Wie kann ich Mantrailing Trainer*in werden

Geschätzte Lesedauer: 12 Minuten

Wo kann ich eine gute Mantrailing Trainer Ausbildung machen“ So oder so ähnlich liest man es immer wieder in einschlägigen facebook Gruppen.

Bei meiner Umfrage auf der Seite der beiden 0 € Videobotschaften zu Mantrailing als Enrichment (hier kannst Du Dich dafür freischalten lassen), antworten die allermeisten angehenden Trainer*innen, dass sie bereits selber trailen und das künftig auch anbieten möchten.

Es gibt aber auch immer wieder Anfragen von Menschen, die selber bisher noch nicht oder nur wenig trailen, es aber gerne lernen und dann selber anbieten möchten. Neben direkten Empfehlungen für diverse Trainer*innen bzw. Ausbildungen wird in den facebook Gruppen immer wieder angeführt, dass man „das nicht einfach in einer Ausbildung lernen kann“. Es wird betont, dass unbedingt eine langjährige Erfahrung vorhanden sein muss, um überhaupt als Mantrailing Trainer*in arbeiten zu können.

Ist das wirklich immer so – ohne Ausnahmen? Was macht denn eine*n gute Mantrailing Trainer*in wirklich aus?

Das möchte ich hier mal etwas näher – konkret am Beispiel von Mantrailing als Enrichment *– betrachten.

 

*wo Du im Folgenden diesen grünen Stern siehst, sind das entscheidende Punkte beim Trailen als Enrichment

Was brauchst Du also, um ein*e gute*r Mantrailing Trainer*in zu werden? Da kommt jetzt das berühmte „Das kommt drauf an“.  Denn je nach Deinem Ziel und Deinem aktuellen Stand, ist es sehr unterschiedlich, was Du noch brauchst, um Mantrailing Trainer*in zu werden. Um das also herauszufinden, ist es erstmal nötig, dass Du Dir ein paar Fragen beantwortest. 

Welches Ziel möchtest Du mit Deinem Training für die Teams erreichen?

Fangen wir mal mit dem Ziel an: Was möchtest Du mit Deinem Trainingsangebot erreichen?

  • Einsatzhunde für Personensuche ausbilden
  • Hunde auch in Tiersuche ausbilden
  • Teams für die  Teilnahme an Prüfungen und Wettbewerben vorbereiten
  • Ein möglichst optimal funktionierendes Mantrailer-Team ausbilden
  • Hunden eine Auslastung anbieten
  • Mantrailing als Enrichmentmaßnahme einsetzen *:
    Ist es Dein Ziel, Mensch-Hund Teams durch Dein Trainingsangebot individuell zu fördern und für gute Emotionen auf beidem Seiten der Leine zu sorgen? Möchtest Du auch Menschen in Gruppenstunden integrieren, die sich das bisher nicht zutrauen? Ist es Dein Ziel, genau auf die Teams abgestimmte Trails zu legen, damit die Teams mit einem Erfolgserlebnis heimgehen? Möchtest Du Teams trainieren, die zwar keine Pokalanwärter bei Prüfungen sein werden, dafür aber durch Dein Training Fortschritte in ihrem Alltagstraining machen, ihre Beziehung als Team stärken?
    Ja? Dann erfordert dieses Ziel neben den absolut notwendigen Mantrailing Kenntnissen noch eine ganze Menge mehr an zusätzlichem Hintergrundwissen.

Nasenarbeit im Allgemeinen und Mantrailing im Speziellen sind nicht automatisch bedürfniserfüllend! Die Durchführung und der Trainingsansatz spielen eine entscheidende Rolle!

Was bringst Du an Vorkenntnissen mit?

Um das og. Ziel (Enrichment) zu erreichen brauchst Du sehr gute Kenntnisse von Lern- und Ausdrucksverhalten von Hunden und Menschen. Da sind Strategien für sog. „Hibbelhunde“ und Vorüberlegungen und -übungen für angstvolle Hunde notwendig.*

Wenn Du zwar noch keine langfristigen Mantrailingkenntnisse hast, aber absolut sattelfest bist in der Verhaltenstherapie, dann hilft Dir das beim Erreichen des Zieles enorm! Denn wenn Du versiert  bist im Lesen der Körpersprache des Hundes in vielen verschiedenen Situationen, dann wird es Dir viel leichter fallen, das individuelle Trailverhalten der Hunde erkennen zu können.*

Wenn Du bereits fertige*r Hundetrainer*in bist, dann macht es auch einen Unterschied, wo Du Deine Ausbildung gemacht hast und wie sehr Dir bedürfnisorientiertes auf positiver Bestärkung basierendes Training in Fleisch und Blut übergegangen ist.* Das sind für den Zweck, Dein Training als eine Enrichmentmaßnahme einzusetzen wichtige Bestandteile.

