Interview mit Nadine Liebert – Wann brauchen Hunde ein Hobby?

Geschätzte Lesedauer: 51 Minuten

Braucht ein Hund wirklich ein Hobby – oder manchmal erstmal Ruhe, Sicherheit und einen Menschen, der ihn wirklich lesen kann?

In dieser Folge spreche ich mit Nadine Liebert darüber, woran wir erkennen können, ob ein Hobby Mensch und Hund wirklich guttut, warum Wohlbefinden wichtiger ist als Leistung und weshalb ein liebevolles „noch nicht“ manchmal die beste Entscheidung ist. 🌱


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Du kannst Dir das Interview direkt hier anhören:

Worum es in diesem Interview geht

Ich habe mich in dieser Podcastfolge mit Nadine Liebert darüber unterhalten, ab wann Hunde ein Hobby brauchen.

Nadine ist Verhaltensberaterin für Hunde und Autorin des Buches „Der Welpenkompass“. Ausgangspunkt unseres Gesprächs war tatsächlich genau dieses Buch, weil ich es als unglaublich wertvoll empfinde, um Menschen darin zu stärken, gute Entscheidungen für sich und ihre Hunde treffen zu können.

Wir sprechen in dieser Folge unter anderem darüber,

✨ warum Hunde nicht automatisch „mehr Auslastung“ brauchen
✨ weshalb Alltag manchmal schon anstrengend genug ist
✨ woran man erkennt, ob ein Hobby einem Hund wirklich guttut
✨ warum Menschen lernen dürfen, Nein zu sagen
✨ weshalb Wohlbefinden wichtiger ist als Leistung
✨ und warum ein Hobby manchmal auch einfach noch nicht dran ist.

Natürlich sind wir dabei auch immer wieder beim Mantrailing gelandet. Wir sprechen darüber, wie schnell Hobbys in Leistungsdruck kippen können, warum gerade sensible oder unsichere Hunde von einem gut aufgebauten Hobby profitieren können und weshalb es so wichtig ist, Hunde nicht einfach mit ihrer Erregung alleine zu lassen.

Es geht um Fehlerkultur. Um Gruppendruck. Um das Gefühl, funktionieren zu müssen. Aber auch darum, wie viel sich verändern kann, wenn Menschen anfangen, ihre Hunde wirklich zu lesen und gemeinsam mit ihnen zu wachsen.

Und ja – auch um die Frage, warum ein liebevolles „noch nicht“ manchmal die beste Entscheidung sein kann. 🌱

Interview – Lesetranskript

Hinweis: Das Transkript wurde für Deinen Lesegenuss behutsam überarbeitet

Astrid:

Herzlich willkommen zu meiner neuen Podcastfolge von Mantrailing – Time to Shine. Heute habe ich wieder einen Gast dabei. Ich habe die wunderbare Nadine Liebert heute mit und wir zwei möchten uns mal darüber unterhalten, ab wann Hunde denn überhaupt ein Hobby brauchen. Ich bin auf die Nadine gekommen, weil ich vor nicht allzu langer Zeit über ihr Buch gestolpert bin, nämlich „Der Welpenkompass“, ein Buch, das ich allen werdenden Hundeeltern wirklich extrem ans Herz lege. Der Name ist Programm, es ist ein Kompass, es ist ein Buch, das Orientierung gibt und das hat mich so inspiriert und so begeistert, dieses Buch, dass ich die Nadine gleich gefragt hab, ob wir uns nicht zusammen über das Thema „Ab wann Hunde denn ein Hobby brauchen“ unterhalten, weil das betrifft natürlich ja nicht nur Welpen und Junghunde, sondern eben auch Hunde, die man secondhand übernimmt. 

Und ja, liebe Nadine, magst du dich einfach mal selbst vorstellen?

Nadine:

Sei gegrüßt Astrid, danke für diese Einladung, das hat mich sehr sehr sehr gefreut. Ich bin Nadine Liebert, ich bin seit über 20 Jahren Verhaltensberaterin für Hunde, bin eine aus der ersten Generation, die eine fundierte Ausbildung gemacht hat, damals an der ATN und der sehr sehr wichtig ist, seit 20 Jahren, sich auch weiterzubilden. Ich komme aus Magdeburg, bin selber Mutter von drei Kindern und zur Zeit leben wir in der Nähe von Magdeburg in einem Dorf mit drei Hunden zusammen. Zwei Kinder sind noch zu Hause. Beide in der Pubertät, eine wunderbare Zeit. Meine Hunde auch in der Pubertät… Es ist eine sehr, sehr spannende Zeit auch bei uns gerade.

Astrid:

Ja, liebe Nadine, ich bin ja wie gesagt über dein Buch gestolpert, weil ich es so wunderbar finde, weil es Menschen kompetent macht, weil es Menschen, die Orientierung gibt, selbst Entscheidungen und zwar gute Entscheidungen für ihre Hunde treffen zu können und damit auch unabhängig von irgendwelchen Ideologien oder Philosophien sind und einfach Hundeschulen besuchen können, angucken können und entscheiden können, passt es zu mir? Ist es das, was ich will oder nicht? Und dann auch, ja gestärkt sagen zu können, nee, so möchte ich eigentlich nicht mit meinem Hund umgehen. Was mir, als ich angefangen habe mit Mantrailing als Enrichment, ganz oft entgegen geblasen wurde, tatsächlich ist: ‚Boah, Mantrailing geht ja gar nicht, das ist ja das voll, das ist voll stressig und frustig für die Hunde.‘
Wie hast du denn, bevor wir uns jetzt so kennengelernt haben, über Mantrailing ganz allgemein gedacht? Das würde mich jetzt einfach mal interessieren.

Nadine:

Ich habe mich erwischt gefühlt, als genau Du mich gefragt hast, weil ich gestehe, dass ich bisher immer der Überzeugung war, gerade im ersten Jahr noch keine Hobbys mit dem Hund zu leben, weil ein ganz großes Weil, weil das erstmal die Zeit aus meiner Sicht ist, wo das Fundament irgendwie zwischen Mensch und Hund wachsen darf, wo der Hund lernen darf, seinem Menschen zu vertrauen, wo der Mensch lernen darf, Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen, wo er lernen darf, die Ausdrucksweise seines Hundes zu lesen. Und ehrlicherweise meine Berufspraxis zeigt mir ganz oft, dass genau hier erstmal sehr, sehr, sehr viel Raum für gemeinsames Lernen ist. Weil gerade, ich sag jetzt mal auch das Lernen, was ist Überforderung, wo muss Unterstützung her. Also erstmal die Suche nach der gemeinsamen Balance ist erstmal das große Thema. Hobbys sind aus meiner Sicht  ja durchaus sehr, sehr wichtig, um irgendwie die Bedürfnisse von Hunden zu erfüllen. So allerdings, wie ich schon sagte, die Balance ist das Entscheidende. Und der Mensch, der darf jetzt erstmal auch lernen, ab wann braucht sein Hund tatsächlich neue Hobbys und wie begleitet er die. Und in aller Ehrlichkeit, ich erlebe leider natürlich auch viel die Schattenseiten und erlebe eben auch, dass aus meiner Sicht die Hunde auch schnell zu Sportgeräten gemacht werden und wo dann eben nicht mehr erkannt wird, wo die Grenzen  des Tieres sind, beziehungsweise wo es kippt. Und für mich kommt dann hier jetzt der alles entscheidende Punkt. Ich finde Auslastung, Beschäftigung darf stattfinden, solange alles im Wohlbefinden irgendwie stattfindet. Und hier ist halt ein Bereich, wo Menschen noch sehr, sehr, sehr viel lernen dürfen. Und zwar zu erkennen, was ist Wohlbefinden und was nicht, was braucht mein Hund, was braucht er nicht. Und da wir alle aus einer Leistungsgesellschaft kommen, ist es erstmal hier ein ganz, ganz großes Umdenken auf seitens der Menschen zu erkennen zwischen Leistung und Funktion und Wohlbefinden und einer gesunden Balance beim Hund.

