Dezember, ein Wechselspiel von Schatten und Licht.
Zwischen belastenden Themen und Projekten, die aus ihnen heraus entstanden sind.
Zwischen Enttäuschungen und Lichtblicken.
Zwischen fehlender und gelebter Rücksicht.
Zwischen Funktion und Haltung im Hundetraining.
INNsider Mantrailing Training
Lokale Trainingsgruppe
Ein neues Mantrailing-Gebiet in Mühldorf habe ich im Dezember ausprobiert – und es hat sich als erfreulich passend erwiesen. Ausreichend Parkmöglichkeiten, abwechslungsreiche Wegführung und vor allem ein interessanter Übergang von freier Fläche in Wohngebiet. Genau diese Mischung macht Mantrailing lebendig und anpassbar an die Bedürfnisse der Teams.
Was mir dabei besonders wichtig ist: Das Gebiet ist so beschaffen, dass wir nur wenige Hunde in den angrenzenden Gärten haben, die sich von unserem Training gestört fühlen könnten. Nicht, weil sie uns stören – sondern ich mir bewusst bin, dass wir uns in ihrem Zuhause bewegen. Rücksicht beginnt für mich bereits hier.
Die Ereignisse der Hundwelt im Dezember haben noch etwas anderes in mir geschärft. Mein Blick auf den Umgang mit Hunden im Training ist in diesem Monat noch kritischer geworden. Dabei geht es für mich nie um ein Nicht-wissen oder Nicht-können. Sondern um die Frage, was wir für richtig halten – und warum. Und auch um Erklärungsmuster oder Sprache rund um unsere Hunde.
Meine Haltung zeigt sich nicht nur im Anspruch, sondern in den Entscheidungen, die ich im Training treffe – und in denen, bei denen ich mich bewusst nicht mehr neutral verhalte.
Mantrailing Seminare
Im Dezember veranstalte ich grundsätzlich keine Mantrailing-Seminare.
Für einige Seminare in 2026 gibt es noch Restplätze.
Mantrailing Seminare – aktive und passive Teilnahme
Mantrailing Seminare – nur noch passive Teilnahme
Train the Trainer
Podcast und Blog:
Kunst des Flankens
Vielleicht kennst Du „Flanken“ vor allem als das Mitlaufen neben dem trailenden Team.
In meinem aktuellen Artikel fasse ich diesen Begriff bewusst weiter und ordne ihn in den Kontext von Mantrailing als Enrichment ein.
Wenn Wohlbefinden das Ziel des Trainings ist, beginnt Flanken nicht erst auf dem Trail.
Es beschreibt die Art, wie wir Mensch und Hund durch alle Phasen des Trainings begleiten:
von Planung und Vorbereitung über Start und Trail bis hin zu Rückweg und Feedback.
Im Artikel (inkl. Podcastfolge) zeige ich,
🧠 wie Flanken zum tragenden Element einer lernfreundlichen Trainingsgestaltung wird
🫶 wie Haltung, Timing und Nähe auf dem Trail wirken
🪄 und warum Technik, Haltung und Expertise gemeinsam die Basis für gelungenes Flanken bilden.
Wenn Wohlbefinden das Ziel ist, braucht es mehr als Technik.
INNsider Membership 🧚♀️
In der ersten Mastermind dieses Dezembers wurde wie jedes Mal deutlich, wie wertvoll ein Trainingsaustausch unter Gleichgesinnten sein kann, wenn er nicht nur auf Trailtechnik reduziert wird. Fragen aus dem Trainingsalltag wurden gemeinsam betrachtet, eingeordnet und in einen größeren Zusammenhang gestellt. Auch in dieser Mastermind haben wir Erfolge gefeiert und aus Erfahrungen für uns gelernt.
Zum Jahresabschluss haben wir diesen Blick geweitet. In einer Sonder-Mastermind ging es nicht um Planung oder Zieldefinition, sondern um Rückschau und Sortierung. In angeleiteten Reflexionen wurde gesammelt, was getragen hat – und was belastet. Sorgen, Zweifel und Überforderung durften anonym bewusst benannt und anschließend symbolisch losgelassen werden: In einem virtuellen, flackernden Lagerfeuer auf dem Mural Board fanden sie einen Platz, um zu gehen.
Diesmal habe ich die geführte Reflexion bewusst auch musikalisch begleitet. Mir war wichtig, den Rahmen so vorzubereiten, dass ein stimmiges, ruhiges Erleben möglich wird – ohne technische Brüche oder Unterbrechungen. Deshalb habe ich Ablauf, Präsentation und Musik vorab in einem Probedurchlauf getestet, damit auch wirklich alles glatt läuft und keine störenden Technik-Pausen den Flow stören.