Hast Du Dich schon mit anderen Formen der Nasenarbeit auseinander gesetzt? Ja – wunderbar, denn dann sind Dir die Basics von Nase und den physiologischen Vorgängen bereits vertraut und Du kannst darauf aufbauen.

Hast Du hingegen super lange selbst getrailt, dann bringst Du natürlich hier viel Vorwissen mit. Da kommt es natürlich noch ein wenig darauf an, ob das Training, wie Du es gelernt hast, bedürnfisorientiert war* – oder ob ein „Funktionieren“ das Ziel war. 

Wenn Du also zumindest in einem dieser Bereiche richtig gut aufgestellt bist, dann kannst Du alle Zeit und Energie in den anderen Bereich investieren. Deine Erfahrungen in einem Gebiet helfen Dir, Schwächen in dem anderen Gebiet zu kompensieren.

Je mehr praktische Erfahrung Du in beiden Bereichen hast, desto einfacher kannst Du gutes Training anbieten.

Wenn in beiden Fachgebieten noch wenig Erfahrungen vorhanden sind, dann wird es schon deutlich aufwändiger, Dein Ziel zu erreichen – und es wird auch länger dauern, bis Du Deine Teams optimal unterstützen kannst, denn es gibt deutlich mehr zu lernen für Dich.

Was bist Du bereit, zu investieren?

Und damit  ist nicht nur Geld gemeint. Damit ist auch gemeint, wieviel Zeit Du in Fortbildungen investieren möchtest und ob Du bereit bist, auch hunderte von Kilometern zu fahren, um an einer praktischen Trainerausbildung teilzunehmen.

Wie gut kannst Du die Teilnahme an Theorie und Praxis mit Deinem Alltag unter einen Hut bringen?

Und neben Zeit und Geld ist auch Engagement gemeint. Wie gut kannst Du das neue Angebot in Deine Hundeschule integrieren. Gerade, wenn Du noch wenig Erfahrung hast: Bist Du bereit bei Kolleg*innen zu hospitieren oder mit sog. Beta-Gruppen* Erfahrung zu sammeln?

Das alles kostet Zeit und Geld, das erstmal nicht so schnell „reinverdient“ wird. Wieviel kannst Du neben Deiner aktuellen Belastung als Hundetraienr*in für diese Trainerausbildung an Zeit und Energie investieren? Welchen Zeitraum darf die Ausbildung einnehmen?

Je mehr Fachbereiche Du Dir neu aneignen musst, desto länger wirst Du brauchen und desto mehr musst Du investieren: Zeit, Engegement und ggf. auch Geld, bis Du sattelfest bist.

Bist Du sowohl verhaltenstechnisch als auch mit Mantrailing bereits fit, desto kompakter kann die Ausbildung ablaufen.

 

*Beta-Gruppen: Das sind Gruppen, die mit Dir zusammen lernen. Gerade wenn Du keine Möglichkeiten für Hospitation hast und Trailstunden anbieten möchtest, obwohl Du noch wenig Erfahrung hast, ist es extrem hilfreich, Dir ein paar Deiner Lieblingskund*innen zu schnappen und mit ihnen zusammen Klartext zu reden und mit Ihnen zusammen das Trailen zu lernen. Mit dem Ziel, das Training als Enrichmentmaßnahme einzusetzen ist das absolut möglich, wenn Du in Sachen Lernverhalten, Körpersprache und Ausdrucksverhalten von Hunden fit bist.

Wie ist es um die Arbeit mit dem eigenen Hund bestellt?

Und wie schaut es mit Deinem Hund aus? Hast Du einen Trailcrack an Deiner Seite, oder einen Hund, der sehr offen und unerschrocken durchs Leben geht, dann hilft Dir das natürlich sehr.