Astrid:

Das heißt, Du bist tatsächlich am Anfang auch eher skeptisch und sagst: Nutzt die Zeit am Anfang, erstmal euch selber zu finden, euch selber kennenzulernen, euch selber Zeit zu geben. Und siehst es insbesondere kritisch, wenn man als Hobby in eine Leistungsschiene gleich zu Beginn reinrutscht. Habe ich das so richtig wiedergegeben?

Nadine:

Das hast du sehr, sehr gut wiedergegeben, ja.

Astrid:

Okay. Wie würdest du das Ganze sehen, wenn dieses Hobby gezielt nicht leistungsorientiert ist, sondern wenn bei dem Hobby tatsächlich das Wohlbefinden ganz oben in der Priorität und an der Fahnenstange steht? Ich finde es immer noch schwierig, ich sage es dir ganz ehrlich, die Frage zu beantworten, Wann soll ich mit meinem Hund mit Mantrailing anfangen? Und meine pauschale Antwort ist tatsächlich: Du kannst nicht zu spät anfangen. Zu spät ist das kleinere Risiko als zu früh. Man kann nach hinten immer anfangen. Ich würde aber diese wertvolle und empfindliche Zeit am Start, wenn man zusammenwächst, nicht zu früh gleich durch, ja ich sage zu viele Außenreize oder auch Ehrgeizfalle riskieren.

Nadine:

Unbedingt. Also du sprichst es genau an. Vielleicht kann man es kurz machen und sagen, wenn ich gelernt habe, für mich und meine Bedürfnisse und die meines Hundes einzustehen, wenn ich gelernt habe, auch Nein sagen zu können und zu erkennen, dass das jetzt hier für meinen Hund und mich nicht gut ist.

Astrid:

Du meinst mit Nein sagen, Nein zu Menschen?

Nadine:

Ja, nein zu einem Gruppenzwang, nein zu einer Autorität in einer Trainerinnen in irgendeiner Position. Genau das wäre der Punkt.

Astrid:

Ja und das finde ich macht Dein Buch so wunderbar, weil es einen genau an diesen Punkt bringt und diesen Punkt auch anspricht für seine Bedürfnisse und die Bedürfnisse des eigenen Hundes einzustehen und eben genau das, was du sagst, Gruppenzwang, Autorität, ein bisschen entspannter sehen zu können. Wir haben ja bei unserem Kennenlerngespräch auch über meine Geschichte, meine Hintergrundgeschichte mit Calimero gesprochen und die meisten meiner Hörer*innen werden diese Geschichte auch kennen, denn ich bin genau damals in die Falle getappt. Und das erste, was ich mir gedacht habe, als ich Dein Buch gelesen habe, war, „Oh mein Gott, wenn ich das Buch schon gehabt hätte, bevor ich Calimero hatte, hätte ich ihm echt viel Leid ersparen können, ihm und mir.“ Und darum finde ich das einen echt extrem wichtigen Ausgangspunkt zu sagen, schau gar nicht so sehr erst mal auf Deinen Hund, sondern guck erst mal bei dir. Kannst Du, wenn du in eine Gruppe gehst, zu einem Hundetrainer gehst, bei einem Hobby, kannst du schon erkennen, geht es deinem Hund gut, geht es ihm nicht gut und hast du einen festen Plan, was möchte ich mit meinem Hund oder was möchte ich nicht. Und erst wenn du diese mentale Stabilität hast, dann bist du bereit, überhaupt dich auf andere einzulassen. Das finde ich einen extrem wertvollen ersten Schritt und ich glaube, den denken nicht viele Menschen.

Nadine:

Genau hier hast du den entscheidenden Punkt, genau das ist die Antwort. Ab wann kann man ein Hobby mit dem Hund starten?

Astrid:

Weil man nämlich, wenn man zu früh startet, es im ersten Training merkt und sagt okay wir warten noch oder wir suchen uns was anderes oder wir suchen uns wen anderes.

Nadine:

Genau, am schlausten ist es auch erstmal ohne seinen Hund. zu diesem Training zu gehen und sich das alles anzugucken und sich reinzufühlen.

Astrid:

Ja, da sprichst du mir ja völlig aus der Seele, denn das ist auch mein Rat, immer und überall und auch bei mir, kommt bitte erst mal ohne Hund, schaut euch das an, denn ohne Hund ist das Risiko, dem Gruppenzwang zu erliegen, einfach für den Hund 0. weil du kannst nichts mit ihm machen, was du eigentlich hinterher ungut findest, wenn du ihn nicht dabei hast. Und das gilt generell für alle Trainings, ob Einzelstunde oder Gruppenstunde oder Welpenstunde oder was auch immer man angucken möchte, geht erstmal ohne Hund hin. Ja, gut, jetzt haben die Menschen den ersten Schritt gemacht und sagen, O. K., ich trau mir das zu, dass ich für meinen Hund einstehe und dass ich im Zweifelsfall einen gebuchten Kurs auch abbreche, wenn ich sehe, er ist nicht gut für meinen Hund. Man kann ja sowas auch tatsächlich im Vorfeld absprechen, wie die Stornobedingungen sind. Aber woran kann man denn jetzt, und das finde ich eine super spannende Frage, wenn man den Hund zu Hause kennengelernt hat und dann bewegt man sich in einer anderen Gruppe. Was sind für dich so die entscheidenden Marker, Merkmale, Green Flags, dass sich der Hund wohlfühlt in einem Hobbyangebot.

