Die Kunst des Flankens – Begleiten mit Haltung, Technik und Expertise

Mantrailing Trainerin Astrid Sperlich beim Flanken eines Mensch-Hund-Teams beim Mantrailing; professionelle Begleitung mit klarer Haltung, Technik und Expertise.
Geschätzte Lesedauer: 12 Minuten

Vielleicht fragst Du Dich, was am „Flanken“ eigentlich Kunst sein soll. Vielleicht kennst Du es bisher vor allem als „nebenherlaufen“.

Wenn das Ziel des Mantrailing-Trainings Wohlbefinden ist, beginnt Flanken jedoch weit vor dem Startpunkt. Es ist die Art, wie wir ein Team durch alle Phasen des Trainings tragen: mit Haltung, mit Technik und Expertise.

Das Wichtigste über die Kunst des Flankens beim Mantrailing als Enrichment

🎨 Der Begriff Flanken wird je nach Kontext unterschiedlich genutzt. Hier steht er für das aktive Begleiten von Mensch-Hund-Teams beim Mantrailing als Enrichmentmaßnahme
Es bedeutet: Mensch-Hund-Teams so zu begleiten, dass sie sicher, lernfreundlich und mit Wohlbefinden trailen und sich entwickeln können.

🎨 Ziel ist nachhaltiges Wohlbefinden von Hund und Mensch zu bewirken – nicht Leistung um jeden Preis.

🎨 Flanken ist meistens lehrend, kann aber auch prüfend sein: Anleitung, Orientierung, Reflexion – passend zur Trainingsphase und dem Bedarf des Teams.

🎨 Ganzheitliches Flanken beginnt bereits vor dem eigentlichen Trail: mit Trainingsplanung, Vorbereitung der Bezugspersonen und einem Start, der Ruhe und Fokus ermöglicht.

🎨 Trainer*innen gestalten alle Phasen des Trainings: Ort, Traillegung, Briefing, Startprozedere, Begleitung, Rückweg und Feedback.

🎨 Flanken umfasst auch die Leitung der Gruppe: Sicherheitsaspekte, klare Anleitung für Mitlaufende und ein Rahmen, in dem alle Beteiligten gut lernen können.

🎨 Auf dem Trail wird über Körpersprache und Stimme unterstützt – mit Nähe, die Orientierung gibt, ohne den Wohlfühlraum zu unterlaufen.

🎨 Informationen kommen zum richtigen Zeitpunkt und mit dem notwendigen Ausmaß, damit die Bezugsperson den Hund bestmöglich unterstützen kann, ohne ihn aus dem Flow zu bringen.

🎨 Eine wohlwollende, klare Kommunikation vermittelt Sicherheit – faktisch und emotional.

🎨 Wertschätzendes, konstruktives Feedback fördert Entwicklung ohne Druck oder Beschämung.

🎨 Positive Sprache und GFK-orientierte Formulierungen helfen Menschen, ihr Verhalten sofort umzusetzen und Vertrauen zu stärken.

🎨 Erlebte Metaphern machen Lerninhalte fühlbar: Sie zeigen, wie sich Situationen für Hunde anfühlen können und erleichtern nachhaltige Aha-Momente.

🎨 Umfassendes Flanken gelingt, wenn Technik, Beobachtung, Haltung und Erfahrung zusammenkommen.

🎨 Mein Flanken hat zum Ziel, dass die Teams durch das Mantrailing Training für Training und Alltag gestärkt werde – und sorgt dafür, dass Hund und Mensch mit einem guten Gefühl nach Hause fahren.

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„Orangefarbener Schriftzug ‚Definition‘ mit einer stilisierten Figur, umgeben von Fragezeichen.“

Begriffsklärung

Bevor ich in die Welt des Flankens eintauche, möchte ich meine Nutzung dieses Begriffes definieren. Denn der Begriff „Flanker“ oder „Begleitperson“ beschreibt je nach Situation unterschiedliche Funktionen. Während eines Einsatzes oder eines Doubleblinds ist der Flanker eine Person ohne Detailwissen zum Trailverlauf und unterstützt das trailende Team in Bezug auf Sicherheit oder Umfeld.

Gerade beim Mantrailing-Training ohne Bezug auf Realeinsätze sind die begleitenden Personen auf dem Trail in der Regel die Trainer*innen – also Menschen mit einem klaren Lehrauftrag.

