Drei Trainerinnen – Ein gemeinsamer Weg

Titelbild zu einem Blogartikel über die Hintergründe eines BR-Mantrailing-Beitrags. Links steht der Text „Hintergrund zum Mantrailing Beitrag im BR: Drei Trainerinnen – ein gemeinsamer Weg“ in schwarzer und grüner Schrift auf hellem Hintergrund. Rechts oben ist ein rundes Foto von einem Drehtag mit Kamerateam und zwei Trainerinnen beim Mantrailing im Wohngebiet zu sehen. Im Bild steht „Drehtag mit dem BR beim Mantrailing“. Unten sind die Logos der drei beteiligten Hundeschulen und Trainerinnen abgebildet: „Mit Herz zum Hund“, „Astrid Sperlich“ und „TinasHuSchu“.
Geschätzte Lesedauer: 7 Minuten

Drei Trainerinnen. Ein Kamerateam des BR. Mehrere trailende Teams.
Und die Frage: Wie zeigt man Mantrailing als Enrichment in wenigen Minuten Fernsehen, ohne das Wohlbefinden der Hunde aus dem Blick zu verlieren?
Dieser Artikel erzählt von Zusammenarbeit, Verantwortung und dem Versuch, genau das sichtbar zu machen.

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18. Mai 2026 kurz vor 13 Uhr kam die Mail: 

„Liebe Vanessa, liebe Astrid, 
heute Abend 18:00 läuft der Beitrag mit euch in der Abendschau.:)“

Der Puls steigt. Was ist draus geworden? Wie gut konnten wir die Essenz von Mantrailing als Enrichment für den kurzen Beitrag der BR-Abendschau vermitteln?

Puh… aber ich musste gar nicht bis 18 Uhr warten, denn wenige Minuten später war der Beitrag in der Mediathek bereits online.

Neugierig auf den Beitrag?

An dieser Stelle möchte ich Euch mitnehmen, was alles im Hintergrund abgelaufen ist und zu diesem knapp dreiminütigen Fernsehbeitrag führte.

Denn wir haben zwar das Rohmaterial geliefert, aber wir hatten natürlich keinen Einfluss darauf, was am Ende daraus geschnitten und erzählt wird.

Wie aus einer Anfrage ein Gemeinschaftsprojekt wurde

Der Gedanke, dass wir die Zutaten für den Beitrag liefern können, aber keinen Einfluss darauf haben, was am Ende daraus entsteht, hat uns intensiv beschäftigt.

Aber mal zurück, wer ist eigentlich „uns“?

Es war Vanessa Klein aus Markt Schwaben, die die Anfrage vom BR erhalten hat. Die Anfrage, ob ein Drehteam sie mal bei einem Training begleiten darf, um einen kurzen Beitrag für die Abendschau daraus zu erstellen. Vanessa trailt mit ihrer Hündin regelmäßig bei mir. Daher kennen wir uns.

Vanessa hat mich um meine Unterstützung gebeten und ich habe gerne zugesagt. Zuerst haben wir zusammen über die Chancen und Risiken eines solchen Beitrages gesprochen.  Wie so ein Drehtag realisiert werden kann, wo unsere Grenzen für die Teams sind.

Stefanie Benke vom BR, die für diesen Beitrag verantwortlich ist, war zu einem Vorgespräch zu Dritt bereit. Eine Bereitschaft, die wir sehr zu schätzen wissen und überhaupt nicht als selbstverständlich empfinden.

In diesem Vorgespräch ging es um den Ablauf des Drehtages. Was das Drehteam braucht, was wir liefern sollen. Und auch wo wir unsere Grenzen ziehen oder Bedenken haben.

Eines war für uns von Anfang an klar: Das Wohlbefinden der Hunde beim Dreh war wichtiger als jede Aufnahme für den Beitrag. Denn genau das ist das Herz von Mantrailing als Enrichment: Wohlbefinden vor Funktionieren.

Vanessa und ich haben dann entschieden, dass wir diese Chance nutzen, Mantrailing als Enrichment mit diesem Beitrag sichtbarer zu machen.

Für den Drehtag brauchten wir natürlich Teams, die beim Trailen gefilmt werden können.

Wir wollten zeigen, dass wir auch mit Hunden trailen, die nicht immer 100% safe in der Umwelt sind. Und wir wollten auch ein Team zeigen, das sehr erfahren ist und den Stress durch die Begleitung eines Drehteams (Kameramann, Tontechniker und Journalistin) gut aushalten kann.

Da fiel unsere Wahl sofort auf Tina Dörner aus Baierbrunn, selbst Hundetrainerin für Mantrailing. Sie war mit ihrer bezaubernden Lila auf vielen meiner Seminaren und ist Teil meiner Membership. Die beiden sind ein Dreamteam und können einen guten Eindruck vermitteln, was möglich ist. Und Tina war sofort bereit, für den Dreh hier her zu kommen.