Nadine:

Wenn er sich tatsächlich auch zur Ruhe begeben kann und das nicht komatös umkippen oder besorgt in die letzte Ecke drücken, sondern wenn er am besten bei seinem Menschen oder in seiner Box tatsächlich auch gut zur Ruhe kommen kann. Für mich ist das tatsächlich ein wichtiges Zeichen. Und in aller Ehrlichkeit, ich würde jedem, Welpenbesitzer, Hunde, jeder Hundebesitzerin empfehlen, gerade in der Anfangszeit, in der Kennenlernzeit und wie gesagt, das ist egal, ob es ein Welpe, Junghund oder Tierschutzhund ist, eine Art Ruheprotokoll zu schreiben und das jetzt nicht im strengen Sinne, sondern sich so ein bisschen Tagesprotokoll mäßig ein kleines Tagebuch aufzuschreiben, um halt zu erkennen, halt auch einen Tag danach, nach dem Training, nach neuen Eindrücken, nach neuen Situationen ist. Weil es eben nicht immer nur diese kleinen Momentaufnahmen sind, sondern ja das ganze Nervensystem wirkt und man auch Reaktionen ein, zwei, drei Tage später irgendwie noch merkt. Und da sind wir in der Selbstreflexion, ja, wieder auf einem unterschiedlichen Stand und ich mag es dann erstmal, ein Buch in der Hand ist und man darüber lernt genau zu lesen. Ja, tatsächlich ist das so ein bisschen meine Herzensempfehlung und ich weiß, dass das relativ ungewohnt für die Ohren sein mag und ich meine damit jetzt auch nicht strenge Excel-Tabellen, sondern tatsächlich geht es mir hier darum Zusammenhänge lesen zu können zwischen wie gesagt neuen Situationen, hohen Erregung Zuständen, Zwischen Stimmungsübertragung, man hat selber irgendwie Stress irgendwie, wie wirkt sich das auf meinen Hund aus. Also tatsächlich um das ganze System lesen zu können und lesen zu lernen, finde ich, ist das eine sehr sehr schöne Arbeitsgrundlage und wie gesagt gerade in punkto Stresserleben finde ich das ein super Hilfsmittel.

Astrid:

Du hast mir auch gerade ein Stichwort gegeben mit „wenn man selber Stress hatte“. Und jetzt mal vom ganz normalen Alltag abgesehen, ich finde, ein Hobby, das man mit seinem Hund machen möchte, soll einem selber auch Freude machen. Das gilt für die Trainingsatmosphäre, das gilt für die Fehlerkultur, dass wir nicht in ein Training fahren und denken: „Oh Gott, hoffentlich mache ich heute nicht wieder irgendwie was falsch“, sondern: „Hey, ich freue mich total drauf, weil es geht uns danach immer besser.“ Und das, finde ich, gehört auch dazu, dass wir uns Gruppen suchen, wo wir uns selber wohlfühlen, wo wir uns ernst genommen fühlen, wo wir auch, wenn wir für die Bedürfnisse unseres Hundes einstehen, auf offene Ohren stoßen. Und ja, auch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen und hören. Wie wird denn da über Hunde gesprochen? Wie wird über Fehler gesprochen? Und ja, für mich gilt ja tatsächlich, der Fehler ist eine Information. Und der Fehler als Information heißt für mich als Trainerin: Ich muss handeln. Ich muss nicht den Hund mit Druck durchschieben, sondern das, was ich dem Hund gestellt habe, oder das Szenario, das ich für den Hund gebaut habe, funktioniert für diesen Hund jetzt, hier und heute nicht. Also muss ich handeln. Die Konsequenz von einem Fehler geht für mich zurück auf die Gruppenleitung, auf die Trainerin, und wenn’s nur Anleiten ist von den Menschen, wie sie sich geschickter verhalten können. Und ich erleb’s tatsächlich, häufig von Erzählungen von Kundinnen auf Seminaren, dass gerade in Mantrailing-Stunden ganz schnell die Atmosphäre in Richtung Leistungsdruck und Fehlerkultur zum Thema „Hast schon wieder nicht richtig gelesen“ kippt. Und das würde ja letztendlich deinen eigenen Stress dann auch bedeuten, dass das Erlebnis für den Hund entsprechend drastisch reduziert ist und damit gegen das Hobby oder dieses Hobby oder dieses Hobby dort spricht. Wie siehst du das?

Nadine:

Du hast es perfekt zusammengefasst. Wie gesagt, hier haben wir eh die Diskussion drin, wie viel Auslastung braucht ein Hund? Also da ist ja auch schon wieder Mindset Leistungsgesellschaft ganz dolle mit drinne und ich erlebe selber in Kundengesprächen, dass ich sage jetzt mal gerade in der Welpenerziehung, aber in der Junghundeerziehung ganz ganz genau so, ja oder sind wir jetzt noch mal beim Tierschutz und der frisch eingezogen ist, dass ich sag mal die Begleitung in die Menschenwelt nicht nur ein aktiver Part ist, sondern mittels Hundekino und emotionaler Begleitung schon ganz, ganz viel Raum einnimmt und sehr, sehr wichtig ist und wie gesagt, für ein halbwegs ausgewogenes Nervensystem sorgen kann. Wir haben aber alle diesen Leistungsgedanken in uns, dass wir sehr, sehr viel aktiv tun müssen. Also wir müssen mit diesem Welpen große Runden laufen, damit er die Welt kennenlernt. Und wenn ich dann Welpenhalterin erkläre, dass es schon mal auch eine Riesenaufgabe ist, sich mit einem Welpen irgendwie auf eine Bank zu setzen und nur mal der Welt zuzugucken, während sie vor sich hin lebt, dann ist es erst mal ganz, ganz schwer anzunehmen, weil sich das so passiv anfühlt. Dieses „Ich mache ja nichts“. Ja, und deswegen irgendwie ist dieser Leistungsgedanke auch immer sofort die Lösung auf alles. Mein Junghund ist ein bisschen nervös, ich muss den mehr auslassen. Also wir haben hier einen riesen Arbeitsbereich vor uns, beziehungsweise die Hundewelt ist einfach auch nur ein Spiegel unserer Gesellschaft. Und warum haben wir so viel Stressprobleme? Naja, weil wir sehr, sehr hohes Stresserleben haben und das leider an unsere Hunde auch eins zu eins weitergeben. Deswegen können wir mal wieder nur wieder zu dem Ursprung zurückkommen, dass wir noch mal gucken, braucht mein Hund wirklich? Was brauche ich? Und wie gesagt, ganz oft fühlt sich das dann eher für meine Kundin durchaus auch unbefriedigend an, weil die machen ja „nichts“, indem sie ihren Hund nur emotional begleiten und mit ihm gemeinsam die Welt erleben und auch ein ruhiges Vorbild sein können. Also wir erleben hier tatsächlich einen gesellschaftlichen Konflikt, der dann auf dem Rücken der Hunde ausgetragen wird, beziehungsweise ist dann halt auch mal schnell ja ein Methodikwechsel angesagt, weil wir kennen es halt aufgrund unserer Leistungsgesellschaft, dass man eher nach Funktion irgendwie bewertet und nicht nach Wohlgefühl. Deswegen stößt man halt auch noch auf sehr, sehr viel Widerstand, wenn es darum geht, nee, wir müssen auf das Wohlbefinden achten. Ja, also wir haben hier sehr, sehr viele, ja auch gesellschaftliche Themen mit drinne, wo wir in der Hundewelt einen kleinen Beitrag leisten können und für einen großen Aha-Effekt durchaus sorgen können, weil ja die Ideen, die Gedanken und die Reflexion ja dann nicht nur im Hundebereich ja Früchte tragen, sondern logischerweise für Menschen ja auch in den Alltag, in den Arbeitsbereich etc. reingetragen werden. Also wie gesagt, großer Konflikt. können wir nicht nur in unserer kleinen Hundewelt lösen, da müssen wir auch selber auch noch in anderen Bereichen wirken und auf uns aufpassen.