Ist Dein Hund allerdings ein Hund mit besonderen Bedürfnissen und braucht besondere Rahmenbedingungen, um etwas Neues zu lernen oder an Gruppentraining teilzunehmen, dann stellt Dich das bei der praktischen Arbeit vor andere Herausforderungen.*

Allerdings bringst Du eine Menge an Erfahrungen mit, wie sich vielleicht ein Teil Deiner Kund*innen fühlen und kannst mit Eurer Erfolgsgeschichte verzweifelte Mensch-Hund-Teams leichter überzeugen. Deine Erfahrungen mit Deinem Hund zahlen jeweils in Deine Fachexpertise ein.*

Wieviel Unterstützung hast Du in Deinem Trainingsalltag?

Je mehr Erfahrung und Wissen Du Dir fürs Trailen erarbeiten musst, desto wichtiger ist ein unterstützendes Umfeld. Kannst Du bei Kolleg*innen hospitieren? Kannst Du mit Deinem Hund in Gruppen oder Hundeschulen trailen? Ist es für die Trainer*innen dort ok, wenn Du selbst Trainer*in werden möchtest… denn – Hand aufs Herz – Du  bist dann nicht mehr zwingend überall willkommen.

Gibt es eine Gruppen von Gleichgesinnten, mit denen Du Dich austauschen kannst? Wo Du Unterstützung bei Fragen oder auch konkrete Anleitungen bekommen kannst? Hast Du im Freundeskreis vielleicht Teams, die schon länger trailen und Dich unterstützten können? Oder musst Du Dir alles allein erarbeiten?

All diese unterschiedlichen Rahmenbedingungen machen einen großen Unterschied, ab wann Du gute Trails legen und Teams entsprechend Deines Zieles unterstützen kannst.

Wenn Du schon Zugang zu meiner Kursplattform hast, findest Du die Checkliste direkt in den beiden kostenfreien Videos

Was muss eine gute Trainerausbildung für Dich beinhalten?

Dir ist sicherlich jetzt schon ziemlich klar, dass es DIE Trainerausbildung gar nicht geben kann, denn die Ziele und Voraussetzungen sind sehr unterschiedlich.

Ich werde hier keine konkreten Ausbildungen beurteilen, denn welche für Dich passt, kannst eh nur Du entscheiden – nach Deinem Ziel und dem Ist-Stand. Siehe die folgenden Kapitel als Leitfaden, was Du bei den Ausbildungen vergleichen oder erfragen kannst.

Bei meinen Empfehlungen, was eine gute Trainerausbildung beinhalten soll, orientiere ich mich wieder an meinem Fachbereich – beim Mantrailing mit Schwerpunkt Enrichment.*

Trainingsphilosophie und Zielsetzung

Frage bei den Ausbildungen, für die Du Dich interessierst, was das Ziel des Trainings für die Teams ist. Und horche genau hin, ob die genannten Punkte mit Deinem Ziel übereinstimmen. Wenn es möglich ist, fahre hin und mache Dir selbst ein Bild, wie die Anbieter arbeiten – wie der Umgangston mit Kund*innen und den Hunden ist*. Wie gehen die Ausbilder*innen damit um, wenn mal etwas nicht so läuft, wie es sein soll*.

Und habe im Hinterkopf „Du kannst nicht nicht kommunizieren“ (1. Axiom der Kommunikation von Paul Watzlawik, seine anderen Axoime treffen übrigens auch auf die Mensch-Hund-Kommuniktaion zu). Wenn also gelehrt wird, dass Du den Hund auf gar keinen Fall beeinflussen darfst, dann sei Dir bewusst, dass das gar nicht möglich ist.*

Wenn Dir bewusst ist, dass das nicht möglich ist, überlege Dir, wie Du Deinen Hund beim Trailen beeinflussen möchtest.  Unterstützend, wohlwollend, stärkend, fördernd?* Oder hinterfragend, prüfend, auf Fehler wartend?

Mein Vorgehen bei der Ausbildung der Team ist: Beim Lernen fördernd, stärkend und unterstützend und immer wohlwollend einwirken. Und erst deutlich später, wenn klar ist, dass der Hund sowohl die mentale Stärke als auch einen entsprechenden Stand der Ausbildung erreicht hat hinterfragend und prüfend – um dann bei erwünschtem Verhalten wieder verstärkend zu reagieren.*

Wie sehr wird beim Training auf die Bedürfnisse der Hunde eingegangen?* Wenn Dir das wichtig ist, dann mache Dir selbst ein Bild davon und hinterfrage kritisch.