Eben mehr als „nur“ Mantrailing…
IBH Weiterbildung aktueller Durchgang
Der offizielle IBH-Weiterbildungsbetrieb hatte im Dezember Pause, denn erfahrungsgemäß fallen hier viele Trainingseinheiten wetter- und feiertagsbedingt aus.
Aber es gab ein privates lokales Trailtraining mit Teilnehmenden aus dem Großraum München.
Ziel: Mantrailing-Trainerinnen treffen sich, um mit den eigenen Hunden, die im Trainingsbetrieb häufig zu kurz kommen, zu trailen.
So war ich auch mal selbst wieder Zielperson und habe mit meiner Tikaani zwei Trails gemacht.
Was soll ich sagen – die Maus war super und hat trotz langer Pause nichts vergessen.
Solche Treffen zeigen, wie wertvoll Netzwerke von Trainer*innen sind, die Mantrailing als Enrichment verstehen: miteinander zu trainieren, Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig fachlich zu reflektieren und Supervision zu ermöglichen – unabhängig von Ort oder Region.
Im Januar wird dann der Rahmen für den nächsten Durchgang der Weiterbildung in 2027 festgelegt.
✨ Mantrailing als Enrichment ✨
Im Dezember war es auf Communi ruhig.
Die bestehenden Austauschgruppen sind weiterhin offen und werden genutzt – auch dann, wenn hier keine neuen Impulse dazugekommen sind.
Communi bleibt ein Ort für Austausch ohne Algorithmus, Werbung oder Scrollen.
Räume, die Verbindung ermöglichen – auch dann, wenn es leise ist.
Eine Austauschgruppe für Hundeunternehmer*innen,
die SuperSaaS bereits nutzen oder sich damit beschäftigen.
Ein Raum für Fragen, Erfahrungen und pragmatische Lösungen –
jenseits von Social Media.
Eine Austauschgruppe für Vermieter*innen von Hundewiesen,
Hundetrainingsflächen oder ähnlichen Projekten.
Fokus: Organisation, Verantwortung und ein respektvoller Umgang
mit Mensch, Hund und Fläche.
Die INNsider Hundewiese im Dezember
Rücksicht als Grundlage
Auf der Hundewiese ist Rücksicht kein freundlicher Zusatz, sondern die Grundlage dafür, dass dieses Angebot für alle funktioniert.
In letzter Zeit stehen immer wieder Teams bereits 10–15 Minuten vor ihrer gebuchten Zeit am Eingang.
Das mag harmlos wirken, hat aber konkrete Auswirkungen:
Für die wartenden Hunde entsteht Frust, für Teams auf der Wiese – insbesondere für Hunde mit bewusstem Abstand – wird der begegnungslose Wechsel erschwert oder unmöglich gemacht.
Mir ist wichtig, klar zu benennen:
Auf Passant*innen rund um die Wiese habe ich keinen Einfluss.
Umso wichtiger ist es, dass zumindest die Menschen, die die Wiese nutzen, Rücksicht aufeinander nehmen.
Deshalb meine Bitte:
Kommen Sie erst zur vollen Stunde zum Tor und warten Sie nicht im Sichtbereich des Eingangs.
🔒 Ihr Code öffnet die Tür minutengenau – ein früheres Erscheinen bringt keinen Vorteil, aber Nachteile für andere Teams.
Zum rücksichtsvollen Wechsel gehört auch das pünktliche Verlassen der Wiese.
Bitte sorgen Sie dafür, dass die Fläche bis spätestens X:55 Uhr freigegeben ist und auch der sichtbare Bereich rund um den Eingang verlassen wird, damit das nächste Team ungestört ankommen kann.
Dieser Hinweis gilt selbstverständlich auch dann, wenn Sie die Wiese gemeinsam mit weiteren Menschen nutzen.
Bitte geben Sie als Mieter der Wiese diese Information aktiv weiter.
Zur Rücksichtnahme und zum Erhalt der Qualität der Hundewiese gehört ebenso, die Hinterlassenschaften der Hunde vollständig zu entsorgen.
Danke an alle, die mit ihrer Rücksicht dazu beitragen, dass die Hundewiese ein Ort bleibt, an dem sich Menschen und Hunde sicher und respektvoll bewegen können. 💚🐾
Wo ein Licht ausgeht, erstrahlt ein neues
Manchmal braucht es eine klare Absage, damit schließlich doch ein Licht aufgehen kann.
Seit gut zwei Jahren war ich mit einer Firma im Austausch, die die Beleuchtung für die Hundewiese umsetzen sollte.