Astrid

Ja, und dieser kleine Hundebereich, der ist aber einer, wo wir aktiv wirksam werden können. Wo wir was bewegen können und was dann einfach vielleicht auch Wellen schlagen kann. Genau, Kreise zieht. Ich mach ja ausschließlich Mantrailing, das heißt, ich habe diese Fragestellung nicht so oft, aber wenn wenn Du in Beratungen gehst, hast Du eher das Gefühl, dass Hunde zu wenig Hobbys haben oder zu viele Hobbys haben?

Nadine

Also in 20 Jahren in sehr, sehr, sehr deutlicher Tendenz eher, dass sie durch ihren Alltag komplett überlastet sind, als dass sie noch ganz dringend Themen brauchen. Ja, also in aller Deutlichkeit. Ja, wo ich jetzt einmal bewusster das Thema Auslastung in gesunde Bahnen lenken möchte, ist, wenn man komplett überforderte, überreizte, kleine, ja, Hundekinder haben, meinetwegen im ersten Jahr begrenzt sich jetzt nicht  nur auf die Welpenzeit, dass äh ich dann gerne inzwischen einmal öfter sage: bitte hier weniger Spaziergänge, weniger , ich sage jetzt mal „Sitz – Platz, Kopfstand Training“,  weniger Formalismus, sondern bitte jetzt hier mal gezielt artgerecht die Nase einsetzen, um für eine gesunde Balance wiederum zu sorgen. Aber dann müssen definitiv andere Bereiche bitte runtergefahren werden. Ja, bevor ich denn gezielt sage, und ja, wenn ich nicht das Gefühl habe, dass der Mensch das verstanden hat, dass er ganz dringend in anderen Bereichen bitte weniger macht, dann empfehle ich auch keine Auslastung, weil dann haben wir wieder diesen Punkt. Also nur Menschen, die verstanden haben, wie wertvoll „Hundekino“ ist. Ja, beziehungsweise auch „Jagd nach erwünschtem Verhalten“, also diese ganzen feinen kleinen Sachen wahrnehmen und wertschätzen können. Denen irgendwie öffne ich die Tür und sage, macht mal das, weil ich dann weniger Sorge habe, dass sie über diese klassische Hundeauslastung dem Hund ja noch mehr Input geben und dem dann noch mehr überlassen. Wir haben ja wieder die Balance, die das Wichtige und Entscheidende ist. Und den gesunden Menschenverstand, der auf Wissen basierend eine gute Entscheidung treffen kann.

Astrid

Ich muss ja gestehen, ich bin überhaupt kein Freund von dem Wort „Auslastung“. Ich selber nutze es tatsächlich auch nicht und ich sehe es bei dir genauso. Ich sehe das nämlich tatsächlich, das Wort Auslastung als ein Wunsch des Menschen, dass der Hund hinterher Ruhe gibt und dass man eigentlich sein eigenes Leben wieder weitermachen kann, ohne dass der Hund stört. Das ist jetzt meine ganz persönliche Interpretation oder Konnotation, die ich mit dem Wort Auslastung verbinde. Es kann natürlich, wenn Wohlbefinden an der obersten Stelle steht, was ganz Wunderbares sein, dass der Hund seine Bedürfnisse das seinen Bedürfnissen nachgehen kann, dann kann Auslastung tatsächlich auch was sehr Schönes sein. Aber für mich kippt es häufig in den in den Leistungs- und Funktionsgedanken rüber. Und Du hast vorhin etwas gesagt, wenn der Alltag des Hundes, ob jetzt Welpe, Junghund oder Tierschutzhund noch sehr aufregend ist, dann brauchen die kein Hobby. Das wäre tatsächlich auch als das zweite Kriterium zu sehen, die zweite Tür. Der Alltag muss den Raum dafür bieten, dass ein Hobby überhaupt einziehen kann. Wenn der Alltag total ruhig und entspannt ist und eigentlich überhaupt nichts passiert, kann sich diese Tür früher öffnen,  als wenn wir in einem sehr überreizten Umfeld sind, wo viel ein und ausgehen, wo der Hund einfach im Alltag schon mit ganz vielen Reizen konfrontiert wird, dann würdest du diese Tür erst sehr viel später, wenn überhaupt, öffnen.

Nadine:

Genau. Also ganz konkret, ich sag jetzt mal eine Familie wie wir mit drei Kindern, die regelmäßig Besuch bekommen, mit in dem Fall noch zwei anderen Hunden, mit einem Leben  regelmäßig in der Stadt Menschen besuchen etc., die brauchen kein Hobby. So genauso wenig wie jetzt jemand ein Hobby braucht, der seinen Hund den ganzen Tag mit im Büro hat und der den ganzen Tag sozusagen auch seine Arbeit leistet und derart viele Reize zu verarbeiten hat. sage ich auch bitte erstmal kein Hobby. Also tatsächlich ganz, ganz genau hingucken. Mit welcher Persönlichkeit habe ich es mit dem Hund zu tun? Wer bin ich selber? Wie sieht mein Leben aus? In aller Ehrlichkeit erstmal genau hingucken. Ja, wie viel Ruhe hat mein Hund? Ja, und dann wie gesagt, nochmal die Herzensempfehlung meinerseits, sich das ein bisschen aufzuschreiben, damit es eben nicht nur gefühlte Wahrheiten sind, sondern man mal in aller Ehrlichkeit irgendwie drauf gucken. Ja, bei uns sind jetzt schon wieder freie Tage. Ich weiß, dass das anstrengende Tage für meine Hunde sind. Ja, bald sind wieder Ferien. Ja, dann wird das Wochenende wieder ein Freund hier übernachten. Das finden die alles lustig und schick, aber es ist für sie ja wieder ein anderer Rhythmus ist und ja, andere Menschen, an die sie sich da gewöhnen müssen, das ist für die anstrengend und das sehe ich und das erkenne ich immer. Der Montag ist hier meistens mit entspannten Durchschnarchen verbunden, beziehungsweise nach den Ferien sehe ich, dass sie zwei, drei, also eine halbe Woche, manchmal eine Woche brauchen, nach den Sommerferien, damit sie wieder entspannt sind. Und sie sind das Leben ja mit Kindern gewöhnt. Ja, also es lohnt sich hier wirklich genau hinzugucken und dieses genau hingucken und reflektieren, das dürfen wir manchmal einfach echt lernen und deswegen nochmal die Empfehlung, sich das ein bisschen zu vergegenwärtigen, ein bisschen aufzuschreiben und selber ein bisschen rein zu fühlen.

Astrid:

Jetzt haben wir aber manchmal die Situation, dass die Menschen ein Hobby wollen, dass vielleicht sogar der Hund angeschafft wurde, um einem bestimmten Hobby nachzugehen. Und ich sage jetzt mal, wenn das alles flutscht und läuft, alles fein. Aber was, wenn wenn man merkt, dass der Wunsch des Menschen nach einem Hobby mit dem, was man ausprobiert, dann wir sind ja durch die erste Tür gegangen und wissen: Oh Mist, das geht mit diesem Hund jetzt so nicht, wie ich mir das gewünscht habe. Was für Möglichkeiten gibt’s denn? Oder beziehungsweise worauf muss ich denn dann als Mensch ganz besonders achten, wenn ich sage, ich möchte aber ein Hobby haben, nach welchen Kriterien muss ich mir dann meinen Hobbyanbieter auswählen, damit ich meinem Hund nicht schade und trotzdem auf meine eigenen Kosten als Mensch komme?