Und last but not least: Sind Dir die Ausbilder*innen sympathisch? Kannst Du Dir vorstellen, eine längere Zeit intensiv mit ihnen zusammen zu arbeiten und Dich ausbilden und messen zu lassen?

Theorie Module

Welche Inhalte werden im Rahmen der Ausbildung behandelt? Sind diese Inhalte auch die Wissensbereiche, wo Du noch Nachholbedarf hast? Decken Sie für Dein Ziel die Themen ab, die Du brauchst? Oder sind darüberhinaus  noch andere Fortbildungen sinnvoll?

Theorie Module können sehr gut online abgehalten werden, so dass Du Zeit und ggf. auch Geld sparst, weil Du nicht hinfahren musst. Gerade im Bereich der Theorie kommt es enorm darauf an, welches Ziel Du hast und was Du bereits mitbringst. Je umfassesnder die Inhalte Deine Lücken abdecken, desto besser.

Gibt es für die Theorie Ausbildungsmodule verschiedene Referent*innen – oder werden alle Bereiche durch eine*n Ausbilder*in abgedeckt? Gibt es Skripte und Aufgaben, um Deinen Lernfortschritt zu überprüfen?

Welcher Lerntyp bist Du? Kommt das Angebot Deinem Lerntyp entgegen oder wird immer auf das gleiche Medium zurückgegriffen (Text, Video, Audio)? Als auditiver oder visueller Lerntyp könnten beispielsweise die besten Skripte für dich eher ungünstig sein – und als kognitiv-intellektueller Lerntyp wirst Du mit Videos und Audios nur begrenzt glücklich werden. Je vielfältiger die Theorie im einzelnen Modul vermittelt wird, desto größer ist die Chance, dass Du optimal davon profitieren kannst sowohl für deine eigene Entwicklung als auch für deine zukünftige Tätigkeit als Lehrende*r.

Praxis Seminare

Ein Herzstück von Trainerausbildungen sind die praktische Seminare oder eine regelmäßige Teilnahme am regulären Training vor Ort.

Je nach Ausbildungstyp kannst du entscheiden, wie viel Zeit und Anfahrt du investieren kannst. Hast Du einen Ausbilder in erreichbarer Nähe, bei dem Du Dein gewünschtes Trainingsziel erlernen kannst, ist das ein großer Vorteil.

In der Regel wirst Du auf die Alternativen von Wochenendseminaren zurückgreifen müssen. So kannst Du beim Ausbilder Deiner Wahl in weiterer Entfernung auch an Praxiseinheiten teilnehmen.

Erfrage die Details zum Aufbau der Praxis-Seminare. Geht es in erster Linie ums Trailen mit dem eigenen Hund – und wie wird das gehandhabt, wenn Dein Hund besondere Bedürfniss hat? * Kann darauf Rücksicht genommen werden oder – wenn das Ziel „Funktionieren“ ist, musst Du mit Deinem Hund innerhalb der Ausbildung ein Leistungsziel erreichen?

Erkundige Dich, ob Du in den Seminaren selbst in die Trainerrolle schlüpfen darfst und wie du dabei unterstützt wirst.* Es gibt unterschiedliche Konzepte, wie sich die Gruppen der Praxis Seminare zusammensetzen: Sie bestehen entweder ausschließlich aus den Teilnehmer*innen oder werden auch mit“Fremdteams“, also mit Mensch-Hund-Teams der ausbildenden Institution ergänzt. Auch die Gruppengröße spielt eine wichtige Rolle.

Finde also heraus, ob die Praxis Module ausreichend die Bereiche abdecken, wo Du noch Lücken hast. Und wieviel Praxiserfahrungen musst Du noch parallel zur Ausbildung dazu machen – oder deckt die Ausbildung die Praxis komplett ab.

Denn eines ist klar – rein aus der Theorie – ohne praktische Umsetzung ist Mantrailing, wie auch Hundetraining allgemein nicht erlernbar oder gar lehrbar.

Wie sieht es mit der Unterstützung aus, auch außerhalb der Praxis Einheiten eigene praktische Erfahrungen zu sammeln?