Mit dem Ziel, Mantrailing als Enrichmentmaßnahme einzusetzen, bekommt dieser Lehrauftrag eine besonders umfassende Bedeutung. Im Alltag fällt hier auch häufiger der Begriff „Coaching“, der streng genommen jedoch nicht ganz passt.

Deswegen bleibe ich beim Begriff des „Flankens“ als beschreibender Funktion des Begleitens – erweitere ihn aber um den Lehrauftrag, diesen so auszuführen, dass die Teams über das Training hinaus vom Mantrailing profitieren.

Und damit sind wir mitten drin im Thema. Wie gutes Flanken gelingt, wenn das Ziel des Trainings ist, durch Mantrailing nachhaltiges Wohlbefinden von Hund und Mensch zu erzielen.

Illustration des Wortes ‚Wohlbefinden‘ in orangefarbener Handschrift mit zwei schützenden Händen, die ein Herz mit Pfote umrahmen.“

Der Enrichment-Gedanke als Fundament

Gerade weil es mein Ziel ist, eben dieses nachhaltige Wohlbefinden von Hund und Mensch zu erzeugen, sind auch Rückmeldungen auf Seminaren für mich besonders berührend, dass Teilnehmer*innen sich mit mir auf dem Trail sehr sicher fühlen und sich das merklich auf das Verhalten des Hundes auswirkt. Ich erlebe immer wieder, dass man – so begleitet – zusammen mit dem Hund als Team über sich hinauswachsen kann. Genau das ist also das Ziel von Flanken, so wie ich es verstehe.

In diesem Zusammenhang umfasst das Flanken also mehrere Aspekte:

  • Gewährleistung von Sicherheit für Team und Umfeld

  • Die Vermittlung der Aufgabe als Einladung für den Hund

  • passgenaue Unterstützung für den Mensch, damit der Hund gut lernen kann
    und last but not least ein zielführender Umgang mit dem Menschen.

Denn neben ganz viel aufrichtigem Lob und Anerkennung gehört auch ehrliches Feedback für die Bezugsperson dazu, um Raum für Entwicklung als Team zu schaffen.

Kritik, die sowohl inhaltlich konstruktiv ist als auch wertschätzend übermittelt wird, erreicht genau das und sorgt gleichzeitig für das Wohlbefinden des Teams. Getragen wird das Ganze von einer Trainings-Haltung, die gründlich lehrt statt nur zu prüfen und das Wohlbefinden von Hund und Mensch als Wegweiser nimmt.

Wie ich in dem Artikel „Trailen auf dem Geruchsband“ dargelegt habe, ist das spurtreue Suchen beim Mantrailing für mich der Trainingsansatz, der am besten für Mantrailing als Enrichment geeignet ist. Deswegen beziehen sich alle Hinweise auf das Flanken in diesem Artikel auf diesen Trainingsansatz.

Ein Angebot, das für den Hund eine Enrichmentmaßnahme sein soll, setzt Wohlbefinden als höheres Ziel an, als Leistung oder Funktionieren des Hundes auf dem Trail. Wobei das eine das andere nicht ausschließt. Ganz im Gegenteil: Hunde, deren Training so ausgelegt ist, dass ihre Bedürfnisse möglichst erfüllt werden, sind zu ganz ausgezeichneten Leistungen im Stande.

Das Begleiten der Teams durch uns Trainer*innen beim Mantrailing soll genau das ermöglichen. Präzises Mantrailing verbunden mit Wohlbefinden für Hund und Mensch.

„Illustration eines Eisbergs unter einer gestrichelten Wasserlinie mit dem Schriftzug ‚…der Eisberg‘ in Orange.“

Der Trail ist nur die Spitze des Eisberges eines guten Trainings

Um das zu erreichen wird schnell klar, dass die Begleitung auf dem Trail nur ein Teil der Aufgabe ist. Die Begleitung der Teams umfasst das gesamte Training. Sogar noch davor: Die Planung des Trainings durch uns Trainer*innen sowie die Vorbereitung durch die Bezugspersonen. Wer kennt ihn nicht, den Hund, der schon beim Befüllen der Jackpotdosen ganz aus dem Häuschen ist.

Bereits da müssen wir Trainer*innen ansetzen, um Frust für die Hunde zu vermeiden. Denn Frust ist unser größter Feind beim Mantrailing – und das nicht nur in Bezug auf Wohlbefinden, sondern auch in Bezug auf Leistung.

Was gehört nun alles zur ganzheitlichen Begleitung – und damit dem erweiterten Flanken – dazu?

