Interview mit Gerd Schreiber: Enrichment als Basis, L.I.F.E. als Kompass

Titelbild zum Podcast-Interview mit Gerd Schreiber: Enrichment als Basis und L.I.F.E. als Kompass im Training. Gerd Schreiber sitzt mit seinen zwei Hunden Enya und Jim auf einer Wiese.
Geschätzte Lesedauer: 54 Minuten

Ein Interview mit Gerd Schreiber über Enrichment und L.I.F.E. im Training.
Warum funktionaler Erfolg allein nicht reicht
und was Training wirklich wirksam und stimmig macht – für Hunde und Menschen.


🎙️Interview anhören

Du kannst Dir das Interview direkt hier anhören:

Worum es in diesem Interview geht

Enrichment als Grundlage, L.I.F.E. als Kompass.

Warum lohnt sich der ganze Aufwand rund ums Mantrailing?
Diese Frage zieht sich – unausgesprochen, aber deutlich – durch das gesamte Gespräch mit Gerd Schreiber.

Im Interview spricht Gerd über Enrichment als Grundlage eines guten Lebens mit Hund und über das L.I.F.E.-Konzept (Least Inhibitive, Functionally Effective) nach Eduardo Fernandez als Orientierung für Trainingsentscheidungen. Er macht deutlich, dass Training dort wirksam wird, wo Hunde Wahlmöglichkeiten haben, Verhalten zeigen dürfen, das für sie funktional ist, und wo Wohlbefinden kein Nebenprodukt, sondern Teil des Ziels ist.

Mantrailing wird im Gespräch immer wieder zum Prüfstein dieser Haltung. Gerd beschreibt, warum gerade hier sichtbar wird, was Enrichment wirklich bedeutet: Entscheidungsfreiheit auf dem Trail, sinnvolle Übergänge, das Aussteigen-Dürfen – und die Verantwortung, Training so zu gestalten, dass Hunde langfristig stabil, kooperativ und leistungsfähig bleiben. Nicht trotz dieser Freiheit, sondern gerade wegen ihr.

Aus meiner Praxis bringe ich ein, wie sich diese Haltung im Mantrailing konkret zeigt: im Umgang mit Pausen, im bewussten Setzen von Rahmenbedingungen und im Vertrauen darauf, dass Hunde Leistung schenken, wenn sie sich sicher fühlen. Genau hier liegt die besondere Qualität des Mantrailings – und auch der Grund, warum es anspruchsvoll ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Gesprächs ist der soziale Raum, den Mantrailing eröffnen kann: für Hunde, die im Alltag oft an Grenzen stoßen, und für Menschen, die über gemeinsame Erfolgserlebnisse wieder Verbindung, Austausch und Zuversicht erleben. Voraussetzung dafür ist eine Gestaltung, die trägt – für alle Beteiligten.

Zum Abschluss formuliert Gerd vier zentrale Fragen, die als Kompass im Training dienen können. Fragen, die helfen, Entscheidungen bewusster zu treffen und den eigenen Blick zu schärfen – unabhängig von Methode oder Disziplin.

Das Interview als Ganzes gibt eine klare Antwort auf die Frage, warum sich der Aufwand rund um Mantrailing als Enrichment lohnt.

Das Interview ist vollständig veröffentlicht und kann hier sowohl angehört als auch als Lesetranskript nachgelesen werden.

Wenn ein Hund nur darf, wenn er soll, aber nie kann, wenn er will,
dann mag er auch nicht, wenn er muss.

Wenn er aber darf, wenn er will, dann mag er auch, wenn er soll
und dann kann er auch, wenn er muss.

Denn: Hunde, die können sollen, müssen auch wollen dürfen.

Interview – Lesetranskript

Hinweis: Das Transkript wurde für Deinen Lesegenuss behutsam überarbeitet

Astrid:
Ja, dann möchte ich euch alle heute zur aktuellen Folge begrüßen und ich freue mich sehr, dass ich heute nicht alleine da sitze, sondern dass ich den wunderbaren Gerd Schreiber hier im Podcast habe.

Lieber Gerd, vielleicht vorweg eine kurze Geschichte, das weißt du wahrscheinlich gar nicht. Es ist schon einige Jahre her, da bin ich bei dir in einem Webinar drin gesessen zum Thema Enrichment und je länger das Webinar lief, gegen Ende ist es mir dann wie Schuppen von den Augen gefallen: Wenn man Mentrailing so macht, dass es Enrichment ist, was das für Potenzial hat.

Und deswegen bist du mir da tatsächlich auch ganz besonders in Erinnerung geblieben, weil das für mich wirklich der Startschuss war zu sagen, diese Haltung, das möchte ich mit Mantrailing erreichen, weg von Funktion, weg von Leistung, sondern hey, das soll’s werden.

Gerd:
Oh, wie cool. Vielen Dank und halli hallo, liebe Astrid.

Astrid:
Ja, Gerd, magst du mal für die paar wenigen, die dich vielleicht noch nicht kennen, dich ganz kurz vorstellen?

Gerd:
Ja, das mache ich gerne. Mein Name ist Gerd Schreiber, ich komme aus der Nähe von Lüneburg und bin Berater für Menschen mit Hunden, bin darüber hinaus im I.B.H., im internationalen Berufsverband für Hundeunternehmerinnen und Unternehmer, bin da auch der dritte Vorstand, Mitglied im Ausbildungsrat und bin Dozent für diverse Hundethemen, meistens so Alltagsthemen, Angst, Aggression, Bewältigungsgeschichten, Enrichment, im deutschsprachigen Raum.

Das heißt, ich tingel so jedes Wochenende irgendwo in Deutschland, Schweiz, Österreich durch die Gegend und gebe dann Seminare. Bin desweiteren noch Dozierender bei Cumcane Familiari in der Schweiz, wo wir angehende Hundetrainer*innen in der Basisfachausbildung ausbilden, Weiterbildungsangebote haben zur Verhaltensberaterin, zum Verhaltensberater, Welpen-Hundebegleitung. Coach in Advanced Training, also fortgeschrittenes Training, Nasenarbeit, also Rundumschlag und bin auch Dozent bei der ATN. Ja, das ist so so mein mein Tätigkeitsbereich.

Astid:
O. K., jetzt ist ja schon ’n paar Mal das Wort Enrichment gefallen und im Zusammenhang mit Enrichment kommt mir tatsächlich immer auch der L.I.F.E.-Ansatz in den Kopf. Das ist genau auch das Thema, um das es heute gehen soll. Magst du uns dazu was erzählen, wie du dazu gekommen bist, welche Bedeutung oder welche, ja welcher Unterschied zu zu anderen Konzepten oder Ideen einfach da drin steckt?

Gerd:
Mhm, ja, können wir ja gerne ein bisschen bisschen ausholen, bisschen Zeit haben wir ja heute. Unser Ansatz, bei dir ja ganz genauso ist ja, dass wir gewaltfrei möglichst über positive Verstärkung arbeitend mit unseren Hunden leben, sie lehren, wie sie in der Welt zurechtkommen. Früher hat man Enrichment ja so als Add-on gesehen also wenn dann irgendwie so am Tag dann noch irgendwie ein paar Kekse über sind dann hat man die dann irgendwo eine im Futterpuzzle eingearbeitet und dann konnte der Hund irgendwie was was Schönes machen oder man hat noch mal irgendwie draußen eine kleine Futtersuche gemacht oder irgendwie sowas also Enrichment so als defizitorientiert ausgleichend.