Nadine

Ich habe ja so ein ganz wunderbares Buch in der Hand, das nennt sich „Mantrailing: Mehr als Suchen, Wohlbefinden als Wegweiser“. In diesem Buch findet man Bereich, wo genau erklärt ist, wie eine gute Mantrailing-Gruppe aussieht, wie die abläuft.

„Ja, hier eine Herzensempfehlung, weil als ich tatsächlich dieses Buch gelesen habe, bin ich von meiner bisher pauschalen Aussage „Bitte im ersten Jahr eher noch nichts machen“ abgewichen, weil ich erkannt habe, dass es durchaus doch kleine, feine Alternativen gibt.“

Ich mag es nicht, ich sag jetzt mal, die Negativbeispiele zu benennen, macht es aber an einer Stelle trotzdem, weil sich einfach Spreu vom Weizen trennt. Also nochmal, fang mal an. Es ist wichtig, sich selber zu reflektieren und zu erkennen, ja, ich habe mir jetzt diesen Hund geholt, nur deswegen. Und ja, sich da selber gut im Blick zu haben, sich selber auch mal bremsen zu können, ja, und sind wir jetzt doch mal ehrlich, genau hinzugucken. Und ich sage es jetzt doch, ich finde es wichtig, sich Red Flags zu benennen, weil das durchaus einfach Schäden für unsere Hunde machen kann. Wenn wir zum Beispiel in eine Mantrailing Gruppe gehen und der Hund hat vorher nicht gelernt in der Box zu sein und da irgendwie ja gleich zwangsweise in die Box gesetzt wird und da sich selber überlassen wird. Punkt Nummer eins. Punkt Nummer zwei ist, wenn ich in eine Gruppe gerate, wo mit Verlaub der Leistungsgedanke irgendwie wieder federführend ist, habe ich als Nebenprodukt ganz oft sehr hoch erregte, aufgeputschte andere Hunde und habe damit eine Stimmungsübertragung, die ich erstmal ganz schwer bei meinem Hund begleiten kann und wo ich, ja, wenn ich mir mein Tagesprotokoll ganz ehrlich angucke, auch feststelle, wie lange das nachwirkt. Also hier haben wir irgendwie eine Stressübertragung hoch zehn, wo ich sage, das ist ein ganz großes Warnsignal und wenn ich jetzt, ja, sage ich jetzt mal, den doch klaren Fehler in dem Moment gemacht habe, die Situation falsch eingesetzt habe, ist das ein Moment, wo ich wirken muss, wo ich ja dann auch mutig sein darf und die Situation für meinen Hund abbrechen muss, ja, um den zu schützen.

Weil, ja, Welpen, Junghunde, Tierschutzhunde, das Allerwichtigste, was erstmal lernen dürfen und hoffentlich tun sie dies auch, ist, dass der Mensch für ihre Sicherheit zuständig ist, dass der Mensch seine Bedürfnisse achtet und dass er ja auch in, ich sag jetzt mal, Turbulenzen sich auf seinen Menschen verlassen kann, weil der kompetent ist und ihn schützt.

Ja, also ich muss sagen, damit man da nochmal ganz deutlich weiß, wenn ja ich mir alleine eine Gruppe irgendwie angucke und schon feststelle, dass die Hunde alle sehr, sehr, sehr erregt sind, sollte ich da vorsichtig sein, weil ich möchte einen Hund haben, der ja möglichst gelassen durchs Leben geht und nicht ja derart erregt ist und damit auch in gewissen Situationen komplett überdreht.

Astrid

Ja und vor allen Dingen, dass die Menschen auch begleitet werden, den Hund aus der Erregung in Wellen wieder runterzubekommen. Dass wir nicht den Hund auf die Palme raufschicken und ihn dann einfach da oben alleine lassen und runterfallen lassen, sondern dass wir sagen, okay, wir können ihn auch gemeinsam wieder runterholen. Und vor allen Dingen, dass die Trainer*innen, die Leitungen der Gruppe, diesen Part auch aktiv anleiten. und nicht sagen, so zum Beispiel jetzt beim Mantrailing: „Gehst zurück, pack den Hund ins Auto und beeil dich, weil du bist die nächste Zielperson.“ Das ist einfach nicht sinnvoll für den Hund. Und ich denke, also ich sehe meine Aufgabe als Mantrailing-Trainerin durchaus auch da drin, den Menschen anzuleiten, wie sie denn mit der Erregungslage des Hundes am Ende vom Trail umgehen, damit wir idealerweise die Pause einleiten, also den Übergang von Anspannung zu Entspannung nicht abrupt gestalten, sondern halt als Welle gestalten. Also da sehe ich oft oder höre ich oft, dass die Menschen da allein gelassen werden, dass sie dann auch gar nicht wissen, was sie tun sollen, sondern dass sich die Trainer*innen gleich dem nächsten Team zuwenden und man dann einfach allein auf weiter Flur ist. Und ich finde das ganz wichtig.

Nadine:

Ja, ja, also an der Stelle irgendwie reicht es mir zum Beispiel nicht aus. Das gehört zu dem Rüstzeug mit dazu, was der Mensch irgendwie schon bevor er irgendein Hobby anfängt mit seinem Hund leisten, praktizieren darf, nämlich bewusst diese Erregungswelle irgendwie surfen, begleiten, große Gefühle begleiten. Also das sollte nicht erst dann irgendwie im Vereinsbereich, im Hobbybereich auf einmal ein Thema werden. Genau das sind ja die großen Lernaufgaben, die die erste ja gemeinsame Zeit ausmachen. Ja, und da finde ich es auch wichtig, weil wir uns ja auch schon viel über Ruhe und Entspannung unterhalten haben, auch nochmal deutlich gemacht. Natürlich gehört Erregung mit zum Leben mit dem Hund dazu. Viel Spaß und Freude und auch Erregung zu durchleben, also nicht das falsch verstehen, dass Erregung immer ja was Negatives ist, aber wichtig ist halt wirklich, wie du es gerade gesagt hast, einen Hund, ich sag jetzt mal, bei großen Gefühlen zu begleiten. Ich habe diese Floskel eingeführt, so dieses „Drachenzähmen leicht gemacht“, also wirklich lernen, den Hund an die Hand zu nehmen und langsam wieder runter zu begleiten und nicht, ich bringe ihn auf 180, sag dann „Aus“ und drehe mich um und lass den dann auf diesem hohen Erregungsniveau alleine. Und das ist auch wieder ein großes Lernen, weil Menschen gerne dazu neigen, das lieber mit einem „Aus“ und „Pfui“ und „Nein“ beenden zu wollen, weil hier eben auch die emotionale Begleitung ganz oft erst mal was Neues ist. Ja, bin ich ganz ehrlich. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich einer der ersten bin, die das so erklärt, ja woanders haben sie halt gelernt, dass man da „Aus“ sagt und dann muss er damit klarkommen. Und da fehlt es ganz oft an Werkzeugen, wie das überhaupt möglich ist. Und ich möchte nur ein ganz kleines Fenster aufmachen, weil das insgesamt einfach sonst ein Riesenthema aufmachen würde. Wir reden hier auch, ja, ich sag jetzt mal von erwachsenen Menschen, die es selber oft auch gar nicht besser erlernt, erfahren haben. Also Umgang mit großen Gefühlen ist ein Riesenthema und ich selber versuche da sehr, sehr wertschätzend und wohlwollend zu begleiten und das ist übrigens auch meine größte Herausforderung in dem Buch gewesen, Menschen an die Hand zu nehmen und eben nicht abzuwerten, wenn sie es anders praktizieren, sondern mir war es mega wichtig, von Anfang an an die Hand zu nehmen, bei mir ja durch 20 Jahre Berufserfahrung klar ist, dass das teilweise neue Bereiche sind und deswegen kann ich nur sagen, es ist hier mega wichtig, da sehr, sehr wohlwollend zu sein. Und wenn man merkt, da kommen jetzt gerade irgendwie alte Muster hoch, beziehungsweise ist es absolutes Neuland, weil wir wissen ja, alles Neue gerne erstmal auf Widerstand, so ist unser Hirn einfach auch gestrickt und hier ist es sehr, sehr, sehr wichtig mit Geduld und einer klaren Wissensvermittlung zur Seite zu stehen.