Da waren sie also. Drei Trainerinnen, die gemeinsam sichtbar machen wollten, was Mantrailing als Enrichment bedeuten kann.

Kooperation statt Konkurrenz

Es ist beileibe nicht selbstverständlich, dass Trainer*innen so miteinander kooperieren, obwohl sie im überlappenden Einzugsgebiet die gleiche Zielgruppe ansprechen. Wir könnten uns auch als Konkurentinnen sehen.

Aber uns verbindet die Begeisterung für ein Mantrailing Training, bei dem das Wohlbefinden der Wegweiser ist, so sehr, dass es uns wichtiger ist, diese Botschaft sichtbar zu machen, als persönlich Kund*innen daraus zu gewinnen.

Vanessa hat mich und Tina um Unterstützung gebeten, obwohl sie damit nicht alleinig als Anbieterin sichtbar wird.

Tina hat als Hundebesitzerin mitgemacht, ganz ohne dass sie als Anbieterin sichtbar wird.

Und ich habe mich der Unterstützung von Mantrailing Kolleg*innen verschrieben. Bei mir können also grundsätzlich Kolleg*innen mit ihren Hunden an meinem Training teilnehmen. Auch dann, wenn sie selbst Mantrailing in ihrer Hundeschule anbieten. Auch wenn das im gleichen oder benachbarten Landkreis stattfindet.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass uns eine gemeinsame Trainingsphilosophie und Haltung im Umgang mit Hunden verbindet.

Wir drei, Vanessa, Tina und ich haben also gemeinsam das Material geliefert, aus dem Stefanie Benke ihren Beitrag erstellen konnte.

Was Fernsehen zeigen kann - und was nicht

Bereits bei der Besprechung im Vorfeld wurde klar, dass „einen Fernsehbeitrag erstellen“ und „Mantrailing als Enrichment“ unterschiedliche Ziele verfolgen.

Was sich tatsächlich als kleine Herausforderung darstellte, ist, dass gutes bedürfnisorientiertes Mantrailing nicht wirklich spektakulär aussieht. Zumindest nicht für die Kamera. Vieles von dem, was die Qualität ausmacht, passiert im Kleinen und langfristig – und bekommt genau deshalb oft weniger Aufmerksamkeit, als es verdient.

Ein Fernsehbeitrag soll Aufmerksamkeit erregen. Unspektakuläre Bilder mit langen Erklärungen funktionieren da nicht.

Was der Beitrag von Stefanie Benke wirklich schön mit den Filmaufnahmen transportiert:

✨ beim Mantrailing kann wirklich nett mit den Hunden umgegangen werden

✨ die Hunde sind im Flow und nicht im Rausch der Arbeit

✨ es können auch Hunde beim Trailen dabeisein und davon profitieren, die nicht immer 100% fein mit der Umwelt sind. Das macht Mut!

✨ die Stimmung im Training ist ruhig und wertschätzend

✨ Unterschiedliche Motivationen fürs Trailen werden angesprochen

✨ Mantrailing darf Spaß machen. Vertrauen ist wichtiger als Perfektion.

Der Trainingsansatz hinter Mantrailing als Enrichment lässt sich in diesem Zeitrahmen natürlich nicht ansatzweise umfassend darstellen. Das war allerdings auch gar nicht das Ziel des Beitrages. Da ging es um „Mantrailing“. Und wir sehen es als großes Glück, dass mit Vanessa eine Trainerin angesprochen wurde, die Mantrailing mit Wohlbefinden als Wegweiser durchführt. Das war auch ein Grund, uns für diese Chance auszusprechen und die Risiken in Kauf zu nehmen.

Welche Risiken haben wir überhaupt gesehen? Nun, Mantrailing ist extrem komplex. Wenn es als Enrichment durchgeführt wird, kommt nochmal ein anspruchsvoller Fokus dazu. Da kann beim Kürzen und Zusammenfassen einfach viel schieflaufen. Da können Zitate ohne den exakten Zusammenhang eine andere Interpretation zulassen.

Außerdem war uns bewusst, dass sich die Qualität eines Trainings optisch und schon gar nicht in der Kürze eines Fernsehbeitrags gut darstellen lässt.

Wir sahen das Risiko, dass Action-Szenen Vorrang bekommen – unabhängig davon, ob sie das repräsentieren, was unser Training ausmacht oder nicht.

Deswegen waren wir uns der Verantwortung so bewusst, gute Szenen für den Dreh zu liefern, die sowohl den Anforderungen des BR-Teams als auch den Bedürfnissen der Hunde und Teams gerecht werden.

Ich denke, dieser Drahtseilakt war es wert, balanciert zu werden. Das Ergebnis spricht für sich. Der Beitrag macht Lust auf Mantrailing und zeichnet ein Bild, das mit unseren Ansprüchen einhergeht.

Gleichzeitig gab es aber auch viele wichtige Aspekte, die im fertigen Beitrag keinen Platz finden konnten.

Was der Beitrag nicht zeigt: Die vielen tollen Entscheidungen, die Ajnur auf dem Trail getroffen hat, die vielen Außenreize, die er ignorieren konnte. Gezeigt wurde seine Reaktion auf den bellenden Hund am Gartenzaun.

Aus dramaturgischer Sicht für einen Fernsehbeitrag total nachvollziehbar. Daher bin ich extrem dankbar, dass mein Kommentar danach auch Raum bekommen hat. Das ordnet das Geschehen wunderbar ein und kann eben auch Menschen Mut machen, deren Hund auch so reagiert hätte.

Was in dem Beitrag auch keinen Platz gefunden hat war der Trail des vierten Teams, Elfis Trail. Denn Elfi hat uns ganz deutlich gezeigt, dass ihr das Kamerateam zu nah an der Zielperson stand. Deswegen hat sie Meideverhalten gezeigt und hat sich nicht zur Zielperson bewegt, sondern ist ausgewichen.

Das Kamerateam hat sie deutlich stärker beeinflusst, als wir vermutet hatten. Natürlich haben wir den Trail für Elfi noch mit Erfolg enden lassen, indem wir die Zielperson zu ihr geschickt haben. Und natürlich hat Elfi nach Abschluss der Dreharbeiten noch einen Trail bekommen, bei dem sie wie gewohnt trailen und die Zielperson aufsuchen konnte.

Gerade beim Thema Motivation für das Trailen gibt es sehr unterschiedliche Ansätze und Sichtweisen. Beim Mantrailing als Enrichment steht das Wohlbefinden des Hundes im Mittelpunkt. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen Hunde im Flow arbeiten können – nicht aus Verlustangst, die beispielsweise eine Suche nach der eigenen Bezugsperson auslösen kann.

Unser Ziel ist eine Suchaufgabe, die von Bedürfniserfüllung, Selbstwirksamkeit und Freude an der gemeinsamen Aufgabe getragen wird.

Stefanie Benke hat es in dem Beitrag wunderschön auf den Punkt gebracht:

Hier zählt nicht Perfektion, sondern Vertrauen. Mensch und Hund wachsen als Team zusammen. Schritt für Schritt. Spur für Spur und haben vor allem Freude daran.

Mein Fazit

Sind wir ein Risiko eingegangen? Ja, sind wir.
Haben wir es bereut? Nein, absolut nicht.
Sind wir mit dem Ergebnis zufrieden? Ja, absolut!

Diese Aktion war eine sehr spannende Erfahrung. Mal live zu erleben, was es bedeutet,

  • Material für einen kurzen Fernsehbericht aufzunehmen.
  • Verkabelt einen Trail zu begleiten, während ein Fernsehteam folgt.
  • Unter Beobachtung ein gutes Training zu gestalten.

Zu erleben, was das Erstellen eines Fernsehbeitrages für Anforderungen stellt und wo die von unseren Vorstellungen abweichen können. Und wie anspruchsvoll es sein kann, diesen Drahtseilakt verantwortungsbewusst für alle Beteiligten zu balancieren.

Danke an Stefanie Benke für die Idee und die Umsetzung.
Danke an Kameramann Robert für sein Verständnis und an Tontechniker Norbert für seine Geduld.

Ein besonderes Highlight war jedoch die wunderbare Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen Vanessa und Tina. Der Einsatz und das Vertrauen meiner teilnehmenden Trailteams berührt mich sehr.

Eines ist mir jedoch wieder klar vor Augen geführt worden:  Mantrailing als Enrichment ist so viel komplexer, als es auch nur ansatzweise in einem Fernsehbeitrag von wenigen Minuten dargestellt werden kann. Das war allerdings auch gar nicht das Ziel des Beitrages. 

Um diesen Trainingsansatz umfassender darzustellen gibt es andere Möglichkeiten, wie beispielsweise mein Buch oder auch die Membership für interessierte Mantrailing Trainer*innen.

Dieser Beitrag hat jedoch geschafft, Lust auf Mantrailing zu machen. Und dabei eine Trainingsatmosphäre gezeigt, die unserer Arbeitsweise im Großen und Ganzen entspricht. 

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Ich bin Astrid Sperlich, Fachfrau für ein Mantrailing Training, das Mensch-Hund Teams zum Strahlen bringt.

Mit fachlichem Scharfsinn und Blick auf die Bedürfnisse beleuchte ich Dein Training von allen Seiten. Ich unterstütze Dich dabei, Deinen Weg als Mantrailing Trainer*in zu finden. Vor Ort in Oberbayern & online, persönlich & in einer starken Gemeinschaft.

Für den IBH leite ich die Mantrailing-Trainer*innen Weiterbildung, die den Schwerpunkt auf Enrichment setzt. Meine Mission: Mensch & Hund mit Mantrailing wirklich glücklich machen und nicht nur auslasten. Probleme lösen, statt neue schaffen.

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