen kann und dabei weder sich noch andere gefährdet. Ein Ort, an dem Dein Hund mit seinem besten Kumpel in Ruhe spielen kann. Ein Ort für qualitativ hochwertige Draußenzeit.

Fazit

Ich sag es ganz einfach mit den Worten von Gerd Schreiber: „Es wäre cool, wenn wir das Konzept „Spazierengehen“ besser als „Qualitativ hochwertige Draußenzeit“ ansehen würden. Probiers mal aus. Wenn Du das nächste Mal mit Deinem Hund rausgehst, dann geh mal mit dem Gedanken der Qualitativ hochwertigen Draußenzeit im Kopf nach draußen.

Ich wünsche Dir und Deinem Hund ganz viele wundervolle Momente bei Euren künftigen Draußenzeiten!