Astrid

Du beschreibst gerade den Idealzustand, wie die Menschen ein Hobby beginnen. Die Realität ist dann meistens doch ein bisschen anders und da finde ich eben, liegt die Verantwortung aber in den Leitungen der Gruppen, die Menschen nicht nur aktiv an die Hand zu nehmen, sondern auch, wenn sie diesen Idealzustand schon haben, wenn sie die Erregungswellen surfen können, aber auch den Raum und die Zeit aktiv zur Verfügung zu stellen und zu sagen: Ja, du gehst mit deinem Hund so nach dem Trail zurück, dass er entspannt ins Auto einsteigen kann. Und das erfordert jetzt beim Mantrailing einfach eine gewissen strukturellen Planung. Dass zum Beispiel derjenige, der gerade getrailt hat, nach Möglichkeit nicht als nächstes als Zielperson dran ist, dass er wirklich so viel Zeit wie möglich hat, die er seinem Hund widmen kann, um diese Erregungswellen zu surfen. Ohne dass wir unternehmerisch die Zeit des Trainings künstlich aufblasen, weil das ist ja für alle anderen in der Gruppe und für die wartenden Hunde verlorene Zeit. Die kann man einfach super einplanen, dass sie eben nicht verloren ist, wenn man von vornherein dafür sorgt, dass diese Menschen im Ablauf diese Zeit auf jeden Fall bekommen. Und das finde ich super, super wichtig.

Nadine

Keine Frage, ich find Multiplikator*innen haben eine riesengroße Verantwortung. Allerdings finde ich, dass auch jeder einzelne Mensch, der einen Hund hat, eine riesen Verantwortung hat und sich dieser bewusst sein muss.

Deswegen kommen wir jetzt hier noch mal ein ganz klarer Bogen: ich selber muss mir bewusst sein, was ich möchte. Ich muss für mich meinen inneren Wertekompass haben, so um tatsächlich ganz schnell zu erkennen, dass die Methode, die Gruppe, die Trainerin, der Trainer nicht dazugehören. Ja, also dass die einfach eine andere Sicht haben. So, ich selber bin für meinen Hund verantwortlich. Deswegen muss ich es schaffen, also ich jetzt mit dem Buch menschenkompetent werden. Du hast es in der Einführung schon gesagt, genau das ist mein großer Wunsch, mein großes Ziel mit dem Buch gewesen, dass man selber „nein“ sagen lernt und selber erkennt, nee, das passt jetzt noch nicht oder generell nicht. Ja, und dazu irgendwie steht. Nochmal, ich finde es wichtig, dass sich Multiplikatoren ihrer Rolle bewusst sind. Jetzt können wir Gesellschaft nur leider nicht so schnell ändern, wie es ja schön wäre. Ich sage jetzt mal, unser Schulsystem ist auch schon sehr, sehr, sehr alt und überarbeitungswürdig. Wir haben das Glück, dass wir neues Wissen direkt in unsere Hundeschulen, in unsere Praxis bringen können. Nichtsdestotrotz haben wir da auch, ich sag jetzt mal, unterschiedliches Spektrum an Wissen und Glaubenssätzen etc. Deswegen nochmal an der Stelle, es ist mir wichtig, Hundehalter*innen, Hundemenschen so weit zu schulen, selber gute Entscheidungen für sich Hund ihren Hund zu treffen. Ja, also beides.

Astrid

Absolut. Und ich finde, das ist Dir mit Deinem Buch tatsächlich großartig gelungen, dass Menschen das mit diesem Buch lernen können. Das möchte ich an dieser Stelle einfach nochmal betonen.

Okay, Nadine, ich würde gern nochmal auf den einen Punkt eingehen, nämlich wenn sich der Mensch ein Hobby wünscht. Ich finde, um das von meiner Seite nochmal zu ergänzen, dass es schon wichtig ist, wenn ich mir ein Hobby wünsche mit meinem Hund zusammen, dass ich dann bei der Auswahl auch gucke, dass bei diesem Anbieter nicht nur mein Bedürfnis erfüllt wird, sondern auch auf den Hund geschaut wird und auch die Bedürfnisse des Hundes wichtig sind. Ich denke, man kann aber tatsächlich sogar noch einen Schritt weiter gehen. Nadine, wie siehst du das?

Nadine

Tatsächlich ist es sehr, sehr wichtig für mich als Mensch auch  anzunehmen und auch anzuerkennen, dass die Idee, weshalb ich mir einen Hund geholt habe, sei es Dummy, sei es Agility, sei es Mantrailing, als Hobby zu leben, dass es eben manchmal nicht erfüllt wird. Ja, weil der Hund einfach nicht dazu passt. Und selbst wenn man schon eine gemeinsame Reise hinter sich hat, gibt es den Punkt, wo man einfach auch erkennen darf, dass das nicht mit genau diesem Hund zu leisten ist. Und das ist überhaupt nicht zu den Bedürfnissen des eigenen Hundes passt. Und deswegen finde ich es an der Stelle auch immer wichtig, dieses Annahme der Persönlichkeit. Also, wir holen uns keinen Gebrauchsgegenstand und haben dann die Garantie, dass der für genau diese Wesensmerkmale steht, sondern wir dürfen schon am Anfang der Reise ein bisschen offen sein und gucken, wo sie auch wirklich hingeht und ob das dann wirklich auch zu den Bedürfnissen passt, beziehungsweise hast du selber auch schön gesagt, dass man eben auch ganz, ganz genau guckt. Wo es vielleicht dann doch unter anderen Bedingungen, die ja vielleicht nicht prüfungsrelevant sind, in abgespeckteren, entspannteren Versionen stattfindet, so dass man sich möglicherweise doch wieder ja auch zu einem wirklichen Hobby und eben nicht leistungsorientiert trifft . Ich finde es wichtig an der Stelle auch zu sagen, lieber Mensch, kann sein, dass das, was du dir vorstellst, nicht passieren wird. Ja, und das in aller Deutlichkeit, ich hole mir einen gesellschaftstauglichen Hund und denke, dass der das Stadtleben irgendwie meistert und toll findet, dafür gibt’s keine Garantie. Genauso gibt’s eben auch nicht die Garantie,  mir ein Aussie zu holen und dass der im Agility irgendwie Bereich glücklich wird. Also wir holen uns kleine Persönlichkeiten in unser Leben Und es ist unser Job, da genau hinzugucken, womit sich beide wohlfühlen.