  • Eine Trainingsorganisation mit offenen Gruppen in Kombination mit einem Buchungstool bieten den Menschen die besten Voraussetzungen, um selbst möglichst entspannt ins Training zu kommen.

  • Die Angabe des Trainingsortes in offenen Gruppen ermöglicht uns eine Vielfalt an Locations anzubieten, so dass sich die Teams entsprechend ihres Ausbildungsstandes anmelden können.

  • Wir unterstützen die Bezugsperonen zusätzlich darin, wie sie sich und den Hund optimal auf das Training vorbereiten und was sie dann vor Ort angekommen am besten machen.

  • Wir planen den Ablauf des Trainings, um den Menschen einen Zeitplan und Sicherheit zu geben

  • Wir legen für jedes Team einen passenden Trail: angepasst an dem Ausbildungsstand und der Tagesform sowie der aktuellen Situation vor Ort

  • Wir briefen die Zielperson so, dass sie durch ihr Verhalten keinen Motivationskonflikt beim Hund erzeugt

  • Wir sorgen für gute Startbedingungen

  • Wir gestalten ein passendes Startprozedere für den Hund, das auch den Weg vom Auto zum Start beinhaltet und begleiten, wo nötig

  • Wir begleiten das Team persönlich auf dem Trail bis zum Ende

  • Wir koordinieren den Rückweg und unterstützen so nötig beim Surfen der Erregungswelle und einer Vorbereitung auf die Pause im Auto

  • Wir wählen einen für Mensch und Hund passenden Ort und Zeitpunkt für das Feedback zum Trail

  • Wir unterstützen bei Maßnahmen, um die Pause für den Hund auch entspannend zu gestalten

Du siehst, es ist weit mehr als der Trail selbst, den wir begleiten. Und je besser die gesamten Trainingsbedingungen für das Mensch-Hund-Team sind, desto reibungsloser laufen in der Regel die Trails.

In diesen Rahmenbedingungen liegt das größte Potenzial für gelungene Trails. Durch Optimierung dieser Phasen legen wir die Basis für einen Hund, der den Trail mit Freude und im Flow ausarbeitet, von seiner Bezugsperson als Teampartner unterstützt wird und beide mit den Erfolgserlebnissen wachsen.

Und wie fast immer im Training gibt es hier keine Pauschallösungen. Es kommt auch hier drauf an. Was für den einen Hund eine super Vorbereitung ist, kann für den anderen Hund komplett ungeeignet sein. Das Maß, mit dem alles gemessen wird ist Wohlbefinden.

Zur weiteren Vertiefung

Zu den Phasen des Startes und des Rückweges gibt es bereits Artikel und Podcastfolgen von mir – ebenso zur Gestaltung und Organisation von Mantrailingstunden.
Wenn Du jetzt ganz konkret tiefer in die Kunst des Flankens eintauchen möchtest – wie Haltung, Timing, Gruppenleitung und Trailbegleitung Hand in Hand gehen – dann findest Du all das in meinem Selbstlernworkshop „Die Kunst des Flankens“.
Dort werfen wir einen Blick auf den gesamten Eisberg und beleuchten ihn Schicht für Schicht.

Kommen wir nun zu der Spitze des Eisberges: Zum Begleiten des Trails.

„Orangefarbener Schriftzug ‚Elemente auf dem Trail‘ neben einem Puzzle aus vier Teilen.“

Die Elemente des Flankens auf dem Trail

Beim Trailen als Enrichment laufen wir also nicht nur neben dem Team her und passen von außen auf, dass das Team in keine gefährlichen Situationen gerät, sondern wir begleiten das Team aktiv, um dafür zu sorgen, dass

  • die Bedürfnisse des Hundes auch auf dem Trail gesehen und nach Möglichkeit erfüllt werden können

  • der Mensch das Ausmaß an Unterstützung bekommt, um seine Rolle als Teampartner*in bestens zu erfüllen

  • das lernende Team bei Herausforderungen die Art von Unterstützung erfährt, so dass sie mit einem Höchstmaß an Wohlbefinden kleine wie große Erfolge erzielen können.

Kleine Faustregel:
Je instabiler das Team oder ein Teil des Teams ist, desto intensiver fällt die Unterstützung für dieses Team aus.
Dafür müssen wir nicht nur dem trailenden Team sondern auch dem gesamten Umfeld unsere Aufmerksamkeit widmen.

Dazu zählen auch die Menschen aus der Trainingsgruppe, die den Trail begleiten. Wo nötig, müssen wir hier im Sinne des trailenden Teams lenkend eingreifen – oder können sie zielführend aktiv in den Trail einbinden.

Neben dieser Gruppenleitung und der Unterstützung bei unvorhergesehenen Umwelt-Herausforderungen auf dem Trail (wie beispielsweise Hundebegegnungen, auftretender Angst oder Meideverhalten) ist das beim Trailen konkret die Weitergabe von Informationen zum Trailverlauf.

Dabei übermitteln wir die Informationen zum Trailverlauf sowohl über unsere Körpersprache als auch über das gesprochene Wort.

Um ein Team wirklich wohlwollend zu begleiten ist eine gewisse Nähe zum Team notwendig. Nah genug, um das Geschehen komplett erfassen zu können, den richtigen Blickwinkel zu haben, vom Menschen gut gehört zu werden und im Notfall eingreifen zu können – aber mit genügend Abstand, um den persönlichen Wohlfühlraum des Menschen zu wahren.

So können wir allein durch unsere Körpersprache beim Mitlaufen Informationen übermitteln. Wie oder ob wir nach einer Entscheidung mitgehen ist bereits eine Information. So üben wir allein damit einen Einfluss auf das Team aus!

Diesen Einfluss nutzen wir beim Trailen mit dem Enrichmentgedanken immer zugunsten des Wohlbefindens und der gewünschten Lernverknüpfung ein. Auf das Prinzip der Einflussnahme bin ich ausführlich in dem Artikel/der Podcastfolge „Blind oder nicht blind“ eingegangen.

Die Information über den Verlauf des Trails können wir natürlich am einfachsten über das gesprochene Wort vermitteln. Aber Achtung! Vorab ist zu klären, ob der Hund die Richtungsangaben rechts oder links kennt! Und dann gibt es auch Hunde, die von der Trainer*innenstimme ungünstig abgelenkt werden. Dann müssen wir die Stimme sehr reduziert einsetzen und andere Wege mit der Bezugsperson absprechen.

Aber nicht nur der Inhalt sondern auch der Zeitpunkt der Informationsweitergabe ist wichtig. Und auch der hängt sehr vom aktuellen Stand des Teams ab. Wenn das Ziel des Trails für das Team ist, Sicherheit auf dem Trail zu gewinnen, also die Suchstrategie zu stärken, muss die Info zu einem Zeitpunkt kommen, an dem der Mensch sein eigenes Verhalten optimal für den Hund steuern kann.

Heißt konkret, dass der Mensch sich so bewegt, dass er den Hund bei einer Entscheidung nicht verunsichert oder das erwünschte Verhalten schwer macht. Allerdings auch nicht zu früh, so dass der Mensch noch den Kopf frei hat, sich in erster Linie auf den Hund zu konzentrieren und nicht ständig im Hinterkopf hat „ist es schon diese Kreuzung, an der es nach rechts geht?“. Die Info muss also „on point“ kommen, so dass die Bezugsperson prompt reagieren kann, ohne davon abgelenkt zu sein. Je näher wir am Team dran sind, desto einfacher ist es, den Zeitpunkt optimal zu steuern.

Das Zusammenwirken von örtlicher Nähe und einer wohlwollenden Haltung vermittelt dem Team auch eine gefühlte Nähe. Und beides sorgt nicht nur für faktische, sondern auch für empfundene Sicherheit.

Insbesondere, wenn sich die wohlwollende Haltung auch in einer entsprechenden Kommunikation widerspiegelt.

„Schriftzug ‚Kommunikation‘ in orangefarbener Handschrift neben zwei überlappenden Sprechblasen.“

Kommunikation - wenn Haltung und Technik Gutes bewirken

Und mit Kommunikation meine ich nicht nur die Inhalte, die ich vermittle, sondern auch die Art und Weise, wie ich das mache und welche Haltung ich den Bezugspersonen gegenüber habe:

  • Fokus auf das, was gut ist

  • lernfreundliche Vermittlung von Informationen durch positive Formulierungen (Rosa Elefanten Phänomen)

  • Gewaltfreie Kommunikation angelehnt an M. B. Rosenberg

  • Nutzung von erlebten Metaphern, um nicht nur zu verstehen, sondern auch zu fühlen

Beim Training mit den Hunden nutzen wir unsere Erkenntnisse aus der Lerntheorie, haben einen Blick auf die Bedürfnisse und setzen positive Verstärkung ein. Wir haben verstanden, dass ein „Nein, lass das“ für den Hund nicht sinnvoll ist. Für den Menschen gilt das auch. Und zwar sowohl für die Haltung als auch für die gewählten Worte.