Das hat sich im Laufe der Jahre geändert so dass wir heute eigentlich das Enrichment als die Basis für die Hundehaltung sehen, zumindest so in meiner Bubble und unserer Bubble. Das heißt, dass wir versuchen, den Hunden ein lebenswertes Leben zu bieten und ihren ihren Lebensalltag entsprechend zu bereichern auf verschiedensten Ebenen. Ebene der sicheren Umwelt, also dass wir mit dem Hund irgendwo in in in die Umwelt gehen, wo sie sich sicher fühlen, wo sie artspezifische Verhalten zeigen können, Hund sein können, darüber hinaus aber auch, dass sie lernen, Situationen zu bewältigen, also nicht nur einfach: ‚Hey, OK, wir lassen mal die Hunde ein bisschen rum rumlaufen und werfen Kekse durch die Gegend‘, sondern wir, wir lehren sie natürlich auch, wie sie Situationen bewältigen können, wie sie ja sagen können, wie sie nein sagen können, wir lehren sie auch, wie sie belastbar werden.

Also ist es nicht so, dass wir jetzt irgendwie die ganze Zeit Stress vermeiden, sondern dass sie auch wirklich voll in die Belastung gehen können. Im dicksten Trubel von Hamburg im Straßenverkehr bestehen können oder Hundebegegnungen bestehen können, im wildreichen Gebiet arbeiten können, aber halt so, dass sie es bewältigen können und ja, entsprechend eine eine gewisse Resilienz aufbauen können. Das so als als Basis, wie wir, wie wir daran gehen. Unterm Strich, aber wie gesagt, steht, dass die Hunde ein lebenswertes Leben haben sollen und nicht nur wie es wie es früher so gedacht war, na ja, die Abwesenheit von Hunger, die Abwesenheit von Durst, die Abwesenheit von Schmerzen. Sondern halt ein bisschen progressiver gedacht.

Den Hunden soll es gut gehen. Weil ein Hund, dem es gut geht, der zeigt auch weniger unerwünschte Verhalten, der ist auch weniger ängstlich, der ist weniger aggressiv und von daher haben eigentlich alle irgendwie so ’n bisschen was davon.

Astrid:
Ja, und das find ich einfach auch so besonders, dass wir auch mit allem, was wir mit dem Hund machen, nicht nur sagen, na ja, es soll halt nicht schlimm sein, sondern es soll tatsächlich was richtig Gutes bei rauskommen am Ende des Tages. Also auch wenn ich mich ganz gezielt für ’ne Beschäftigung entscheide und auch wie ich das Training gestalte.

Gerd:
Mhm, genau, nur weil wir über positive Verstärkung arbeiten, heißt es ja noch nicht, dass dass es den Hunden dabei gut geht. Also, ich kann auch über positive Verstärkung schlecht arbeiten und den Hund noch mehr in Konflikte bringen, die die Belohnungsmöglichkeiten halt schlecht ansetzen, was jetzt erstmal nicht ganz so gravierend ist, dass es dem Hund jetzt irgendwie per se körperlich schlecht geht.

Aber es geht halt besser und da versuchen wir halt irgendwie hinzukommen, dass wir dieses es geht auch besser, dass wir das weiter rausarbeiten, immer sorgsamer reflektieren, immer immer besser anbringen können und natürlich auch für Hundehaltende leicht umsetzbar anbringen können.

Und das ist ja auch ’n bisschen so dein Ansatz im Mantrailing, dass es da eben nicht nur in erster Linie um Funktionieren und Ankommen geht, sondern dass es den Hunden da auch gut geht. Und da schlag ich einmal ganz kurz, die Brücke zum zum L.I.F.E.-Konzept von Eduardo Fernandez, einem Neuseeländer, oder Australier irgendwo da, so Down Under kommt er her. Der sich halt viele Gedanken gemacht hat, wie können wir Training gestalten, dass das Wohlbefinden der Tiere gewährleistet ist, aber dass wir in unserem Training, also das, was wir mit dem Tier machen wollen, eben auch Erfolg haben können.

Und da geht es eben darum, die die Trainingsprozesse so zu gestalten, dass es den Hunden gut geht und dass wir unser Trainingsziel erreichen und beides muss muss gegeben sein, also nicht nur O.K., Ziel erreicht, super, sondern O.K., hat hatte der Hund was davon? Hab ich, hab ich mit ihm etwas gemacht, was sein Leben jetzt etwas bereichert hat? Wenn das der Fall ist, super, freuen wir uns. Ziel erreicht, wenn das nicht der Fall ist, O.K., dann ist das jetzt auch nicht irgendwie super dramatisch. Also muss man sich jetzt nicht einen riesen Kopf machen, aber vielleicht kann man sich ja dann Gedanken machen, O.K., was kann ich dann vielleicht beim nächsten Mal verändern, dass der Hund da wieder ein bisschen mehr von hat.

Ja, kannst, kannst du das eigentlich in deinem Metier, du, du hast jetzt ja auch ein Buch geschrieben zum zum Mantrailing, wo ich das Vorwort schreiben schreiben durfte, kannst, kannst du das da gut unterbringen, diese diese Gedanken?

Astrid:
Ja, wobei sich ich finde gerade beim Mantrailing sehr hartnäckig der Gedanke hält, Mantrailing ist immer bedürfnisorientiert, weil das ist selbst belohnend, wie Nasenarbeit halt immer selbst belohnend ist. Und allein die Tatsache, dass man Mantrailing macht, ist schon gut.

Und ich sehe das in der Praxis halt einfach ganz, ganz anders. Ich sehe Hunde, die beim Mantrailing extrem gestresst sind und das ist so ein Punkt, der mir einfach wirklich in der Seele weh tut, weil es geht anders. Es ist überhaupt gar kein Problem und ich muss  aber auch überhaupt nicht auf Leistung verzichten, aber ich setze die Prioritäten eben anders. Ich sehe es so, wie du eben gesagt hast, der Hund muss was davon haben und ich opfere dem Ziel nicht, dass es dem Hund dabei gut geht.

Und es ist einfach immer wieder so spannend zu sehen, dass die Hunde, die aussteigen dürfen aus der Suche, die unterbrechen dürfen, dass die es langfristig nicht mehr müssen, dass die es langfristig durchziehen, dass die nicht mehr schnüffeln, sondern weniger schnüffeln, dass die besser durch den Trail kommen.

Und so wie du gesagt hast, wenn es mal nicht so läuft, wie man es denkt, dass man eben nachhakt: Was kann ich denn ändern? Wie muss ich das Training ändern? Und das ist eben auch mein Ansatz, dass ich sage: Wenn der Hund aussteigt aus der Suche, dann ist nicht der Fehler beim Hund, sondern dann muss ich mich an der eigenen Nase packen und überlegen, warum ist der Hund ausgestiegen und wie muss ich das Training, das Trailen, den Trail für diesen Hund gestalten, dass er wieder einsteigt, dass er Spaß dabei hat, dass er dabei bleibt.

Gerd:
Das ist ja ein, das ist ja ein total spannender Punkt, ne? Also wenn wir auf das Wohlbefinden der Tiere achten, ja auch im im Alltagstraining, dass wir Leistung automatisch irgendwie mitbekommen. Also die die Hunde, wenn sie dann richtig Lust dazu haben oder oder ja, manchmal vielleicht auch sogar den Sinn in in einer Aufgabe durchblicken, was was ich in vielen Fällen tatsächlich denke, so ah ja, O. K., so funktioniert das und ey, da hab ich Bock drauf, dass die, dass die Leistung dann ganz automatisch kommt. Und vor allem die Hunde mit diesen Situationen viel, viel besser umgehen können und resilienter werden, ne.