Astrid

Und vor allen Dingen ein Wort möchte ich betonen: In der Regel holen wir uns dieses Lebewesen in unser Leben. Es ist nicht so, dass der Hund mit gepackten Köfferchen an der Tür steht, klopft und sagt: „Hey, ich finde dein Leben so toll, darf ich bitte mitleben?“ sondern die Entscheidung geht von uns aus. Und ich sehe das da genau wie Du, deswegen tragen wir auch die volle Verantwortung dafür. Und es geht nicht darum, sein eigenes Leben und seine eigenen Bedürfnisse wegzusperren oder nicht zu erfüllen. Aber da muss man manchmal auch Kompromisse schließen und sagen, das, was ich mir erhofft hatte, was mit Hund geht, geht halt mit diesem Hund nicht. Aber vielleicht kann ich es alleine machen. Ich sage jetzt mal, abseits von dem Hobby, der berühmte Waldspaziergang. Wenn ich mir einen Hund geholt hab, weil ich gerne spazieren gehe, weil ich gerne in der Natur spazieren gehe, weil ich gerne im Wald spazieren gehe. Und für diesen Hund ist das jetzt noch nicht entspannt oder gut möglich, dann ist es absolut legitim, sich Zeiträume zu schaffen, in denen man dieses Bedürfnis eben ohne Hund erfüllt, alleine in der Natur spazieren geht, alleine einen Waldspaziergang macht. Und ja, so gilt es dann eben auch mit Hobbys in verschärftem Maße.

Nadine

Genau in aller Deutlichkeit: hier bringst du nochmal einen ganz wichtigen Gedanken mit rein. Es ist mega wichtig, dass auch der Mensch auf seine Bedürfnisse achtet und die auch ja umsetzt. Ja in aller Klarheit. Also wir können selber unsere Hunde, unsere Kinder nur gut anleiten, wenn’s uns selber gut geht und wenn wir auch unsere Bedürfnisse im Blick haben. Ja, also genau das gehört bitte zu dem bedürfnis- und bindungsorientierten Umgang miteinander.

Astrid

Wir hatten den Punkt „Hunde brauchen ein Hobby“. Wir hatten den Punkt „Menschen wollen ein Hobby“. Ich habe einen Punkt noch offen, nämlich:  der Hund zeigt Verhalten oder ist in der Umwelt mit Menschen und oder anderen Hunden oder anderen Reizen sehr unsicher und wir würden gerne aktiv mit dem Hobby an dieser Thematik basteln. Denn das ist, wie ich persönlich finde, eine ganz große Stärke von Mantrailing, dass wir eben gerade solchen Hunden und Menschen, die im Alltag viele Baustellen haben, die im Alltag viel managen müssen, die im Alltag viel Stress haben, dass wir ihnen über das Hobby Mantrailing etwas an die Hand geben, was langfristig ihren Alltag leichter macht. Unter der Voraussetzung, dass es nicht leistungsorientiert ist, sondern dass wirklich Wohlbefinden an oberster Stelle steht. Und das finde ich jetzt auch eine sehr schwierige Frage. Wann würdest Du sagen, wann ist ein Hund bereit, in ein Hobby einzusteigen, bei dem wir gezielt an an der Verbesserung seiner Lebensqualität arbeiten wollen, weil der Alltag schwer ist, weil wir die Hoffnung haben, dass das Hobby uns den Alltag erleichtert? Der Mensch muss klar wissen, OK, ich kann erkennen, meinem Hund geht’s gut und ich habe auch das Standing zu sagen, Stopp bis hierhin und nicht weiter. Aber wie erkenne ich’s am Hund oder  ja, wann würdest Du da einen einen Einstieg mal wagen? Denn wir reden ja jetzt immer von einem wagen und gucken.

Nadine

Genau, als allererstes, ja, die therapeutische Futtersuche ist Gold wert. Ja, das ist ein großes Ausrufezeichen. Ganz unbedingt ist das ein super Werkzeug. Auch hier kann ich noch mal wiederholen, dass es wichtig ist, das Tagebuch für sich zu schreiben, um zu gucken, wie eben der Alltag und das Training wirkt. Eine gute Gruppe haben wir auch schon als Grundvoraussetzung. Dass der Mensch seinen Hund gut lesen kann, ist auch eine gute Voraussetzung. Ich würde an der Stelle, und das hast Du gerade selber gesagt, ja auch mal mutig sein, meinem Hund hier eine gewisse Stressresilienz zumuten und sagen, wir probieren das gemeinsam. Ja, also die ganzen Faktoren, ab wann, die dürfen erstmal erreicht werden. Ich kann erstmal davon ausgehen, dass ich zu meinem Hund eine sehr stabile Bindung aufgebaut habe, den lesen kann, seine Bedürfnisse erkenne, im Falle des Falles auch „nein“ sagen kann und wieder abbrechen kann.  Dann sage ich ja, traut euch, lernt gemeinsam, wachst gemeinsam. Ja, also immer mit dem Gedanken auch, dass der Mensch ja für sich auch gut sich abgrenzen kann und sagen kann, bis hier und nicht weiter. Ich sehe jetzt gerade, dass es doch zu stressig ist und dann ist es das eben heute noch nicht. Also das ist tatsächlich wichtig, dass ein Mensch sich traut, seinen Hund zu schützen. Aber genauso ist es auch wichtig, eine gesunde Waage zu Weiterentwicklung und Zumutung und die seinem Hund auch zukommen zu lassen und zu sagen Hey,wir gehen mal aus der Komfortzone gemeinsam raus. Ich bin bei dir, wir machen das gemeinsam und dann ja, sich eben wie gesagt auch mal ein bisschen mehr zutrauen und gemeinsam die Welt entdecken. Also es ist auch wieder hier, ich habe da immer so ein Bild von der Waage im Kopf. Ja, dass es genauso auch dazugehört, sich Neues irgendwie zu trauen und gemeinsam zu erwagen, zu wagen. Genau.