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist auch die Erreichbarkeit: Wie gut und in welchem Umfang die Ausbilder für Dich errreichbar sind und in welchem Zeitraum Du feedback erhältst.

Unterstützung im unternehmerischen Bereich

Gehören zu der Trainer*innen Ausbildung auch Module zum unternehmerischen Bereich? Gruppenorganisation, Angebotsgestaltung, Didaktik, Gesprächsführung, Recht?* Denn neben den rein fachlichen Inhalten kann es für Dich super hilfreich sein, wenn Du auch im unternehmerischen Bereich unterstützt wirst, um künftig erfolgreich als Trainer tätig zu sein. 

Denn häufig hört man: „Damit verdient man ja nichts, das ist viel zu aufwändig“. Wenn Du dazu eine differenzierte Betrachtung von mir haben  möchtest, dann schalte Dir hier auch den Vortrag „5 Punkte, warum sich Mantrailing für Dich als Trainer*in lohnt“ frei (darin ist auch die Checkliste zu diesem Arikel enthalten).

Natürlich gibt es in diesem Bereich auch weitere Möglichkeiten, sich fortzubilden – aber ein Zuckerl ist es schon, wenn auf die speziellen Belange auch unternehmerisch im Detail eingegangen wird. Gerade als Neuling ist das für Deine Hundeschule wichtig!

Abschlussprüfung, Zertifizierung, Lizensierung

Der Abschluss Deiner Trainerausbildung markiert einen bedeutenden Meilenstein. Welchen Abschluss möchtest Du haben? Möchtest Du nach Abschluss eine Form eines Gütesiegels erhalten?

Wie ist die Prüfung aufgebaut? Rein theoretisch oder auch praktisch? Ist die Praxisprüfung eine Lehrprobe oder ein Leistungsnachweis mit Deinem Hund? Gibt es Hausarbeiten? Wer nimmt die Prüfung ab? Was geschieht bei Nichterreichen des Prüfungszieles?

Ich möchte an dieser Stelle mal kurz auf die verschiedenen Begrifflichkeiten eingehen, die oft durcheinander gebracht werden: Zertifikat, Zertifizierung und Lizensierung. Der Unterschied zwischen diesen Begriffen liegt in den jeweiligen Anforderungen und dem Zweck der jeweiligen Maßnahme:

Ein Zertifikat zu erhalten ist übrigens keine Zertifizierung. Diesen Unterschied erklärt Vanessa Schäfer in ihrem Blogartikel „Zertifikat, Zertifizierung, Teilnahmebestätigung: Was ist was?“ kurz und bündig: 

„Das Zertifikat ist in der beruflichen Weiterbildung der qualifizierte Abschluss und setzt einen Leistungsnachweis, etwa in Form einer Prüfung, Klausur oder Projektarbeit, voraus. Im Gegenzug dazu ist eine Zertifizierung eine besondere Form der Qualitätssicherung. Sie weist die Erfüllung bestimmter Standards und Normen für Produkte oder Dienstleistungen nach.“

Die Lizensierung hingegen ist ein rechtlicher Prozess, bei dem eine Person offiziell die Erlaubnis erhält, eine bestimmte Tätigkeit auszuüben. So erteilt der IBH z. B. eine Lizenz für die Nutzung des Titels „IBH e.V. – lizensierte/r Mantrail-Trainer:in“ und Nutzung des entsprechenden Logos“. Bei diesem Vorgehen ist gesichert, dass auch Jahre nach der Ausbildung die Arbeit noch nach den Richtlinien des IBH und der Ausbildung erfolgt. Das ist ein wertvolles Gütesiege für Kund*innen.*

 

Netzwerk während und nach Abschluss der Weiterbildung

Ich liebe Netzwerken! Also wertschätzendes Netzwerken…

Ein Netzwerk von Trainer*innen nach einer gemeinsamen Ausbildung ist äußerst wertvoll. In dieser Gemeinschaft können Erfahrungen ausgetauscht, gegenseitige Unterstützung geboten und wertvolle Kontakte geknüpft werden. Dabei ist der wertschätzender Umgang miteinander die Grundlage. So kann durch ein solches Netzwerk neue Perspektiven gewonnen, gemeinsame Herausforderungen bewältigt und voneinander gelernt werden.*

Das Netzwerk bietet Raum zum Feiern der Erfolge und Unterstützung für herausfordernde Situationen. Es fördert nicht nur die fachliche Weiterentwicklung, sondern auch das persönliche Wachstum als Trainer*in.*

Wird ein solches wachsendes Netzwerk von der Ausbilderseite her offiziell angeboten oder ist reine Privatinitiative notwendig? 