Also wenn dann nachher so die Basis gelegt ist und irgendwie irgendwelche Störungen treten auf oder sie, sie haben mal ein Misserfolg oder so, können die das viel, viel besser verpacken, als wenn man da irgendwie die Hunde eh schon frustriert.

Aber was ich noch ein ganz, ganz anderer Wink Blickwinkel hast, vielleicht kannst du das auch so ein bisschen unterstützen. Du hattest gerade von Aussteigen gesprochen, dass die Hunde aussteigen können. Das greift ein einen Punkt des Engagements ja auf, nämlich Entscheidungsfreiheit und Kontrolle zu haben. Und wir wissen seit spätestens 2010 oder 11 ich weiß nicht wann die Studie rauskam, ich weiß jetzt gerade nicht, wie die heißt, ich guck es, ich such sie gleich mal raus, dass Kontrolle zu haben ein Bedürfnis ist und wenn wir diesem Bedürfnis, also nicht nur beim Menschen, Kontrolle zu haben. Wir wollen ja auch mal alles kontrollieren, sondern auch bei bei anderen Tierarten, natürlich auch beim Hund und dass die Hunde ja sagen können, nein sagen können, wenn irgendwas nicht passt, gibt ihnen Kontrolle und allein die Möglichkeit zu haben, diese Kontrolle auch auszuüben, ist ist ein Leistungsbooster im im Prinzip.

Wenn man es dann erkennt und wenn wir unseren Ansatz so verfolgen, bedürfnisorientierten Ansatz und dann aber auch mit mit dem L.I.F.E. Prinzip, wo wir gleich noch mal ein bisschen weiter drauf eingehen werden, tiefer tiefer reingehen, dann erkennen wir ja auch Störungen viel, viel schneller. Wo der Hund in Konflikt kommt, da wo der Hund eventuell aussteigen würde, könnte und dann geht es halt darum zu sehen, O. K., was macht er mit der Situation, steigt er wirklich aus, braucht er Hilfe oder kann er tatsächlich weitermachen und so wie du gerade eben sagtest, die Hunde steigen immer weniger aus.

Astrid:
Ja, aber sie dürfen aussteigen, sie dürfen auch ganz aussteigen. Und zwar das Besondere ist, sie dürfen verlustfrei ganz aussteigen. Wir sorgen trotzdem dafür, dass sie den Jackpot bekommen, auch wenn sie aus der Suche aussteigen. Das ist ja tatsächlich auch extrem wichtig und das ist ’ne ziemliche Gratwanderung zu erkennen: braucht der Hund nur ’ne Pause oder steigt er wirklich aus. Aber beides ist extrem wertvoll für die Hunde.

Gerd:
Wobei der der der der erste Schritt ist ja immer dasselbe, ne, also egal ob der jetzt komplett aussteigt oder einfach nur eine Pause braucht, der zeigt irgendwie ein Verhalten, was nicht mehr zu der Aufgabe passt, entweder geht er schnüffeln oder wendet sich an die Bezugsperson. Und dann können wir ja mal gucken, was passiert, wenn es den Hunden wieder ein bisschen besser geht, steigen sie wieder ein, haben sie Bock noch weiterzumachen oder sagen sie „reicht für heute“.

Wie nehmen deine deine Kundinnen und Kunden das so so an, wenn der Hund Nö oder Ja sagt?

Astrid:
Ganz unterschiedlich, die, die von Anfang an bei mir sind, die wachsen damit auf, für die ist das völlig normal und völlig natürlich.

Menschen, die vorher woanders getrailt haben, finden den Gedanken erst mal schon befremdlich.  Sie haben auch Sorge, wenn sie den Hund auf dem Trail schnuppern lassen, pieseln lassen, sagen, kommt immer: „Ja, aber der soll doch arbeiten.“ Und sie haben dann wirklich Sorge, dass der seinen Job nicht mehr macht, sondern dass der dann ja nur noch schnüffeln geht.

Und ich sage immer, na ja, es ist halt ’ne Antwort auf die Aufgabe, die wir ihm gestellt haben. Und wenn er das braucht, dann müssen wir halt unsere Aufgabe ein bisschen anders stellen und dafür sorgen, dass er sich wieder der Aufgabe widmet, wenn uns das wichtig ist. Und dass er sie wieder gerne und gut machen kann.

Es ist zwar für uns Trainerinnen ein bisschen anspruchsvoller, als von hinten Druck zu machen und den Hund wieder zum Trailen zu bringen, aber ich finde, es macht Riesenfreude. Und es ist superschön zu beobachten, wie die Menschen das auch immer mehr annehmen und sagen: „Stimmt, jetzt schnuppert er ja gar nicht mehr oder er schnuppert nur mal kurz“ oder „hey, der ist sonst ziemlich schnell unterwegs. Diese Schnupperpausen sind auch für mich mal ganz entspannend zum wieder Durchschnaufen und den Arm ausschütteln.“

Ich nutze das ganz gezielt auch, das Training, um das Bild vom Hund, die Gedanken, die da so im Hintergrund laufen, die von sonst woher kommen, einfach auch ein bisschen zu reframen und zu hinterfragen und zu gucken, was zeichnet denn dieser Gedankengang? Ja, der soll doch arbeiten. Und was zeichnet das über den Hund für ein Bild und will ich das Bild?

Und Menschen, die zu mir kommen zum Trailen und auch Trainer und Trainerinnen, die das bei mir lernen, die wollen eben nicht einen Hund, der auf Funktion „Ansetzen Ankommen“, sondern die wollen es als als wertvolle Beschäftigung für die Hunde, für den Hund und für den Menschen.

Und die sind super dankbar, dass ich ihnen in vielen Dingen einfach Druck rausnehmen kann und sagen kann, braucht der Hund nicht, lass ihn, alles gut. er schenkt dir die Leistung hinterher trotzdem, vertrau ihm.

Gerd:
Mhm, find ich, find ich großartig, was du gerade berichtet hast. Aber auch, dass es so ’n menschliches Denken, ja, ist, oh, ich, das, das muss doch jetzt, sonst, sonst geht es nicht und das erlebe ich natürlich auch immer in meinem Beratungsalltag, aber auch auf Seminaren, dass noch ganz, ganz stark in den Köpfen drin ist, wenn ich ihm das jetzt durchgehen lasse, Dann, keine Ahnung, ist die Welt verloren oder dann wird er der nächste Präsident der Vereinigten Staaten, was glaube ich gar nicht so schlecht ist, wenn da mal ein Hund hinkommt oder kein keine Ahnung. Also dieses, dieses, das, das kann man ihm doch jetzt nicht durchgehen lassen, hatte ich heute auch wieder ein Gespräch: „aber dann ist er jetzt damit durchgekommen“. Ja, und? Und da eine gewisse Gelassenheit zu zu entwickeln und so den kulturellen Nebel so ein bisschen zur Seite zu wischen, dass es eigentlich gar nicht schlimm ist, wenn der Hund mal nein sagt. Im Gegenteil, das ist eigentlich ganz, ganz viel auf das Vertrauenskonto einzahlt, auf das Bindungskonto einzahlt, wenn wir dann auch noch damit gut umgehen.

Und das, was du vorhin gesagt hast, dass die Hunde nicht leer ausgehen, sondern halt was, was kriegen, trotzdem sie ausgestiegen sind. Ein Nein darf halt nicht bestraft werden, das sowieso nicht, aber wird auch nicht einfach nur ignoriert, sondern der Hund bekommt auch auch irgendwie noch eine Kleinigkeit.