Viel Geduld, viele Gespräche, viele Schleifen.
Im Dezember kam dann die endgültige Rückmeldung: Das Projekt wird von dieser Seite aus nicht weiter verfolgt.
Das war zunächst ernüchternd.
Gleichzeitig war es aber auch klärend.
Denn mit dieser Absage wurde ich wieder handlungsfähig.
Einer meiner Mantrailer hat sich für mich bei Firmen umgehört und den Kontakt zu einer Firma hergestellt, die den Auftrag ausführen wird.
Statt eines Mastes werden es zwei.
Die Stromversorgung wird anders gelöst.
Nicht identisch mit der ursprünglichen Planung –
aber passend zu den Gegebenheiten vor Ort.
Ich bin dankbar für den bisherigen Weg und den Austausch, der bis hierher geführt hat.
Und gleichzeitig freue ich mich sehr darüber, dass dieses Projekt nun endlich konkret wird.
Manchmal zeigt sich erst im Loslassen, wie sich neue Möglichkeiten öffnen.
Damit gibt es nun wieder berechtigte Hoffnung, dass die Hundewiese künftig auch nach Sonnenuntergang nutzbar sein wird. Auch das war ein Lichtmoment in diesem Dezember. ✨
Mein Buchprojekt 🧭
Im Dezember war es rund um mein Buchprojekt still.
Es war der erste Monat, seit ich die Idee zum Buchschreiben hatte, in dem ich nicht aktiv am Buch selbst gearbeitet habe, sondern abgewartet habe.
Nach der intensiven Phase der letzten Monate war das absolut ungewohnt.
Im Januar wird die neue Ausgabe der SitzPlatzFuss erscheinen. Darin ist ein Artikel von mir enthalten: „Mantrailing für jagdlich ambitionierte Hunde“.
Im Beitrag geht es darum, wie Mantrailing gerade für jagdlich ambitionierte Hunde bedürfnisorientiert umgesetzt werden kann:
- wo typische Stolpersteine liegen
- was es mit dem sogenannten Leinendilemma auf sich hat
- und in welchen Fällen Mantrailing nicht die beste Beschäftigung für den Hund ist.
Die neue Ausgabe der SitzPlatzFuss widmet sich dem Thema Jagdverhalten – mit Beiträgen, die Bedürfnisse, Frustration und Ausgleich differenziert beleuchten.
Hintergrundarbeiten und Persönliches
Wenn Schweigen nicht mehr neutral ist
Die Bilder und Videos, die in den letzten Wochen unter dem Deckmantel von „Hundetraining“ aufgetaucht sind, haben viele von uns erschüttert.
Sie haben wütend gemacht. Fassungslos. Sprachlos.
Und sie haben einen großen Aufruhr in der Hundetrainer*innen-Welt ausgelöst.
Was dort sichtbar wurde, ist brutal.
Aber es ist nicht die Ausnahme.
Es ist die Spitze eines Eisbergs.
Denn Gewalt an Hunden beginnt nicht erst dort, wo sie offensichtlich wird.
Sie beginnt viel früher.
In der Rechtfertigung.
In der Sprache, die sie legitimiert.
In marketingtechnisch brillant formulierten Texten, die Maßnahmen als „notwendig“, „alternativlos“ oder „zum Schutz des Hundes“ verkaufen.
„Das muss so sein.“
„Anders geht es nicht.“
„Wir retten diese Hunde.“
Diese Sätze sind kein Zufall.
Sie sind Teil eines Systems, das Gewalt verschleiert – und sie damit salonfähig macht.
Und genau deshalb ist Zuhören und nichts tun nicht neutral.
In den letzten Tagen haben viele Menschen versucht, Worte für das zu finden, was sie empfinden.
Ein Text hat dabei besonders klar benannt, worum es jenseits von Empörung eigentlich geht:
Gewalt beginnt früher. Lange bevor jemand tritt. Sie beginnt dort, wo ein Hund funktionieren soll – egal, wie es ihm dabei geht. Nicht der eine Trainer ist das Problem. Sondern eine Haltung. Gewalt beginnt früher
Gitti Zieglmeier - Balance mit Hund
Diese Gedanken bringen auf den Punkt, warum ich diese Entwicklung so dramatisch sehe.
Da sind Menschen, die sich an Hundetrainer*innen wenden in der Hoffnung, dort Unterstützung zu finden.
Sie gehen nicht dorthin, weil sie vorhaben, ihren Hunden Gewalt anzutun.
Sie gehen dorthin, weil sie überfordert sind, ratlos, manchmal verzweifelt – und Hilfe suchen.
Und genau diese Menschen werden in Handlungen geführt, die sie so meist gar nicht wollen.