Wenn die Bezugsperson auf dem Trail etwas richtig gut gemacht hat, dann teile ich das auch sofort mit! Ja, ich lobe nicht nur den Hund, sondern auch den Menschen! Ehrlich, aufrichtig mit Freude! Und ich wähle Anleitungen, die konkret sagen, was der Mensch machen soll – nicht, was er nicht machen soll.

Beispielsweise sage ich: „Verkürze Deinen Abstand zum Hund“ und nicht „Deine Leine ist zu lang“, ich sage „geh langsamer“ und nicht „nicht rennen“.
Das sind Anleitungen, die sofort umgesetzt werden können, weil sie nicht erst „übersetzt“ werden müssen. Zugegeben, dafür muss man sich mit der eigenen Sprache etwas auseinandersetzen – aber das lohnt sich so sehr!

Wenn ich am Verhalten der Bezugspersonen etwas verändern möchte, dann gehe ich mit der Haltung daran, dass der Mensch es aktuell so gut macht, wie er kann.

Er hat es vielleicht genauso gelernt, er dachte, dass er das so machen soll, er weiß nicht, wie er es anders machen soll. Da sind Vorwürfe, gerade in einer Gruppensituation nicht hilfreich.

Die gewaltfreie Kommunikation nach M. B. Rosenberg ist eine wunderbare Technik, Verhaltensänderungen bewirken zu können, ohne im übertragenen Sinne den mahnenden Zeigefinger zu nutzen.

Ein Beispiel: Die Bezugsperson beugt sich bei der Präsentation des Geruchsträgers bedrohlich über den Hund.

Eine Anleitung könnte dann ungefähr so klingen:

„Ich habe gesehen, dass Du Dich über Deinen Hund beugst, wenn Du ihm die Tüte mit dem Geruchsträger präsentierst. Ich habe an dem Verhalten Deines Hundes gesehen, dass er sich dabei nicht wohlgefühlt hat. Mir ist es wichtig, dass sich die Hunde, gerade bei der Aufnahme des Geruches wohlfühlen. Das macht ihnen ihre Aufgabe leichter. Lass uns zusammen eine andere Körperhaltung oder ein anderes Vorgehen finden, mit der Du den Geruchsträger so präsentieren kannst, dass sich Dein Hund wohlfühlt.“

Und wenn ich in diesem Fall die Erklärung verstärken möchte, kann ich die Bezugsperson bitten, mal in die Hocke zu gehen. Und dann beuge ich mich über die Person drüber und lasse sie erleben, dass sich dieses Verhalten für einen Hund bedrohlich anfühlen kann.

Auch andere erlebte Metaphern aus der Menschenwelt erleichtern es den Bezugspersonen, eine Erklärung unmittelbar zu verstehen – eben weil sie aus Erfahrung wissen, wie es sich anfühlt.

So nutze ich gerne das Bild des Schwimmens als Vergleich für die Steigerung von Herausforderungen beim Trail: Nur weil jemand mit Schwimmhilfe im Nichtschwimmerbecken eine Bahnlänge Schwimmen kann, heißt das noch lange nicht, dass wir im nächsten Schritt ausprobieren, ob das auch im Bermudadreieck klappt.

„Schriftzug ‚Mein Fazit‘ in Orange mit einer Zielscheibe und einem Pfeil, der ein kleines Herz formt.“

Die Kunst des Flankens – viel mehr als Nebenherlaufen

Flanken beim Trailen als Enrichment ist ein Bündel von Kompetenzen, das weit über das Nebenherlaufen auf dem Trail hinausgeht. Es verbindet Wissen, Beobachtung, Haltung, Erfahrung und eine klare Rolle zu einer Aufgabe, die Mensch und Hund gleichermaßen stärkt.

Damit Flanken wirklich gelingen kann, braucht es mehrere Bausteine:

Fundiertes Fachwissen im Mantrailing
💡um die Suchaufgabe präzise zu vermitteln
💡um Trainingsziele sinnvoll zu wählen, Trails stimmig zu legen
💡 und die Herausforderungen des gelegten Trails umfassend zu erkennen und einordnen zu können.

Sichere Beobachtungs- und Interpretationsfähigkeit
💡 um Körpersprache, Stress, Fokus und Motivation erkennen zu können
💡 und Entscheidungen auf dem Trail faktisch richtig einzuordnen.

Eine Haltung, die Mensch und Hund einlädt
🫶 getragen von Wertschätzung, Respekt und GFK-orientierter Sprache
🫶und Verantwortung übernimmt, statt Druck zu erzeugen.

Erfahrung in der Gestaltung von Trainingseinheiten
✨ vom Ankommen bis zum Feedback
✨ inklusive Übergängen, Start und Rückweg
✨ immer mit Blick auf die Bedürfnisse aller Beteiligten.

Klarheit in der Rolle als Trainer*in
✨ Nähe schaffen
✨ Leiten der gesamten Gruppe
✨ Orientierung geben, ohne zu überfahren.

All diese Elemente zusammen lassen Flanken zu dem werden, was es sein kann:
eine echte Begleitung, die das Lernen leichter macht, Erfolgserlebnisse möglich macht und das Wohlbefinden von Hund und Mensch in jeder Phase des Trainings zum Wegweiser nimmt.

Bei der Begleitung der Trainer*innen in der IBH-Weiterbildung und meiner Membership kommt eines immer wieder ganz klar heraus:

Gutes Flanken ist nicht Technik oder Gefühl – sondern entsteht aus der Verbindung von beidem.

Die Kunst des Flankens beim Trailen als Enrichment besteht darin
Hund und Mensch
in jedem einzelnen Training
von der ersten bis zur letzten Minute
so zu begleiten und anzuleiten, dass das Training beide für den Alltag stärkt…

… und alle mit einem Glitzern in den Augen heimfahren ✨✨✨

FAQ - Flanken

Was bedeutet Flanken im Mantrailing?

Flanken heißt, ein Mensch-Hund-Team aktiv zu begleiten – mit Blick auf Sicherheit. Beim Trailen als Enrichment zusätzlich mit Blick auf Wohlbefinden, Lehrauftrag und eine lernfreundliche Atmosphäre.

Weil beim Trailen als Enrichment das Training in seiner Gesamtheit betrachtet wird und nicht nur die Leistung auf dem Trail.  Daher ist eine wertschätzende und konstruktive Begleitung von Beginn bis Ende der gesamten Trainingseinheit zielführend.

Nicht erst auf dem Trail, sondern bei Vorbereitung, Startprozedere, Standortwahl, Traillegung und der Gestaltung der gesamten Trainingssituation.

Nah genug, um Sicherheit und Orientierung zu geben – weit genug, um den persönlichen Raum von Mensch und Hund zu respektieren. Diese Balance ist zentral.

Kurz, klar und zum passenden Zeitpunkt. Unterstützung soll Sicherheit geben – nicht ablenken oder Druck erzeugen. Gehirnfreundliche Formulierungen machen es dem Menschen leichter, die Anleitung umzusetzen. z.B. „geh langsam“ statt „nicht rennen“

Vom Begleiten eines Teams kann man viel lernen.
Für die Gruppe ist eine klare Leitung hilfreich: Sicherheitsabstände, Rollen klären, Rücksicht fördern. Die Menschen der Gruppe können auf dem Trail bewusst eingesetzt werden, dürfen das trailende Team aber nicht stören.

Mit positiver, wertschätzender Sprache, konkreten Anleitungen und GFK-orientierten Rückmeldungen. Klare Schritte, die sofort umsetzbar sind, ohne erst „übersetzt“ werden zu müssen („geh langsam“ statt „Nicht rennen“…).

Fachwissen sowohl im Bereich Mantrailing, als auch allgemeines Hundeverhalten, Lerntheorien, Beobachtungsgabe, klare Haltung, Erfahrung in Trainingsgestaltung und Übernahme von Verantwortung durch die Trainer*innen.

Sichere Trails, entspannte Teams und ein Training, das Mensch und Hund stärkt – auf dem Trail und weit darüber hinaus.

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✨ Time to shine! ✨

Ich bin Astrid Sperlich, Fachfrau für ein Mantrailing Training, das Mensch-Hund Teams zum Strahlen bringt.

Mit fachlichem Scharfsinn und Blick auf die Bedürfnisse beleuchte ich Dein Training von allen Seiten. Ich unterstütze Dich dabei, Deinen Weg als Mantrailing Trainer*in zu finden. Vor Ort in Oberbayern & online, persönlich & in einer starken Gemeinschaft.

Für den IBH leite ich die Mantrailing-Trainer*innen Weiterbildung, die den Schwerpunkt auf Enrichment setzt. Meine Mission: Mensch & Hund mit Mantrailing wirklich glücklich machen und nicht nur auslasten. Probleme lösen, statt neue schaffen.