Man kann es auf die Spitze treiben und sagen, OK, egal was der was der Hund an Verhaltensreaktionen zeigt, der bekommt immer die gleiche Belohnung, dann ist es quasi tatsächlich die Art und Weise, wie ich die Aufgabe stelle, wie ich mit dem Hund die Aufgabe arbeite, wie wir zusammen das Ganze bewältigen. Der Faktor, dass er dann immer immer mehr das macht, was ich machen möchte, können natürlich auch sagen, OK, wenn der Hund nein sagt, dann kriegt er halt ein bisschen Trockenfutter, ansonsten würde er irgendwie den Käse kriegen oder so, also da kann man so ein bisschen mit den Belohnungen sicherlich spielen, trotzdem darf darf nein nicht nicht leer ausgehen.

Und das ist auch ein Teil jetzt jetzt zieh ich so ein bisschen die Brücke vom Enrichment, also der der Grundhaltung, wie Hunde leben sollen, nämlich ein lebenswertes Leben haben zum L.I.F.E. Konzept von Eduardo Fernandez. L.I.F.E. ist ein Akronym für

  • least inhibitive
  • functionally effective

Also am wenigsten hemmend in alle Richtungen und funktional effektiv. Und das meint halt, dass wir möglichst wenig die Hunde, die natürlichen Hundeverhalten hemmen sollen, möglichst wenig, also nicht das dürfen wir nicht, sondern möglichst wenig und dass die Hunde aber Verhalten zeigen, die für sie funktional sind, also dass sie ihren Bedürfnissen nachgehen können, dass sie ihre Bedürfnisse befriedigen können und Verhalten steht ja immer aus einem Bedürfnisdefizit. Also sie haben irgendwie ein Bedürfnis und das soll befriedigt werden und deswegen zeigen sie dieses Verhalten und die Funktion von diesem Verhalten ist eben, dass dieses Bedürfnis dann auch befriedigt wird.

Und daraus ergeben sich dann 3 Kategorien beim L.I.F.E.-Konzept, nämlich einmal, dass die Hunde lernen, bedeutungsvolle Entscheidungen treffen zu können, bedeutungsvoll für sie. Ja, ich kann ja sagen, ich kann nein sagen und somit ihre Umwelt entsprechend kontrollieren können. Und wir gestalten die Umwelt so, dass sie natürlich möglichst häufig ja sagen zu dem, was wir dann so so machen wollen. dass wir erkennen, welche Bedürfnisse die Hunde haben und dass ihre Verhaltensweisen funktional werden, dass sie auch ihre Bedürfnisse befriedigen können und dass wir darüber dann den Trainingserfolg maximieren.

Und noch mal, Trainingserfolg haben wir dann, wenn es dem Hund gut geht und wir unser Trainingsziel erreicht haben. Nicht nur einfach, wenn wir das Trainingsziel erreicht haben, sondern dass es dem Hund gut geht und er tatsächlich etwas von der Interaktion hatte und wie gesagt, wenn das mal nicht funktionierte, dann ist das auch nicht schlimm, dann gucken wir unsere Trainingsnotizen an, vielleicht unsere Aufzeichnungen, die die Videoaufzeichnungen, gucken was, was könnte ich denn jetzt noch machen, damit das vielleicht beim nächsten Mal besser klappt. Und wenn uns da nichts einfällt, na ja, dann ist das auch so, wir haben ja verschiedene Aktivitäten am Tag, wo wir mit dem Hund arbeiten können und vielleicht fällt uns ja morgen oder übermorgen dann auch was ein.

Also no pressure, jede, jede, jede kleine Interaktion zählt halt und unterm Strich ist dann die Summe der erfolgreichen Interaktion mit dem mit dem Hund. Dieses L.I.F.E. Programm, na ja, wie, wie, wie würdest du das nennen, dieses L.I.F.E. Konzept ist ja auch quasi eine eine Weiterentwicklung von ganz, ganz vielen anderen guten Gedanken, die sich irgendwie so im Laufe der Zeit ergeben haben. Mir fällt da Lima ein, was am Anfang ja ja stand oder auch das LEBI.

Wie lange bist du schon so dabei? Auch schon ewig, ne?

Astrid:
Nee, tatsächlich nicht ewig und ich habe tatsächlich auch erst angefangen mit Mantrailing mit dem Fokus auf Funktion, bis mir dann eben mit dem Gedanken Enrichment klar geworden ist, das ist das, was ich machen möchte. Weil das auch bei mir und meinem Hund damals der Gamechanger war und ich übers Mantrailing bei ihm überhaupt wieder einen Fuß in die Tür gekriegt habe. Dass er gesagt hat, okay, wir machen wieder was zusammen.

Ja, ich bin, als ich den Calimero bekommen habe, am Anfang leider in einer für uns ungünstigen Welpenstunde gelandet und Junghundestunde und habe so die typische Karriere mit einem Hund, der dann schreiend auf 2 Beinen stand, wenn er andere Hunde gesehen hat, draußen überhaupt nicht mehr ansprechbar war. Und bei einem 25 Kilo Husky hatte ich da echten Leidensdruck, ich muss es so sagen.

Und da war das Mantrailing für mich der Gamechanger, weil plötzlich alles das, was Calimero so auf dem Hundeplatz als „schlechten Hund“ hat erscheinen lassen, beim Trailing plötzlich super erwünscht war. Er schaut nicht auf mich, er macht sein Ding und er geht nach vorne und er setzt seine Nase ein. Derselbe Hund war unter einem anderen Blickwinkel plötzlich großartig. Und das ist das, was mich ja auch am Mentrailing so fasziniert, dass wir den Blick wegkriegen vom Problem. Und Hunden, die im Alltag auch Baustellen haben, trotzdem eine so ja zutiefst beglückende Beschäftigung bieten können, und zwar nicht nur für den Hund, sondern auch für den Menschen.

Und das ist eben mein Ansinnen, diesen Bogen zu spannen, diese Kombi hinzukriegen, eben nicht nur den Mensch, sondern tatsächlich auch für den Hund gut, weil es ist nicht selbstverständlich bedürfnisbefriedigend, sondern man muss schon gucken, wie es denn aufgebaut ist, wie es denn gemacht wird. Und ja, ja, so war mein Weg dazu. Und drum, als ich das eben realisiert habe und gemerkt habe, sobald es wieder anfängt auf Funktion mit Druck zu gehen, steigt mir der Hund wieder aus. Ein ganz klassisches Beispiel, Calimero sollte, die Hundeschule hat auf einen von einem Tag auf den anderen entschieden, dass die Hunde nach dem Trailen im Beifuß an der kurzen Leine zurück zum Auto gehen müssen. Das ist Höchststrafe für meinen Hund gewesen. Wir haben das nie geübt, er konnte das nicht. Es war der pure Frust für uns beide. Und was ist passiert? Er hat aufgehört, die Zielperson anzuzeigen. Na klar. Ganz logische Konsequenz.

Und das war dann der Punkt, wo ich gesagt habe, nein, ich will es anders machen und habe dann entschieden, ich mache es einfach jetzt selbst anders und bin dann diesen Weg gegangen und wirklich, wirklich Fokus jetzt ganz klar Wohlbefinden und Leistung kriegen wir geschenkt. Das ist das immer wieder faszinierend.

Gerd:
Da gibt es ja, gibt es ja irgendwie so ’n so ’n schönen Spruch, ne, wenn Hunde nur nur dürfen, wenn sie müssen, dann können sie nicht, wenn sie sollen oder irgendwie sowas, kriegst du jetzt aus dem Kopf, nicht mehr, nicht mehr zusammen.