Astrid

Ich habe es ja selber eben mit dem Trailen für mich und meinen Calimero damals entdeckt, dass wir über dieses Hobby tatsächlich erst wieder ein richtig stabiles „Gemeinsam“ entwickeln konnten. Und ich ja, ich finds tatsächlich wirklich schwierig, die Entscheidung abzuwägen, wann gehe ich in ein Hobby rein, bei dem ich mir erhoffe, dass meine Beziehung, dass meine Bindung zu dem Hund besser wird. Und wie lange muss ich im Vorfeld schon aufbauen, dass ich sie habe. Denn für mich war es jetzt tatsächlich ganz klar, hätte ich damals mit Calimero nicht angefangen zu trailen, wären wir heute nicht da, wo wir sind. Und wir haben uns das durch dieses Hobby erarbeitet. Da hatte ich aber, und das war für meine für unsere Entwicklung halt wichtig, tatsächlich auch schon im Kopf, was sind denn die Bedürfnisse meines Hundes sind und was er brauchte. Ich habe es eben erkannt, dass das, warum wir dort waren, wo wir waren, kein Fehler von mir und Fehler vom Hund war, sondern unpassende Ansprüche, die an uns gestellt wurden. Und drum finde ich es tatsächlich schwierig zu sagen, dass bevor man ein Hobby anfängt, unbedingt die stabile Bindung schon da sein muss. Wo würdest du da sagen, ist die Grauzone?

Nadine

Ich weiß, Menschen mögen es konkrete Zahlen irgendwie zu bekommen.

Astrid

Nein, keine Zahlen, eher Gefühl, eher.

Nadine

Ja, die Dreierformel. Also was eine stabile Bindung ist, ist ja sowieso ja auch noch ein spannendes Feld und ich finde es wie gesagt wichtig, dass mein Hund ja weiß, dass ich der Fels in der Brandung für ihn bin.  Dass er weiß,  im Stress kann ich mich an meinen Menschen wenden. Wie gesagt, noch mal ganz wichtig, ich darf genauso auch sehen, ab wann es meinem Hund zu viel ist. Das sind halt die Grundvoraussetzungen und ehrlicherweise, das sind ja auch  die wichtigen Faktoren für Bindung.

Also man muss halt tatsächlich aufpassen mit dem, was man tut, damit es eben nicht bindungsfeindlich ist. Ja, und da gibt es ja schon auch relativ klare Faktoren. Also ich sage jetzt mal, eine mangelnde Empathie ist ja ganz klar bindungsfeindlich. Ja, Überforderung nicht zu erkennen und dann einfach weiterzumachen, ja, ist nicht förderlich. Genauso wenig wie Bedürfnisse missachten. Ein unberechenbarer Umgang, dass man auf einmal sich anders verhält, weil man dort von irgendwem angeleitet ist und der Hund damit überhaupt nicht zurechtkommt. Dann sage ich jetzt auch  ständig wechselnde Trainingsmethoden sind auch ja eher bindungsfeindlich als förderlich. Ja und über alte, überholte, rückwärtsgewandte Überzeugung brauchen wir uns an der Stelle glaube ich auch gar nicht  zu unterhalten. Ja, ich werde jetzt nicht genau sagen „ab dann“.

Astrid

Da wollte ich dich auch gar nicht hinbringen, weil mein Lieblingssatz ist ja immer: „Es kommt drauf an.“

Nadine

Genau, auf die Faktoren aufmerksam machen. Ich mag es ja auch, auch wenn mein Buch wirklich sehr, sehr umfangreich und dick ist und sehr, sehr viel Wissen enthält. Ich mag es auch, das mal auszuprobieren und auch festzustellen, okay, dann ist es heute noch nicht.

Also wie Du selber schon gesagt hast, ich mag es, eine andere Fehlerkultur zu entwickeln und für eine andere Fehlerkultur zu stehen. Und dazu gehört auch mal festzustellen, okay, das, was wir heute gemacht haben, war ein bisschen viel, haben wir rechtzeitig abgebrochen oder haben wir doch gemeinsam gemeistert, obwohl ich es gar nicht gedacht hätte, dass wir es dann doch meistern. Also das ist so mega wertvoll. Ja, also da an der Stelle ein Trommelwirbel, das würde ich mir, wenn ich das alles mir vorher zu sehr durchdenken, zerdenken würde, nicht erleben. Ja, also ich finde, ein bisschen Mut darf dann auch mal dazugehören und da kann man dann auch einfach mal appellieren, das auszuprobieren und wenn es halt noch nicht passt, war es halt eine Erfahrung.

Astrid

Genau. Ja, liebe Nadine, ich denke, dass wir den Kernpunkt, ab wann ein Hund ein Hobby braucht, extrem gut umrissen haben, aus vielen Aspekten beleuchtet haben. Und ich finde, um mal einen eine Kernidee unseres Gespräches nochmal herauszuarbeiten, ist einfach einen stabilen Wertekompass zu haben bei sich selbst und den auch nach außen umsetzen können. Also zu wissen: Was will ich? Wie will ich’s? Und nach außen sich abgrenzen zu können, wenn es anders läuft. Und ich sage es von meiner Seite her: Natürlich mache ich in meinem Training Vorschläge, wie man was machen kann. Aber wenn meine Menschen sagen: „Nee, das fühlt sich für mich nicht gut an“ oder „Will ich nicht“, dann ist es mein Job, dafür zu sorgen, Alternativen zu finden oder zu erklären oder Verständnis zu schaffen oder eben zu sagen: Okay, dann müssen wir einen anderen Weg gehen, wenn sich das für dich nicht gut anfühlt. Finde ich super, super wichtig.

Nadine

Ja, Applaus an der Stelle. Genau so muss es sein.

Astrid

Ja, Nadine, dann sage ich ganz, ganz herzlichen Dank für das wunderbare Gespräch. Ich finde, es war ein sehr tiefgreifendes Gespräch, das vielen Menschen Orientierung geben kann und auch Mut machen kann, für sich einzustehen.

Und wer an der Stelle jetzt einen Hund neu bekommt, sei es Welpe, Secondhand, Tierschutz, was auch immer, und das Gefühl hat, da wo er jetzt ist, fühlt sich an irgendeiner Stelle nicht stimmig an, warum auch immer. Dem kann ich wirklich nur das Buch von der Nadine ans Herz legen und sagen, lies das und dann vergleiche mit den Werten. Ist es deine Welt, willst du langfristig so mit deinem Hund umgehen und dann vergleich es mit dem, wo du bist und ziehe dann auch tatsächlich Konsequenzen. Und es gibt Gott sei Dank wirklich immer mehr TrainerInnen, die auch gerade für Junghunde und Welpen vernünftige Angebote machen und nicht nur einen gesellschaftlichen Wunsch bedienen, sondern sich wirklich um die Bedürfnisse von Hunden und ihren Menschen kümmern.

Also vielen, vielen Dank, Nadine.

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Ich bin Astrid Sperlich, Fachfrau für ein Mantrailing Training, das Mensch-Hund Teams zum Strahlen bringt.

Mit fachlichem Scharfsinn und Blick auf die Bedürfnisse beleuchte ich Dein Training von allen Seiten. Ich unterstütze Dich dabei, Deinen Weg als Mantrailing Trainer*in zu finden. Vor Ort in Oberbayern & online, persönlich & in einer starken Gemeinschaft.

Für den IBH leite ich die Mantrailing-Trainer*innen Weiterbildung, die den Schwerpunkt auf Enrichment setzt. Meine Mission: Mensch & Hund mit Mantrailing wirklich glücklich machen und nicht nur auslasten. Probleme lösen, statt neue schaffen.