Handlungen, die sie häufig auch deshalb nicht mehr als Gewalt erkennen, weil sie sprachlich legitimiert, begründet und als notwendig dargestellt werden.
Kommen klare Misshandlungen von Tieren zu Tage, ist das die sichtbar gewordene Eskalation dessen, was sonst still und im Verborgenen geschieht – und durch Sprache verharmlost, verschleiert und normalisiert wird.
Genau deshalb wird sich mein nächster Blogartikel noch einmal sehr konkret der Sprache im Hundetraining widmen.
Konkret im Mantrailing.
Konkret in Redewendungen, die Wirkung haben, deren man sich häufig nicht bewusst ist.
Nicht als Wortklauberei.
Sondern, weil Sprache Bilder erzeugt.
Weil sie Handlungen vorbereitet.
Und weil sie darüber entscheidet, ob Gewalt als solche erkannt – oder gerechtfertigt wird.
Aus der Erschütterung über diese Fälle ist in bemerkenswert kurzer Zeit etwas entstanden, das Mut macht.
Keine Beschwichtigung. Kein Wegsehen.
Sondern eine klare Gegenbewegung.
Menschen haben sich zusammengeschlossen und gesagt:
Nein. Das lassen wir so nicht stehen.
„Wir haben in den letzten Tagen viele schreckliche Videos auf Social Media sehen müssen, die zeigen, wie Hunden unter dem Vorwand von Training Gewalt angetan wird.
Und immer wieder kam die gleiche Rechtfertigung:
‚Das muss so sein! Wir retten diese Hunde! Anders geht es nicht!‘Das wollen wir so nicht stehen lassen:
Nein, muss es nicht! Doch, es geht anders!Unter der Überschrift ‚Kein Platz für Gewalt – Online-Symposium für zeitgemäßes Hundetraining‘ öffnen wir einen Raum für Austausch, Lernen und Perspektivwechsel.
Es geht fair, wirksam und gewaltfrei.
Und wir stehen gemeinsam dafür ein.“
Diese Worte bringen auf den Punkt, was gerade notwendig ist.
Nicht noch mehr Empörung.
Sondern Positionierung.
Kein Platz für Gewalt – Online-Symposium
Am 17. & 18.01.2026 findet das Online-Symposium
„Kein Platz für Gewalt – zeitgemäßes Hundetraining“ statt.
16 renommierte Speaker*innen aus Wissenschaft, Training und Tierschutz zeigen,
dass es anders geht.
Sachlich. Fundiert. Und ohne Gewalt.
Alle Einnahmen gehen vollständig an das Tierheim Kaiserslautern.
Eine Aufzeichnung wird es nicht geben.
Wenn wir Gewalt nicht wollen, reicht Ablehnung nicht.
Dann braucht es Haltung – und Handlung.
Zum Online-Symposium „Kein Platz für Gewalt“
Das ist kein „Event“.
Das ist ein Zeichen.
Und vielleicht genau der Raum, den wir jetzt brauchen.
Fortbildungen
Gedanken im Dezember
Der Dezember war ein Wechselspiel von Licht und Schatten.
Es war ein schwerer Monat.
Er war geprägt von Gegensätzen:
von Belastung und Hoffnung,
von Sprachlosigkeit und klaren Positionen,
von Rücksicht – und ihrem Fehlen.
Für mich hat sich all das auch ganz praktisch gezeigt:
in der Frage, wie wir unsere Hunde durch den Jahreswechsel begleiten.
Manchmal bedeutet Haltung, Situationen nicht auszuhalten,
sondern sie vorausschauend zu managen –
im Sinne derer, für die wir Verantwortung tragen.
Weil das Fehlen von Rücksicht es erfordert.
Was sich für mich durch all diese Themen gezogen hat, ist ein Gedanke:
Haltung wirkt nicht in großen Worten,
sondern in den vielen kleinen und großen Entscheidungen.
Und den Taten, die folgen oder eben ausbleiben.
In der Sprache, die wir wählen.
In der Rücksicht, die wir einfordern – und leben.
In dem Punkt, an dem wir nicht mehr neutral bleiben.
Dieser Rückblick ist deshalb kein Fazit.
Er ist eine Momentaufnahme.
Und vielleicht auch eine Einladung, genauer hinzuhören –
bei anderen und bei uns selbst.
Mit diesem Blick gehe ich ins neue Jahr.
Ich wünsche uns allen ein friedliches neues Jahr.
Voller Glitzermomente mit unseren Hunden.
Und dem Blick hinter verharmlosenden Worten.
Du & Dein Hund – Findet Euren Weg!
Deine Astrid
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