Aber dass Mantrailing für viele Hunde ja so ein so ein Türöffner auch für den Alltag ist, das hör ich auch ja tatsächlich immer wieder. Beobachtest du das auch, dass dass das so ja dieses dieses Mantrailing, also den Hund in der Nasenarbeit zu lassen und wenn es dann auch noch richtig richtig gut ist, dass sich darüber auch viele Alltagsprobleme relativieren, nicht komplett auslöschen, aber relativieren.

Astrid:
Ja. Natürlich ist Mantrailing keine eierlegende Wollmilchsau und löst alles,

Gerd:
schade eigentlich, ne?

Astrid:
Aber es kann einfach, wenn es mit den Gedanken von Enrichment gemacht wird, kann das Training eine super gute Basis sein, um den Hund überhaupt wieder kooperativ zu bekommen.

Und wir schreiben einfach ganz, ganz viele Erfolgsgeschichten, Mensch und Hund zusammen in der Umwelt, da wo sonst die Alltagsprobleme sind. In diesem Kontext schreiben wir mit gutem Mantrailing ganz viele Erfolgsgeschichten. Wir färben die Zusammenarbeit positiv. Wir lassen eben,  und das ist das Schöne am oder das Besondere find ich am Mentrailing im Verhältnis zu anderen Nasenarbeiten, der Mensch ist da dabei, der ist aktiv beteiligt. Das macht nicht der Hund alleine, sondern die machen das als Team. Und der Hund lernt eben auch seinen Menschen als verlässlichen Teampartner kennen, mit dem man tolle Erlebnisse draußen in der manchmal sonst so anstrengenden Umwelt hat.

Und darum tut es mir immer so in der Seele weh, wenn diese Chance vergeben wird, indem dann ja, „aber der muss sich erst hinsetzen, bevor er seinen Jackpot bei der Zielperson kriegt“. Wenn wir das dann einfach so, ich glaube gar nicht mal bewusst, sondern so: „ja, aber das muss so sein beim Trailen“ uns so viel von diesem Glitzer wieder kostet. Das ist so unnötig.

Gerd:
Ja, das das stimmt.

Ich hab da die die Studie gefunden, die ich vorhin erwähnt habe, das ist „Born to Choose“ aus 2010, der Ursprung und der Wert von dem Bedürfnis nach Kontrolle ist Origin and Value of the Need and for Control. Also diese Studie hat uns gezeigt, wie wichtig die ja die Fähigkeit zur Kontrolle,  Kontrolle auszuüben ist für für Tiere. Und ja, das ist auch schon wieder 15 Jahre her, ne, also es ist nicht irgendwie alles neumodischer Kram, was wir machen, sondern es ist halt irgendwie ja schon schon alles sehr sehr sehr sehr grundlegend, wie wie ich finde.

Dieses L.I.F.E.-Prinzip Konzept, Least Inhibitive, functional effective, hat hat ’ne ’ne Evolution. Evolution, also eine eine Geschichte. Es hat mal irgendwann angefangen mit mit Lima, Least Instrusive, Minimal Aversive aus dem tatsächlich traditionellen Hundetraining, wo sich die Trainer Kollegen damals, die Altvorderen, gedacht haben, O. K., wir können nicht immer mit Stufe 10 des Teletaktgerätes auf den Hund einbrezeln, sondern wir müssen das so ein bisschen abgestuft machen. Also nicht immer gleich die die große Keule rausholen, sondern das reicht ja vielleicht, wenn wir nur ein bisschen zwiebeln und deswegen least instrusive, also am wenigsten störend, minimal aversiv, wollten sie denn denn vorgehen.

Das war schon mal ein großer großer Sprung, weil diese Abstufung hat man so am Anfang ja eigentlich gar nicht gemacht, sondern OK, man hat einfach reingehauen und mal geguckt, was dann so bei rauskommt. Und das ist so ein so ein ethisches Produkt gewesen. Hey, das geht auch, wir müssen nicht immer nicht immer voll drauf hauen und das ist nachher auch so ein bisschen in das positive Training übergegangen. wo man dann gesagt hat, O. K., wir wir können ja auch positiv arbeiten.

Und daraus wurde dann so ein bisschen das LIBI Prinzip von der Susan Friedman, Least Instrusive, also das ist geblieben, am wenigsten störend, Most Positive hat sie da noch eingebaut, also am meisten positiv, aber auch noch effective, also effektive Verhaltensintervention. LIBI, Least intrusive, Effective Behavior Intervention. Das Most Positive hat sie nachher noch reingebaut, aber da passt dann das Akronym nicht. Da geht es eben darum zu schauen, haben wir denn noch andere Möglichkeiten, das Verhalten des Tieres zu beeinflussen, ohne dass wir strafen müssen.

Und da geht es natürlich auch erstmal darum, vielleicht nach der Gesundheit zu gucken, ist der Hund überhaupt fit, wenn er denn Mantraining nicht so richtig schnell läuft? Na ja, vielleicht hat er Schmerzen oder so oder einfach nicht gut drauf heute. Wie gestalten wir denn die Situation? Hat er ein Umfeld, wo es ihm gut geht, was können wir da vielleicht verändern, können wir Management betreiben.

Und das betrifft jetzt so hauptsächlich auch den Bereich des Alltagstrainings, wo wo wir ja auch in der Verhaltensberatung immer als Erstes gucken, OK, was was können wir schnell effektiv machen, dass das Problemverhalten reduziert wird. Und dass die, dass der Leidensdruck der Bezugspersonen reduziert wird und das schnellste effektive was wir machen können, ist in der Regel Management betreiben. Also wir bringen den Hund gar nicht erst in diese Situation.

Und das greift dann so eine wichtige Frage auf, ist wie es es ist. Ist es überhaupt nötig, dass ich meinen Hund in diese Situation bringe und dann guckt man, dass man die Verhaltensvielfalt steigert, dass man viele Verhalten über positive Verstärkung aufbaut, dass der Hund viel kann, aber eben auch nicht muss, aber dass es ihm dabei gut geht. Und dann geht man weiter so in die in die schwierigen Situationen rein.

Dieses Prinzip von Susan Friedman war schon mal deutlich, deutlich besser als Lima alleine und Eduardo Fernandez hat dann sich darüber Gedanken gemacht, OK wie wie wie passt dieses LIBI Prinzip, wo es ja auch um eigentlich die Belange des Menschen geht. Also der Mensch sagt OK, ich möchte, dass der Hund irgendwie in der Fußgängerzone ruhig bei mir geht, dazu gestalte ich das erst mal, also geh nicht in der Rushhour in die Fußgängerzone, sondern vielleicht erst mal am am Abend, wo nicht so viel los ist und so weiter, das ist die Gestaltung der der Bedingungen am Anfang und dann trainier ich das über positive Verstärkung natürlich.

Eduardo hat dann dann gesagt, OK, was aber was hat der Hund davon? Also geht es dem Hund da wirklich gut bei und was können wir tun, dass es ihm dabei richtig, richtig gut geht? Und müssen wir ihn da hemmen und eine Hemmung kann zum Beispiel sein, wenn der Hund jetzt irgendwo lang gehen möchte und er hat das Bedürfnis überall in den in den Ecken zu schnüffeln, dann kann ich natürlich, was weiß ich nicht, den Hund Dauerkeksen oder ich halt ihm die Futtertube vor die Nase, das heißt ich bringe etwas mit rein in dieses Setting, was es verhindert, dass der Hund seine normalen Verhalten ausüben kann. Und das ist aber trotzdem eine Hemmung. Seine Verhalten, die er in dieser Situation hat, die werden gehemmt. Das ist nicht tragisch, aber es kann zu einem Konflikt führen.

Und Konflikte sind immer erregungssteigernd und so kriegen wir eventuell darüber wieder so ein bisschen die Nebenwirkungen rein, die Erregung rein. Vielleicht Frustrationen rein, weil der Hund eigentlich was anderes machen möchte. Und deswegen da der der Hinweis von Eduardo zu schauen, OK, wie kann ich die Situation gestalten, dass er auch schnüffeln kann. Das kann man ja zum Beispiel machen, wenn man abends dann unterwegs ist, längere Leine, weil da ist ja keiner und dann lass ich den Hund erstmal so sein Bedürfnis freien Lauf, ne. Der kann links, rechts mal in die Hauseingänge reingehen Und wenn da keiner ist, wenn es keinen stört und der dann nicht irgendwie jeden zweiten Stein pinkelt, why not? Wo ist denn das Problem?

Und das erinnert mich an eine Trainingsgegebenheiten auf dem Seminar, aber auch in einem Einzeltraining nachher, wo die Bezugspersonen ihren Hund immer aus Eingang rausgeholt hat, beziehungsweise gar nicht erst reingelassen hat. Und der Hund wollte immer in Hauseingänge ein reingucken. Das war so ein so ein Industriegebiet und dann waren da so Treppen irgendwo zum Hauseingang und es war am Wochenende, es keiner da und der Hund wollte hin. Und sie immer „nein jetzt bleib hier“ und natürlich belohnt, aber trotzdem war das ein Konflikt, wo ich gesagt hab:

„Was was spricht dagegen, den Hund da den Hauseingang da mal zu lassen“
Ja, das soll er nicht.“
„OK, warum soll er das denn nicht?“
„Ja, wenn da jemand rauskommt“
„Ich sag hier ist keiner, wer soll denn da jetzt rauskommen? Pinkelt er dahin?“
Nee, das macht er nicht.“
„OK, dann lassen wir ihn doch mal rein“

Und das Spannende war, als sie das dann gemacht hat, also längere Leine, er kommt da rein, hat ein bisschen geschnüffelt, kam wieder raus, ist weitergegangen. Nachher hat er es immer weniger gemacht, weil sein Bedürfnis nach Erkundung konnte befriedigt werden. Also sein Verhalten war funktional effektiv. Wir haben ihn nicht großartig gehemmt, wir haben es erstmal geöffnet und haben gesagt, OK, wir gestalten das so, da wo natürlich jemand stand, haben wir ihn nicht hingelassen, wo jemand aus dem Fenster geguckt hat, haben wir ihn auch nicht hingelassen. Aber wir hatten viele, viele Situationen, wo der Hund eben Verhalten zeigen konnte, arttypisches Verhalten zeigen konnte, darüber sein Bedürfnis nach Erkundungsverhalten tatsächlich befriedigt hat. Und immer, immer ruhiger und immer entspannter wurde.

Und das zeigt auch mal wieder, dass dieser kulturelle Nebel, von dem ich auch vorhin sprach, so „das darf der nicht“. „Ja, warum eigentlich nicht?“ „Ja, weil“...natürlich soll er bestimmte Verhalten in bestimmten Situationen nicht zeigen. Aber Hunde sind auch durchaus kompromissbereit und können Kompromisse annehmen. Und da müssen wir dann immer so ein bisschen schauen, OK, wo kann der Kompromiss sein und wie kann ich, kann ich meinem Hund die Bedürfnisbefriedigung vielleicht geben, was muss ich tun, damit ich Konflikte rausnehme oder sonst irgendwas.

Und das ist quasi so die Weiterentwicklung vom LIBI zum L.I.F.E. hin, wo wir noch mal ein bisschen mehr schauen, ob das überhaupt nötig ist, dass wir den Hund da eventuell einschränken oder vielleicht ein bisschen mehr, ja Raum lassen. Und das Spannende ist dann ja tatsächlich, dass wenn es drauf ankommt, die Hunde trotzdem oder vielleicht gerade deswegen gut mit uns mitarbeiten, weiß man nicht, aber auf jeden Fall schadet es nicht, wenn wenn es mit Bedacht gemacht ist. Natürlich kann man dann auch wieder Fehler machen, aber Fehler sind ja bekanntlich Informationen.

Astrid:
Ja, ich kann das auch nur bestätigen, dass wir, wenn Hunde nach dem Trail wieder zurück zum Treffpunkt gehen und wir tatsächlich sogar die Strecke des Trails laufen und sie dann überall da schnüffeln lassen, dann sehen wir auch erst mal, was sie auf dem Trail tatsächlich ausgeblendet haben, wo ihnen der Trail wichtiger war.

Und ich mach immer wieder die Erfahrung, dass die Hunde, also ich, ich bin überzeugt davon, die realisieren „Das kann ich mir für nachher aufheben. Jetzt mache ich meinen Trail, hole den Jackpot und der da hinten hingepinkelt hat, das erschnuppere ich nachher.“ Diese Erfahrung mache ich auch immer wieder, dass die Hunde dann intensiv auf dem Rückweg wirklich ganz viel in die Erkundung gehen können und dann beim nächsten Trail sich einfach auch besser auf die, ja auf den Trail konzentrieren und da ihre Priorität wieder mehr auf das Verfolgen dieser menschlichen Spur legen.

Gerd:
Mhm.

Astrid:
Und ja, da hat der Hund dann effektiv auch was davon, weil er er sahnt so beides ab, den Jackpot und hinterher die Schnüffelstellen.

Gerd:
Ja genau, das ist das ist mega cool, vor allem können wir den Hund dann auch gut aus der Situation aus dem Trail wieder rausführen und auch wieder ins normale Erkundungsverhalten wieder überführen und das finde ich auch so im im Alltagstraining total wichtig.

Diese Übergänge zu gestalten, von einer Aktivität in die andere. Ist es mit Ecken und Kanten versehen? Ute Blaschke Berthold hat mal so schön gesagt, „Ecken erregen und Kurven entspannen“. Also krieg ich da schöne eine Kurve hin, so dass der Hund ein schönen Übergang hat von einer Aktivität in die andere oder es ist irgendwie ein Sprung in der Erregung, ein Sprung in der Aktivität, das heißt so aus aus dem vollen Lauf, so und jetzt musst du bei Fuß gehen oder kann ich das so ein bisschen ein bisschen gestalten. Dass es so ein bisschen enger wird, je nachdem was man dann auch mit dem mit dem Hund da machen kann.

Das heißt, wenn man den kulturellen Nebel so ein bisschen zur Seite wischt, so ja, das das darf der nicht oder das macht man so, diese alten Floskeln so ein bisschen hinterfragt, Dann passiert meistens gar nichts. Die meiste Zeit passiert tatsächlich nichts und auch die die Angst vor Verstärkung und Belohnung vielleicht verliert. Auch das begegnet mir natürlich in meinem meiner Beratung immer wieder, dass die Menschen Angst vor Belohnungen haben. Also nee, wenn ich das jetzt belohne, dann oder wenn ich ihm da jetzt Futter gebe, dann macht er das ja immer wieder und so weiter. Also Verstärkung ist ein Prozess und. wenn wir einfach nett zu dem Hund sind, ist es nicht schlimm, sondern es es tut denen in den in der Regel gut, wenn wir nett und freundlich zu denen sind und da die ja die Situation entsprechend gestalten.

Und deswegen ist das L.I.F.E. Konzept so so bedeutungsvoll. Einmal für für uns im Alltagstraining, im im Zusammenleben mit den Hunden, aber dann auch im im Speziellen beim Mantrailing, wie wie bei dir.

Und ich freue mich total, dass du dir Gedanken machst, wie kriege ich das alles unter einem Hut, also die Leistungsfähigkeit der Hunde. Die Beschäftigung oder das Hobby der Hunde und der Menschen Mantrailing zu machen, ist ja auch immer so ein so ein gesellschaftliches Ding, dann man trifft sich mit mehreren Leuten, mit mehreren Hunden und wie kriege ich das so gestaltet, dass es den Hunden dabei gut geht und dass sie es es für sie bedeutungsvoll ist. Nicht nur Uh, ich hab da irgendwie einen Typen, der sich in der Kälte hinterm Baum setzt, gefunden, sondern, es befriedigt tatsächlich auch ein ein Bedürfnis von mir, es es geht mir gut, wenn ich das mache.

Astrid:
Mhm, du hast gerade was sehr Wichtiges gesagt. Das was ich auch sehr bedeutend finde, ist der gesellschaftliche Aspekt. Dass die Menschen in Gesellschaft was machen. Weil ganz viele Hundehaltende, deren Hunde einfach im Alltag anspruchsvoll sind, die rutschen gerne in die Isolation. Die können keine Gruppenangebote wahrnehmen und Mentrailing ist ein Gruppenangebot und es ist trotzdem O. K. für die Hunde. Und das ist das Schöne, dass diese Menschen wieder in Kontakt mit anderen Hundemenschen kommen. Die können sich wieder austauschen, die sehen, dass sie nicht allein sind mit ihrem Problem und das aber nicht auf Kosten der Hunde.

Also das finde ich eben auch, das zeichnet gerade das Trailen im Verhältnis zu anderen Nasenarbeiten so hervor oder das zeichnet es so aus, weil keine andere Nasenarbeit hat diesen gesellschaftlichen Aspekt für den Menschen so dabei.

Und wenn die Bedürfnisse des Menschen in dem Zusammenhang zusammen mit dem Hund erfüllt werden, dann sind auch die wieder kompromissbereit, auf ihren Hund einzugehen. Und ich erlebe es nicht selten, dass auch Partner oder Familienmitglieder, die durchaus an ihrer Kompromissgrenze angekommen sind, wenn die dann erleben, was für einen großartigen Nasenmeister sie da zu Hause haben, der eine Person durch einen halben Ort verfolgen kann. Dann sind auch die wieder kompromissbereiter zu sagen, ja, es ist ja nicht schlimm, wenn er nicht mit im Biergarten kann.

Ja, und das ist dann noch mal so das extra Glitzern. Und das kriegt man aber auch nicht geschenkt. Das ist, es darf halt auch nicht auf Kosten des Hundes sein, dass man sagt, na ja, hauptsache ich mach mein Ding, dann kann ich mich mit den anderen unterhalten, sondern diese Gratwanderung ist so hinzukriegen, dass es wirklich für alle Beteiligten gut ist.

Und auch für uns, die wir es anbieten. Auch das ist ein riesen Aspekt und ich kann nur aus der ersten Weiterbildung vom I. B. H. für die Mantrailtrainer berichten, dass für ganz viele vom ersten Durchgang Mantrailing ein ganz wichtiger, wertvoller Posten ihres Angebotes ist. Weil sie auch selber gesagt haben, es tut so gut, mal sich nicht immer nur den Problemen widmen zu müssen, sondern zusammen mit diesen Menschen Erfolge zu feiern und gleichzeitig zu erleben im Einzeltraining, wie sich das als Katalysator fürs Alltagstraining auszahlt.

Gerd:
Wunderschön gesagt, Astrid, sehr, sehr cool. Ja, spannend, spannendes Thema, aber wenn man da so ’n bisschen hinter die Kulissen blickt, dann ist es durchaus auch logisch, es ist begründbar, argumentierbar und funktioniert eigentlich ja sehr, sehr gut.

Astrid:
Was würdest du jetzt, um noch mal die Kurve zum L.I.F.E. zu kriegen, was ist das Besondere an diesem L.I.F.E. -Konzept? Und was kann man im Alltag für sich eigentlich als Hundehaltender oder auch als Trainer, Trainerin so mitnehmen? Als kleine Take Home Message. Welche Frage kann ich mir stellen, worauf soll ich gucken, was macht Sinn?

Gerd:
Mhm, also ich hab ich hab immer 33 Hauptfragen…  4, die ich so die, die mich so in meinem Trainingsalltag immer immer begleiten.

Die erste Frage ist, ist es vorteilhaft für den Hund, also wenn ich irgendwas mache, hat der Hund davon einen Vorteil und wenn ich sage, OK, dafür hat er ein paar Kekse gekriegt und hat die gegessen, OK, dann ist es schon mal ein Vorteil. Reicht dieser Vorteil, das ist dann noch mal die die die zweite Frage, aber was hat der Hund davon?

Dann die nächste Frage, was kostet es dem Hund? Also der Hund kann ja immer nur eine Tätigkeit zur gleichen Zeit machen, das wie du es vorhin schon so so toll gesagt hast, wenn er trailt, dann trailt er halt und in der Zeit kann er aber keine Hundespuren abschnüffeln, keine Rehspuren erkunden oder nicht die Mülltonnen ausplündern. Das heißt, es es kostet ihm etwas, wenn er dieses Verhalten zeigt und da müssen wir die Kosten so ein bisschen im Blick haben. Und sind die Kosten sehr sehr hoch, dann sind auch die Konflikte sehr, sehr groß. Das heißt, wir müssen da vielleicht, wenn ein Hund so wahnsinnig im Konflikt ist, ihn vielleicht vorher einmal die Gegend abschnüffeln lassen. Ne, das wäre eine eine Möglichkeit, wir gehen, wir man, man geht vorher ein bisschen hin und halbe Stunde vorher und in dem Trailgebiet lass ich den schon mal ein bisschen rumwuseln, dann kennt er die Gegend, er hat schon mal die Zeitung gelesen und das Bedürfnis nach Schnüffeln in diesen ganzen Geschichten ist reduziert, sodass die Kosten auch reduziert sind, wenn der nachher trailt. Wäre eine Möglichkeit.

Und die dritte Möglichkeit und die wird jetzt hier glaub ich oder die dritte Frage, die spielt jetzt bei dir glaub ich gar nicht so die Rolle ist, was nimmt der in Kauf? Also wird er drangsaliert oder muss er sich noch mal hinsetzen oder wird er zurückgehalten? Also was nimmt er in Kauf dafür, dass er ein bestimmtes Verhalten zeigen, zeigen kann?

Und die vierte Frage, ist es überhaupt nötig? Also ist es zum Beispiel nötig, dass ich meinen Hund mit ins Restaurant nehme, ist es nötig, dass ich meinen Hund mit zum Einkaufen nehme oder ist es ist es OK, wenn der Hund zu Hause pennt?

Diese 4 Fragen

  • ist es vorteilhaft
  • was kostet es dem Hund
  • Was nimmt er in Kauf und
  • ist es nötig?

Die stell ich mir eigentlich so im im Trainingsalltag sehr häufig. Manchmal sag ich, ja, der nimmt jetzt schon ganz schön viel in Kauf, aber ich hab jetzt keine andere Lösung. Mhm, mach ich mir denn später noch mal Gedanken daran, wie ich das vielleicht optimieren kann? Aber wenn man das so ein bisschen im Hinterkopf hat, dann sind wir, glaub ich, relativ dicht an dem L.I.F.E. -Konzept schon mal schon mal dran. ohne jetzt so tief da reinzugehen, dass er eben bedeutungsvolle Entscheidungen treffen soll, dass er funktionale Verhaltensweisen zeigen darf und dass wir eben Trainingserfolg haben wollen. Trainingserfolg, wie gesagt, dem Hund geht es gut, es es hat, es hat einen Mehrwert für ihn und wir haben unser Ziel erreicht.

Aber wenn wir diese 4 Fragen beantworten, ich glaube, da sind wir schon mal ziemlich ziemlich gut dabei und das kann man auch im Alltag immer mal wieder üben und immer mehr mehr einfließen lassen. Wie gesagt, es geht nicht darum, das perfekt zu machen, sondern überhaupt anzufangen, sich diese Gedanken zu machen. Das ist auch im Bezug auf Enrichment so so wahnsinnig wichtig, wenn wir uns darüber Gedanken machen, OK, wie kann ich denn den Alltag meines Hundes so gestalten, dass es tatsächlich für ihn bereichernd ist.

Wir werden nicht jeden Tag die den Jackpot ziehen und sagen: ‚Hey, alles richtig gemacht.‘ Sondern es wird viele, viele Situationen geben, wo wir sagen: ‚Tut mir leid, mein lieber Hund, aber du musst jetzt einsteigen, auch wenn du hier jetzt noch irgendwie in der Sonne liegen möchtest. Das ist bei meinem Hund natürlich auch, aber wir können in jeder Situation Gedanken machen. Kann ich, fällt mir jetzt irgendwas ein, was ich besser machen kann, wenn wir sagen: ‚Nee, nicht fällt mir gerade nichts ein, ist das fein, ist das gut?‘ Vielleicht fällt uns ja morgen oder übermorgen was ein. Also damit mit Gelassenheit umgehen oder rangehen.

Und gucken, was was kann ich für meinen Hund tun, der sich ja das Leben mit uns nicht ausgesucht hat. Ne, wir haben ihn in diese Situation reingebracht, wir haben entschieden, dass er in der Menschenwelt leben soll. Viele, viele Züchter haben entschieden, dass eine eine Hündin Welpen bekommt und diese Welpen müssen irgendwohin. Die Hunde haben halt keine. die sind auf uns angewiesen, sie leben sicherlich im goldenen Käfig, aber es ist halt ein Käfig und vielleicht können wir diesen Käfig ein bisschen größer machen und den Lebensraum oder den den Raum innerhalb der Grenzen vielleicht mehr mit Leben füllen, so dass wenn die dann irgendwann tatsächlich mal über die Regenbogenbrücke gehen und zurückblicken und uns zuzwinkern und sagen, es war ein geiles Leben, danke. und wir treffen uns wieder, das wär das wär schon cool.

Astrid:
Ach ja, Gerd, da kriege ich jetzt gerade Gänsehaut und ich finde, das ist ein ein großartiger Punkt, um zu sagen, wo treffen wir uns wieder, Gerd, wenn Hörer und Hörerinnen jetzt sagen, Mensch, den Gerd Schreiber, wo kann ich den hören, lesen, treffen, mich bei ihm weiterbilden oder buchen, wo findet man dich denn?

Gerd:
Wo findet man mich, man findet man mich auf Instagram zum Beispiel bei Hundetraining Hund und wir oder unter Gerd Schreiber, man findet mich bei Facebook unter Gerd Schreiber oder eben auch Hund und wir man findet mich auf meiner Website, die dringend einer Überarbeitung oder einer Neuauflage bedarf. Das wird auch jetzt geschehen, www.hund-und-wir.de und da wird dann auch ein aktueller Veranstaltungskalender mit eingebunden werden, so dass man dann sieht, wo ich dann in Deutschland, Schweiz, Österreich im Laufe des Jahres bin. Ich glaube auf der alten Website, die ist aber auch kaputt, die die die kann man auch nicht mehr reparieren. Also die ist schon so alt, ist das glaube ich noch von 2017 oder so. Also bedarf dringendst einer einer Überarbeitung, was ich jetzt ja angehen werde und so dass dann hoffentlich so in ein 2 Monaten da eine neue Website ist. Ansonsten gerne eine E-Mail schreiben.  Auf der Website steht glaube ich auch meine Telefonnummer oder so Ja, irgendwie so.

Astrid:
Genau, ich werd das alles verlinken in den Shownotes. Und deine Angebote sind, was jetzt Webinare angeht, natürlich sowohl online als auch in Präsenz. Also man hat die Möglichkeit in in der DACH-Region sowohl online als auch in Präsenz mit dir zusammen zu lernen, oder?

Gerd:
Genau, also einmal so die Wochenendseminare in in Präsenz, natürlich ab und zu gebe ich dann auch mal ’n Webinar, beim vom I.B.H. zum Beispiel oder über andere Hundeschulen oder ich biete selber mal was an oder oder oder. Man kann auch Online-Training bei mir bieten, buchen, bieten, man kann auch Online-Training buchen, was viele Trainerkolleginnen und Kollegen auch in Anspruch nehmen, ist halt eine Supervision Fallbesprechung, schwierige Fälle auseinandernehmen, wo ich, wo ich einige Kolleginnen, Kollegen dann begleite und sage, OK, wir, wir bearbeiten diesen Fall dann mehr oder weniger zusammen oder ich, ich geb da vielleicht noch mal so ein paar paar Gedanken aus meinem Erfahrungsschatz mit bei, der jetzt ja irgendwie seit 20 Jahren oder so besteht. Tatsächlich ja 2017 hab ich angefangen, das beruflich zu machen, also jetzt bin ich im 20. Jahr und da ja, kommt so der ein oder andere Gedankengang mal irgendwo auch in die in die Gehirnwendungen rein und bleibt da. Ansonsten, wie gesagt, vor Ort Training auch immer gerne. Viele buchen sich dann mal eine Woche hier irgendwo im schönen Lüneburger Umland in der Lüneburger Heide ein und wir machen dann mal eine Intensivwoche und so weiter. Also eigentlich im Prinzip alles möglich, einfach anrufen, E-Mail schreiben oder Instagram oder Facebook eine Nachricht senden und dann funktioniert das.

Astrid:
Wunderbar, lieber Gerd, vielen, vielen Dank, dass du in diesen dieser Einladung gefolgt bist und in meinem Podcast das Interview gegeben hast. Ich freue mich sehr und deine 4 Fragen denke ich, wenn die jeder für sich so mitnimmt und im Alltag oder auch im Training einfach im Hinterkopf hat, dann können wir zusammen mit dem gesellschaftlichen Nebel wegschieben richtig, richtig viel erreichen und dafür danke ich dir ganz, ganz arg von Herzen.

Gerd:
Vielen, vielen Dank, lieber Astrid, für die Einladung und gerne wieder. Hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und euch da draußen alles Gute und bis bald.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

✨ Time to shine! ✨

Ich bin Astrid Sperlich, Fachfrau für ein Mantrailing Training, das Mensch-Hund Teams zum Strahlen bringt.

Mit fachlichem Scharfsinn und Blick auf die Bedürfnisse beleuchte ich Dein Training von allen Seiten. Ich unterstütze Dich dabei, Deinen Weg als Mantrailing Trainer*in zu finden. Vor Ort in Oberbayern & online, persönlich & in einer starken Gemeinschaft.

Für den IBH leite ich die Mantrailing-Trainer*innen Weiterbildung, die den Schwerpunkt auf Enrichment setzt. Meine Mission: Mensch & Hund mit Mantrailing wirklich glücklich machen und nicht nur auslasten. Probleme lösen, statt neue schaffen.