Alternativen zu klassischen Ausbildungsangeboten

Ist denn überhaupt zwingend eine Ausbildung mit Abschluss notwendig? Gibt es denn auch gute Alternativen?

Gerade wenn Du in der unmittelbaren Umgebung eine*n Trainer*in hast, die nach Deinen Vorstellungen arbeitet und bei der Du im direkten Kontakt im Training lernen kannst, kann das eine gute Alternative sein. Allerdings ist nicht jede Kolleg*in bereit, Trainer*innen aus der unmittelbaren Umgebung auszubilden.

Und dann gibt es für Dich noch jede Menge Online Fortbildungen zum Thema. Da kannst Du Dein Fachwissen aufbessern, auffrischen oder vertiefen. Es bleibt dann in Deiner Verantwortung, es in die Praxis umzusetzen. Wenn die Onlineanbieter Dir noch Support anbieten, dann kann das für die Umsetzung eine gute Ergänzung sein.

Eine weitere Alternative kann z.B. ein Mentoring sein. Eine frei wählbare Kombination von On- und Offline Veranstaltungen, ein Netzwerk und die Möglichkeit sich direkt beraten zu lassen.

Gerade bei dieser Form kannst Du mit Deinen Wunsch-Trainer*innen zusammenarbeiten, auch wenn Du weit weg wohnst. Für die Umsetzung in die Praxis kannst Du Unterstützung erhalten, auch die Möglichkeit für Videoanalysen besteht. Für das Sammeln praktischer Erfahrung bist Du jedoch allein verantwortlich. Diese Form eignet sich nur, wenn entweder ausreichend praktische Erfahrungen vorhanden sind oder Teilnahmen an Praxisangeboten vor Ort möglich sind.

Diese Form eigenet sich darüberhinaus besonders gut, wenn Du einfach dranbleiben  und auf ein gutes Netzwerk Gleichgesinnter zählen möchtest.

Falls Du Dich für Mantrailing als Enrichment interessierst und bereits über praktische Erfahrung verfügst, dann kannst Du Dich gerne hier über meine Membership informieren.*

Fazit

Nachdem ich Dir jetzt einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Aspekte, die bei deiner Auswahl der Ausbildung zum Mantrailing-Trainer berücksichtigt werden sollten gegeben habe, bist Du sicherlich in der Lage, die richtige für Dich zu wählen. Oder zumindest den besten Kompromiss – basierend auf Deinen Werten.

Steht noch die Anfangsbehauptung im Raum, dass zwingend langjährige praktische Erfahrung nötig ist, bevor man als Mantrail-Trainer*in  arbeitet.

Ich hoffe, ich konnte gut herausarbeiten, dass es von vielen Faktoren abhängig ist, ein*e gute*r Mantrail-Trainer*in zu werden:

  • Dein Ziel, dass Du damit erreichen möchtest
  • Deine Vorkenntnisse
  • und Deine Bereitschaft für Investitionen
  • eine Weiterbildung, die optimal auf Deine Rahmenbedingungen zugeschnitten ist.

Ich beantworte diese Eingangsfrage wieder aus meiner Perspektive des Einsatzes als Enrichment. Und da bin ich überzeugt, dass im Einzelfall Trainer*innen, die sehr versiert im Bereich der Verhaltenstherapie sind sehr viel schneller sehr gute Mantrail-Trainer*innen sein können, als jemand, der bereits viele Jahre „auf Funktionieren“ ohne Berücksichtigung der Bedürfnisse der Hunde getrailt hat.

Es ist letztlich eine Frage Deiner Zielsetzung.

Was ist Dein Ziel? Wie wirst Du es erreichen?

Nutze gerne zur Unterstützung Deiner Wahl meine Checkliste. Du kannst sie Dir über den Button zusenden lassen.

Wenn Du schon Zugang zu meiner Kursplattform hast, findest Du die Checkliste direkt in den beiden kostenfreien Videos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert